Jan Josef Liefers

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Syrien ist mehr als nur eine Schlagzeile

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Bomben fallen, Schüsse knallen, blutüberströmte Menschen kämpfen ums Überleben. Wer den Dokumentarfilm „Ground Zero Syria“ von Robert King ansieht, braucht starke Nerven. Ich scheue mich in der Regel nicht davor, solche Filme anzusehen, doch einige Male kann ich nicht anders, als mir die Augen zuzuhalten. Man kommt nicht umhin sich zu fragen, wie viele Menschen in der guten halben Stunde, in der man sich diese Szenen ansieht, tatsächlich ihr Leben verlieren.

Syrien-Karte (Stand März 2013)Die Situation ist schlimm, das steht außer Frage. Aber das war sie auch schon vor einer Woche, als kaum einer noch einen Gedanken an Syrien verschwendet hat. Zwischen Flutkatastrophe, Demonstrationen in der Türkei und Wahlkampfdebatten war in den Medien kein Platz mehr für ein Thema, das auf erschreckende Weise zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Es brauchte also erst einen Schuss vor den Bug, um viele wieder aus ihrer passiven Akzeptanz wachzurütteln und dieser Schuss kam zugegebenermaßen von unerwarteter Seite.
Jetzt ist die Empörung groß. Wie kann sich ein deutscher Schauspieler erdreisten, Fuß auf syrischen Boden zu setzen und dazu dann auch noch ein Skandalblatt wie die BILD mitzunehmen? Der Shitstorm aus den sozialen Netzwerken ist praktisch vorprogrammiert.

Aber alles der Reihe nach. Kaum einer erinnert sich heute noch daran, wo dieser Konflikt vor gut zwei Jahren seinen Anfang nahm. Damals war die syrische Bevölkerung von der Euphorie des Arabischen Frühlings angesteckt worden. Kinder hatten in der Stadt Dar’a einen regierungskritischen Slogan  an eine Hauswand gepinselt und wurden daraufhin verhaftet und gefoltert. Die Empörung darüber trieb die Menschen zu Protesten auf die Straße. Der Ruf nach einer Demokratisierung des Landes, das seit mehr als 40 Jahren von der Familie Assads diktatorisch regiert wurde, wurde laut. Was als friedliche Protestbewegung begann, eskalierte aber schon bald in gewaltsamen Auseinandersetzungen mit den Regierungstruppen.

syrien-protesteSeither geriet das Land immer tiefer in einen Bürgerkrieg, der mehr und mehr zum ethno-religiösen Konflikt propagiert wird. Faktisch hatte die Regierung bisher jeden religiösen Einfluss auf den Staat unterbunden, was den religiösen Minderheiten im Land zugute kam. Doch über 70% der Bevölkerung gehört den Sunniten an, die zur treibenden Kraft der Protestbewegung wurden. Nicht zuletzt aus Angst vor religiöser Unterdrückung in einem sunnitisch dominierten Land, haben sich viele Angehörige der Minderheiten wie Schiiten, Alawiten oder Christen den regierungstreuen Truppen angeschlossen. Die Regierung wiederrum prangert die sunnitischen Freiheitskämpfer als Terroristen an.

Die Lückenhaftigkeit unabhängiger Berichterstattung (bedingt durch die Ausweisung ausländischer Reporter) und Schreckensbilder, die die Syrer teilweise selbst über das Internet verbreiten, haben in vielen Köpfen zu einem verzerrten Bild geführt. Viele fürchten eine Islamisierung des Konflikts und diese Angst ist noch nicht mal unbegründet. Immer mehr Dschihadisten strömen ins Land, um sich den Rebellen anzuschließen, immer mit dem Ziel, nach dem Sturz des Assad-Regimes einen syrischen Gottesstaat zu etablieren. Erst wenige Tage ist es her, dass islamistische Rebellen  einen 15-jährigen Jungen in Aleppo wegen angeblicher Blasphemie vor den Augen seiner Eltern exekutierten.Assads Truppen auf dem Rückzug

Doch in dieser fast lähmenden Verunsicherung für die westliche Welt darf nicht außer Acht gelassen werden, dass die islamistischen Strömungen nach wie vor in der Minderheit sind. Die Blicke richten sich nach Rakka, einer Provinzhauptstadt im Norden Syriens, die völlig unter der Kontrolle der Rebellen steht. Dort versuchten radikal-islamische Gruppierungen die Bevölkerung durch Brutalität einzuschüchtern und nahmen Verhaftungen vor. Dies ließen sich die Menschen dort aber nicht gefallen und leisteten erfolgreichen Widerstand.

Diese Ablehnungshaltung schwindet jedoch zusehends, je länger andere Länder mit ihrer Unterstützung zögern. In Notzeiten wird der Glaube für viele zum einzigen Hoffnungsträger und dieser lässt sich ideologisch leicht beeinflussen, wenn die Enttäuschung groß ist. Längst bilden radikale Gruppen wie die al-Nusra-Front eine ernst zu nehmende Kraft, neben der Freien Syrischen Armee (FSA).

