Jan Josef Liefers

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Bis zum Ellenbogen (2007)

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ellenbogenEine Begegnung mit Folgen: im idyllischen Schweizer Bergland treffen drei grundverschiedene Männer aufeinander: Willi Kolb (Stefan Kurt) ist ein Hartz-4-Empfänger mit Erfindungsgeist, der einfach nur die Natur genießen will und nichts mehr von der politischen Welt wissen will, von der er sich betrogen fühlt. Achim Delvental (Jan Josef Liefers) ist Geschäftsführer in der Reederei seines reichen Schwiegervaters, hat jedoch nicht wirklich ein Händchen für die Geschäfte und versucht diese Probleme mit gemauschelten Finanztransaktionen zu kaschieren. Ganz anders ist Sven Hansen (Justus von Dohnányi), ein kleiner Banker aus Sylt, der wegen seines herzensguten Charakters und seiner Naivität stets auf der Verliererseite steht.

Die schicksalhafte Begegnung findet auf einem abgelegenen Wanderweg statt, als der Mountainbiker Achim mit dem umherstreifenden Willi zusammenstößt, direkt vor den Augen von Sven. Achim zieht sich dabei eine leichte Gehirnerschütterung zu, weshalb Sven anbietet, dass die beiden sich gegenseitig Vorwürfe machenden Männer zu seiner Berghütte mitkommen können, um sich erst mal von dem Schreck zu erholen.

Obwohl Achim und Willi immer wieder wegen verschiedener Ansichten aneinander geraten, bleiben die drei Männer noch einige Tage auf der Hütte und genießen die abgeschiedene Natur. Am letzten Abend sitzen sie noch gemütlich bei einem Lagerfeuer zusammen und betrinken sich. Willi beeindruckt dabei mit seiner Erfindung der leuchtenden Essig-Gurke, indem er diese an das Stromnetz anschließt und danach nichtsahnend beiseite stellt.
In einem unachtsamen Augenblick setzt sich Sven jedoch in die unfachmännisch gezimmerte Konstruktion und wird von dem Stromschlag getötet.

Panisch muss Willi nun einen Weg finden, die ganze Geschichte zu vertuschen, um nicht bestraft zu werden und fleht Achim deshalb um Hilfe an. Zusammen beschließen sie, Svens letzten Wunsch zu erfüllen und ihn nach Sylt zu bringen, um ihm am Ellenbogen eine Seebestattung zu schenken, wo auch einst seine Verlobte ertrank. Doch dazu müssen sie die Leiche erst mal vom Berg ins Tal schaffen und möglichst unauffällig über die Schweizer Grenze bringen.

Es beginnt eine abenteuerliche Fahrt quer durch Deutschland, das mitten im Fußball-WM-Fieber steckt und bei der die beiden versuchen müssen, den langsam verwesenden Leichnam unbeschadet in den hohen Norden zu bringen. Denn längst handeln die beiden nicht mehr nur, um Sven einen letzten Wunsch zu erfüllen. Ihr Plan ist es, das Geld aus der Privatbank zu stehlen, für die Sven einst gearbeitet hat. Doch für ihren Plan ist ein möglichst unbeschadeter Sven Hansen ausgesprochen wichtig.

von Jolli


Jolli meint:

 Ein Blick auf die Handlung verrät bereits, dass dieser Film kein besonders hohes Niveau hat. Die erste halbe Stunde dümpelt die Handlung mehr oder weniger nur so vor sich hin, um die drei Hauptcharaktere einzuführen, was man sicher auch etwas kürzer hätte darstellen können. Erst auf den zweiten Blick erkennt man die zentralen Themen hinter der doch sehr makaber wirkendenden Geschichte. Es geht natürlich um Geld und um den Einfallsreichtum des Menschen, sich dieses wichtige Gut zu beschaffen. Dass ausgerechnet die beiden Streithähne Achim und Willi nun eng zusammenarbeiten müssen und der liebenswerte Sven ins Gras beißt, ist natürlich klischeehaft, doch genau mit solchen Klischees spielt der Film auch gern. Die doch eher zweifelhaft erscheinende Handlung lebt von unerwartet witzigen Momenten, die den Zuschauer sofort zum Lachen bringen. Meine persönlichen Lieblingsstellen ist die Vollbremsung im Wald, bei der der Leichnam im hohen Bogen aus der Gepäck-Box fliegt, sowie der K.O.-Schlag für Svens Mutter mit dem Nudelholz.

Obwohl Sven schon nach dem ersten Drittel des Films stirbt, bleibt er trotzdem ein essentieller Charakter durch den ganzen Film hindurch, der auch passiv noch für jede Menge Action sorgen kann. Justus von Dohnányi, der auch das Drehbuch schrieb und Regie führte, leistet hier ganze Arbeit. Jans Figur Achim ist mal wieder gewohnt respektlos und knallhart, während man Stefan Kurt sonst viel zu selten in einer so witzigen Rolle zu sehen bekommt.

Interessant ist die Idee, drei völlig verschiedene Figuren aufeinanderprallen zu lassen und im Laufe des Films das Leben jedes einzelnen kurz aufzuzeigen. So ist der erste Zwischenstopp auf dem Leichentransport Willis kleines, bescheidenes Häuschen in der Nähe von Stuttgart, wo sein zurückgebliebener Nachbar noch für einige Aufregung sorgt.
Als sie später nach Hamburg kommen, wo Achim eigentlich nur kurz zu Hause vorbeischauen will, wird dieser von seiner wütenden Ehefrau vor die Tür gesetzt, weil sie von seinen dubiosen Finanzgeschäften erfahren hat.
Und schließlich kommt es dann zum „Showdown“ auf dem friedlichen Sylt, wo man sich Svens Gewohnheiten zunutze macht, um an das Geld aus der Privatbank heranzukommen.
Dass die ganze Geschichte während der WM 2006 in Deutschland spielt, wird hingegen eher am Rande gestreift.

Kurzum: ein Film ohne großen Anspruch, aber für eine heitere Unterhaltung!


Gabi meint:

Mir hat der Film ausgesprochen Spaß gemacht, gerade auch der Anfang, wie die drei Männer sich zusammenraufen, ich finde es schön, dass man sich hier Zeit gelassen hat. Erst dadurch wird aus dem sehr makabren Plot mehr als eine reine Slapstick-Show. Der anfangs reichlich unsympathische Achim ist dann doch gar nicht so übel. Ich gönne den beiden Helden jedenfalls ihren geglückten Coup 🙂


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