Jan Josef Liefers

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Tatort – ‚Der Frauenflüsterer‘ (2005)

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Tatort_ Der Frauenflüsterer

Foto: © rbb/WDR/Michael Böhme

Dietrich Röttger, dem Betreiber eines Lokals in der Innenstadt, stürzt aus dem Fenster. Ist es Mord oder Selbstmord? Die Verletzungen sprechen für eine handgreifliche Auseinandersetzung, die dem Tod vorausgegangen war, doch die Aussagen der Bekannten sprechen auch dafür, dass er psychisch sehr angeschlagen war. Für Doris Röttger steht der Mörder fest: sie glaubt, dass ihr Reitlehrer Markus Hoffschulte für all das verantwortlich ist, der bei Röttger Schulden hatte.
Tatsächlich gibt Hoffschulte bei der Befragung sogar zu, dass er sich mit Röttger gestritten hat, doch für den Mord – so beteuert er – sei er nicht verantwortlich.

Boerne hat inzwischen ganz andere Sorgen. Seine 17jährige Nichte Betty verbringt die Ferien bei ihm und benimmt sich ziemlich aufsässig. Obwohl Boerne alles versucht, um sie bei Laune zu halten, langweilt sich Betty ständig und verkündet ihren Unmut laut. Das einzige, wofür sich Betty brennend begeistert, sind Pferde, und da kommt ihr eine Anzeige für einen Ferienjob auf einem Reiterhof gerade recht.  Doch Boerne ist damit ganz und gar nicht einverstanden, denn bei diesem Hof handelt es sich um keinen anderen als den von Hoffschulte.

Betty vergöttert den Frauenschwarm Hoffschulte und lässt sich von ihrem Onkel nichts sagen, schon gar nicht, als sie 18 wird. Doch die Lage auf dem Reiterhof wird buchstäblich brenzlig, denn Doris Röttger hat Rache geschworen und Hoffschulte bekommt das bald zu spüren. Erst wird sein bester Zuchthengst entführt und kastriert, dann fliegt auch noch sein Auto in die Luft und tötet seine Frau Miriam. Er weiß, dass dieser Anschlag eigentlich ihm gegolten hat und fordert von Thiel, endlich zu handeln.

Der hat bereits Doris Röttger und ihre zwielichtigen Freundinnen im Verdacht, kann ihnen aber noch nichts sicher nachweisen. Deshalb beschließt Hoffschulte, sich selbst zu verteidigen.

von Jolli

Gastdarsteller:

  • Nora von Waldstätten
  • Anna Loos
  • Susanne Duntsch
  • Teresa Harder
  • Sabine Orléans
  • Rade Radovic
  • Alexandra von Schwerin
  • Jana Thies
  • Kai Wiesinger
  • Thomas Wittmann
  • Christan Karmann


Jolli meint:

Die Anspielung auf den berühmten Film „Der Pferdeflüsterer“ wird aus dem Titel ersichtlich und trifft den Inhalt dieser Episode sehr treffend: jede Menge Pferde und ein umschwärmter Herzensbrecher (bei dem es sich aber nicht um Boerne handelt, auch wenn er das manchmal wahrscheinlich gerne wäre).

Dass Boerne ein begeisterter Reiter ist, haben wir ja schon in „Fakten Fakten“ indirekt kennengelernt, als er sogar einen Pokal gewonnen hat. Trotzdem sieht er in der Reiterkluft mit den hohen Stiefeln irgendwie schräg aus.
Pferdesport ist auch hier wieder ein Verweis auf das elitäre Leben, wo Unsummen von Geld für einen hervorragenden Hengst fließen. Boerne will sich da natürlich ganz vorneweg präsentieren, der Versuch mit Hoffschulte zu fachsimpeln gelingt da allerdings nicht so hervorragend, denn dieser ist eher genervt, schließlich hat er nur Augen für Betty.

Überhaupt finde ich es eine lustige Idee, ein weiteres Mitglied der Familie Boerne ins Spiel zu bringen. Seine Mutter haben wir ja schon in der letzten Folge kennengelernt und auch nebenbei erfahren, dass der Rechtsmediziner mit einer großen Schwester aufgewachsen ist. Die fehlt hier zwar, aber mit der aufgeweckten, oft zickigen Nichte ist eine noch viel bessere Option gegeben. Schließlich muss sich Boerne um sie kümmern und das fällt ihm gar nicht so leicht.

Im Gegensatz zu Thiel, der ja wirklich Vater ist und einmal bereits gezeigt hat, wie fürsorglich er sich um den Jungen eines Opfers kümmern konnte, fällt es hier schwer, sich Boerne als Vater vorzustellen. Mit der Onkelrolle ist er eigentlich schon völlig überfordert, denn er denkt, er könne das Problem mit finanziellen Zuwendungen lösen, was bei Betty nicht unbedingt immer ankommt. Zwar haut Betty mit Freude die 100 Euro ihres Onkels für eine Shopping-Tour auf den Putz, aber als er ihren so wichtigen Geburtstag vergisst, ist sie verständlicherweise tief gekränkt. Mein lieber Boerne, da helfen auch die spektakulären Ermittlungsergebnisse nichts mehr!
Er versucht sogar mit ihr in die Disko zu gehen, um ganz hip zu wirken, was allerdings kläglich scheitert, weil ihn der Türsteher nicht reinlässt. Auch wenn man diese Szene nicht sieht, kann man sich das wohl bildlich vorstellen.

Dass Betty sich ausgerechnet in den Schürzenjäger Hoffschulte verknallt, war natürlich abzusehen und liefert viel Konfliktpotential. Als sie ihren Onkel dann auch noch per Telefon bittet, ihr die Pille mitzubringen, merkt man, dass Boerne völlig aus dem Konzept gebracht wird.
In ihm steckt insgeheim also wohl doch ein Familienmensch.

Besondere Freude macht natürlich der Gastauftritt von Anna Loos als Witwe Doris Röttger. Inzwischen weiß jeder, dass Jan und Anna während der Dreharbeiten dieses Tatorts geheiratet haben, was leider zur Folge hatte, dass Jan bei der Hochzeit den berühmt berüchtigten Boerne-Bart trug. Leider sieht man während des Tatorts praktisch keine große Interaktion zwischen Boerne und Doris, was doch irgendwie noch ganz interessant gewesen wäre.

Meine Lieblingsszene ist die Schlägerei in dem Gasthaus. Unser mutiger Held will sich, wenn auch widerwillig, ins Getümmel stürzen, um Thiel mit seinen Karate-Künsten zu unterstützen, aber dazu kommt es ja dann nicht, weil er sofort k.o. geht.
Nur in einem Münster-Tatort kommt die Ironie so deutlich durch, wenn während einer Prügelei Jenseits von Eden gespielt wird.

An dieser Stelle erfahren wir auch ein kleinwenig über das Verhältnis zu seiner Schwester.
Boerne: „Bevor deine Mutter deine Mutter wurde, war sie meine große Schwester. Ich weiß, wozu sie fähig ist.“
Betty: „Ja, als ihr noch Kinder wart, hat sie dich immer verdroschen, ich weiß.“
Kann man sich das wirklich vorstellen? Boerne von seiner eigenen Schwester verhauen? *grins*

Insgesamt also eine sehr amüsante Folge, auch dank des schwarzen Humors der „drei Schwestern“.  Und wir bekommen mal Boerne leibhaftig zu Pferd zu Gesicht. Allein das ist schon sehenswert.


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