Jan Josef Liefers

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Tatort – ‚Krumme Hunde‘ (2008)

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Inhalt

Krumme Hunde_01

rbb/WDR/Guido Engels

Der Privatdetektiv Peter Mang wird niedergestochen und stürzt danach mit dem Gesicht voraus in eine Baugrube mit Säure. Stets bei ihm bleibt seine treue Dogge Wotan. Der Hund sieht zwar furchteinflößend aus, ist aber sehr liebenswürdig, weshalb sich Alberich entschließt, sich vorerst um ihn zu kümmern.

Während Thiel und Nadeshda herauszufinden versuchen, wieso Mang sterben musste, beschäftigt sich Boerne damit, das Gesicht des Mannes wieder zu rekonstruieren. Dabei zeigt sich Erstaunliches:  der Tote hatte eine ungewöhnliche Ähnlichkeit mit Boerne. Was zunächst wie ein Fehler des Computerprogramms erscheint, entpuppt sich aber als sehr realistisch, als der Rechtsmediziner am Kopf des Toten ein markantes Muttermal entdeckt, das auch in seiner Familie oft vorkommt.
Boerne hat den starken Verdacht, dass es sich hierbei um einen unehelichen Spross handelt, der aus einer Affäre seines Onkels Rudolf mit einer Krankenschwester hervorgegangen ist. Boerne ist ohnehin damit beschäftigt, die Geburtstagsfeier für seinen Onkel vorzubereiten, der in Kürze 100 wird, also möchte er ihm da gleich auch noch auf den Zahn fühlen. Sehr zum Leidwesen seiner ohnehin verhassten Cousine Henriette.

Thiel verfolgt inzwischen eine andere Spur. Er beschäftigt sich mit Mangs letztem Auftrag. Alberich hat nämlich in Wotans Hundehäufchen eine Speicherkarte entdeckt, die Mang wohl noch kurz vor seinem Tod in Sicherheit bringen wollte. Auf dieser Speicherkarte befinden sich Fotos, die eine Affäre des verheirateten Firmenchefs Markus Rummel mit seiner Assistentin Christine Schauer zeigen. Allerdings wirkt die betrogene Ehefrau Sabine wenig überrascht und auch der Freund der Familie und ehemalige Angestellte der Firma, Alfred Wesskamp, wusste offensichtlich schon Bescheid. Rummel wollte seine Affäre ohnehin bald bekannt machen, daher scheint das Motiv Erpressung ausgeschlossen zu sein.

Boerne hat da einen ganz anderen Verdacht. Er glaubt, dass seine Cousine etwas mit dem Mord zu tun haben könnte, weil Mang beabsichtigt hatte, auf Rudolfs Geburtstagsfeier als der verlorene Sohn aufzutauchen und damit Anspruch auf das beträchtliche Erbe erhoben hätte. Tatsächlich gibt es einen Zeugen, der Henriette noch kurz vor Mangs Tod in seiner Wohnung gesehen hat.
Doch Rudolf macht den Theorien einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Er räumt ein, dass er gar nicht Mangs Vater gewesen sein kann, weil er bereits seit seiner Jugend zeugungsunfähig sei. Doch in welchem Verhältnis stand Mang denn nun zur Familie Boerne? Der Rechtsmediziner hat da einen unangenehmen Verdacht.

Thiel muss währenddessen erkennen, dass Mang wohl hinter mehr her war, als nur einer Affäre. Aber bevor er herausfinden kann, was es ist, gibt es ein weiteres Mordopfer.

von Jolli

Gastdarsteller

  • Alexander Beyer
  • Henriette Heinze
  • Nadeshda Brennicke
  • Traugott Buhre
  • Astrid Meyerfeldt
  • Günter Junghans
  • Ute Lubosch
  • Oleg Zhukov
  • Dorothea Walda


Jolli meint:

Das Filmdebüt für eine nicht gerade hübsche, aber sehr liebenswerte Dogge. Mit seinem Auftritt hat sich Leon in viele Fanherzen gespielt, weshalb wir ihn auch wieder in einer späteren Episode zu sehen bekommen. Doch der Vierbeiner ist nicht der einzige „krumme Hund“ in dieser Episode.

Thiel und Boerne gehen mal wieder zwei unterschiedlichen Spuren nach, aus denen sich erst gegen Ende zeigt, wie sie miteinander in Zusammenhang stehen. Und wieder lernen wir ein Stück der Boerne-Familie kennen. Onkel Rudolf wirkt mit seiner gelassenen Art sofort sympathisch, dagegen zeigt die zickige Cousine Henriette, dass es durchaus auch unangenehme Verwandtschaft bei den Boernes geben kann. Dass der Professor  trotz seines Singlelebens insgeheim eigentlich ein Familienmensch ist, sehen wir hier sehr deutlich. Immer wieder zum Lachen sind die anschaulichen Schilderungen über sein „Kindheitstrauma“ und seine ständigen Sticheleien mit seiner Cousine.

Als er dann erkennt, dass das Mordopfer irgendwie mit ihm verwandt ist, will er die Wahrheit verständlicherweise herausfinden. Ein verheimlichter Cousin ist eine Sache, dann aber erkennt er, dass sogar sein eigener Vater etwas damit zu tun gehabt haben könnte und das schockiert ihn doch ein wenig. Ein Zusammenspiel mit seiner Mutter haben wir ja schon gesehen, doch über die Beziehung zu seinem Vater erfahren wir immer nur kleine Bruchstücke. Ich kann mir gut vorstellen, dass er ziemlich streng gewesen ist. Treue war aber offenbar nicht seine Stärke.

Vermutlich hat sich Boerne in seinen Erinnerungen eine Art Idealbild seiner Familie bewahrt, was durch den unerwarteten Halbbruder plötzlich Risse bekommen hat. Es ist deutlich zu sehen, wie schwer es ihm fällt, mit Thiel darüber zu reden, selbst als er noch glaubt, dass Mang „nur“ ein Cousin gewesen sei.
Schlussendlich macht er eben das Beste draus und projiziert Mangs Tätigkeit als Privatdetektiv einfach auf sich selbst.

Witzige Nebenhandlungen sind seine Interaktionen mit Wotan, der immer nur eines im Sinn hat: „Wiener Würstchen“. Im Gegensatz zu Thiel traut er sich zwar den Hund in störrischen Momenten zur Raison zu bringen, doch wenn Wotan erst mal die Geduld verliert, dann hat auch der selbstsichere Professor einen gehörigen Respekt vor dem Tier. Nein, als Hundehalter kann ich mir Boerne irgendwie nicht vorstellen.

Insgesamt also eine amüsante, wenn auch eher durchschnittliche Folge, in der besonders Wotan zum absoluten Sympathieträger wird (deshalb habe ich ihm auch ein kleines Video gewidmet 😉 ).     


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