Jan Josef Liefers

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Es liegt mir auf der Zunge (2009)

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Es liegt mir auf der ZungeClemens Carl Hahn  (Jan Josef Liefers) ist ein erfolgloser Schauspieler. Die  Vermieterin sitzt ihm im Nacken, und als auch noch seine Frau Erika (Anna Loos) ihre Arbeit verliert, hat er ein Problem. Aber Clemens hat Phantasie, er kann reden, und er hat Erfolg bei Frauen. So entsteht die Idee zur ersten Kochsendung im Deutschen Fernsehen. Hahn kann zwar nicht kochen, aber mit Charme und Erikas Unterstützung macht er die Sendung unter dem Namen Clemens Wilmenrod zu einem großen Erfolg.  Er bringt es zu Wohlstand. Doch an Geltungssucht, Alkohol und Untreue scheitern erst seine Ehe und schließlich auch Wilmenrod selbst.

von Gabi


Gabi meint:

Durchweg gute Kritiken gab es für diesen Film, der das Leben eines der ersten Stars des deutschen Fernsehens nachzeichnet.  Selbst der  Spiegel lobt ausdrücklich das zurückhaltende Spiel von Jan Josef Liefers, der seine Figur nicht überzeichnet, wie es auch denkbar gewesen wäre. Dieser Wilmenrod wirkt authentisch, soweit dieser Mann selbst überhaupt authentisch gewesen ist.

sputnikAmüsant nostalgisch sind die Details, wie der Zigarettenspender in Sputnikform oder die Isetta, die Wilmenrod vom ersten größeren Honorar kauft. Später  muss es dann ein schickes Cabrio sein und Pelz für die Dame, und immer wieder Alkohol, schöne Frauen, die ihn anhimmeln, Luxus. Wilmenrod wirkt zunehmend verlebt, und schließlich hilft ihm auch sein Charme nicht mehr.  Zu seiner Abschiedsfeier, als die Sendung schließlich wegen negativer Schlagzeilen abgesetzt wird, erscheinen  nur die beiden treuesten Weggefährtinnen und schließlich seine inzwischen geschiedene Frau.

Der Film ist wunderbar besetzt; Justus von Dohnányi ist immer eine sichere Bank,  die Diva der 50er Nadja Tiller  ist als Hahns Mutter zu sehen und Tillers Mann Walter Giller in einer kleinen Komparsenrolle..

Ein unterhaltsamer Film, eine Charakterstudie und ein Zeitbild – rundum gelungen.


Jolli meint:

Der Film erzählt sehr schön über die Sonnen- und Schattenseiten des Erfolgs und wie man sich mit dem richtigen Einfallsreichtum und dem nötigen Charisma ganz nach oben arbeiten, von dort aber ebenso schnell wieder abstürzen kann.
Wilmenrods Toast Hawaii ist legendär. Es gibt heute kaum jemand, der davon nicht zumindest probiert hat. Im heutigen Fernsehprogramm jagt eine Kochsendung die nächste, doch damals war die Idee revolutionär. Dass Wilmenrod so viel Erfolg hatte, lag nicht daran, dass er ein begnadeter Koch gewesen wäre, sondern einzig und allein daran, dass er wusste, welchen Nerv er bei den Menschen treffen konnte. Umso tragischer ist es, dass er dabei die Kontrolle über sein eigenes Leben völlig verloren hat.

Die Verfilmung ist genau das, was Wilmenrods Leben auch war: eine Mischung aus Witzigkeit und Tragik. Die Rolle des spitzbübischen Charmeurs steht Jan Josef Liefers ausgezeichnet und wie könnte man Wilmenrods bessere Hälfte besser besetzen, als mit Anna Loos?
Sehr viel Authentizität wurde hineingesteckt, von den Requisiten bis zu bestimmten Szenen (gefüllte Erdbeere). „Ihr lieben, goldigen Menschen!“  Ich musste jedes Mal aufs Neue über diesen Satz lachen.
Schlussendlich wird der Film zu dem, was er thematisiert: ein süßes Mahl mit einem gehörigen Schuss saurer Zitrone, das am Ende einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt.


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