SyriaDoch wie soll man in einen Konflikt eingreifen, in dem man keiner Seite wirklich trauen kann und ohne zu wissen, welche Kettenreaktion womöglich ausgelöst wird? Der Syrienkonflikt ist auch bei uns zu einem Spielball der Medien geworden. Je nach Haltung der Regierungen prangert man die Gräueltaten der einen oder anderen Seite an oder schürt Ängste vor zukünftigen Horrorszenarien. Fakt ist, dass sowohl die Regierungstruppen Assads, wie die FSA und ihre Unterstützer mit äußerster Brutalität vorgehen. Die Leidtragenden sind diejenigen, die immer verlieren, doch von denen kaum einer spricht: der Zivilbevölkerung, die täglich ums Überleben kämpft.

Ein Artikel von Jens Berger, der zwar schon über ein Jahr alt, aber deswegen nicht minder interessant ist, trifft die Sache auf den Punkt: „[…] es gibt weder Gute noch Böse, sondern nur Interessengruppen, die sich nicht im Geringsten um Leib und Leben der Syrer scheren.“
Kein Schwarz oder Weiß; kein Richtig oder Falsch. Politiker aller Herren Länder zerren an dem kleinen Land im Nahen Osten, nicht etwa um der Gerechtigkeit willen, sondern um ihre eigenen Interessen durchzusetzen.

Die USA und die EU sprechen immer häufiger davon, das Waffenembargo aufzuheben, um die Rebellen zu unterstützen. Lange zögerten sie, gegen Assad vorzugehen, nun lassen sie ihn fallen. Nicht etwa, weil sie die Rebellen schätzen, sondern weil es die Chance ist, den Machteinfluss im Nahen Osten auszubauen und endlich den Iran in die Knie zu zwingen. Um ihn geht es nämlich hier eigentlich. Genau aus demselben Grund beliefert Saudi-Arabien und Katar die FSA mit Waffen.

china_assadRussland und China unterbinden schon seit längerem mit ihrem Veto-Recht jegliche UN-Resolution gegen das Assad-Regime. Warum? Sicher nicht, um Menschenrechte zu wahren, sondern weil Syrien ein guter Kunde für Waffenlieferungen ist und weil Russland schon seit den Zeiten der Sowjetunion einen Flottenstützpunkt in Tartus unterhält. China hingegen möchte es sich nicht mit dem Iran verderben, dessen bester Ölabnehmer das Land ist. Außerdem besteht die Sorge, dass eine Demokratiebewegung ins eigene Land überschwappen könnte. Russland empört sich über eine mögliche Gefährdung der Friedenskonferenz durch die Lösung des Embargos und beliefert Assad gleichzeitig mit Kampfflugzeugen.

Auf dem Rücken der syrischen Bevölkerung tragen die Mächte also ihre eigenen Konflikte aus. Dass bodenschatzarme Syrien ist dabei nebensächlich. Es geht um iranische Ölvorkommen und die mögliche Bedrohung durch Nuklearwaffen. Aus genau diesem Grund schlittert auch Israel allmählich in den Konflikt; aus dem Libanon rückt die schiitische Hisbollah an, um die „Radikal-Sunnitisch-Islamistischen-Rebellen“ zu vernichten; die Türkei, die den Großteil der Flüchtlingsströme aufnimmt und die Angehörigen der Oppositionsverbände bei sich beherbergt, fühlt sich zusehends bedroht – nicht zuletzt, seit türkische Kampfflugzeuge von syrischen Streitkräften angegriffen wurden.
Der Flächenbrand, den alle verhindern wollten, er ist längst da!

FliegerWie man ihn stoppen kann, dafür gibt es keinen „perfekten“ Weg. Und so wären wir mal wieder bei dem Thema, was die Gemüter die letzten Tage über so erregt hat: Militärische Intervention oder diplomatische Lösung?
Wäre die Antwort darauf so einfach, hätte sich das Blutvergießen nicht über so lange Zeit dahingezogen. Seit über einem Jahr versucht die UNO am Verhandlungstisch wieder Frieden ins Land zu bringen. Viele Forderungen stoßen aber auf taube Ohren. So konnte Assad nicht zur freiwilligen Abdankung bewegt werden und vereinbarte Waffenruhen wurden meist von keiner der Kriegsparteien eingehalten. Häufig wird beklagt, dass die Resolutionen sich nur gegen das Regime richten, während den Rebellen freie Hand gelassen wird.

Im Genfer Kommuniqué von 2012 wird gefordert, eine Übergangsregierung zu bilden, die sowohl aus Angehörigen des Regimes, wie der Opposition gebildet werden soll. Dies steht im direkten Widerspruch zur Abdankungsforderung vieler Politiker. Während die Westmächte mittlerweile nur noch die Nationale Koalition als syrische Volksvertretung anerkennen, beharren Russland und China auf die Beteiligung des Regimes und festigen so dessen Position. Je mehr sich die Beteiligten untereinander zerstreiten, desto geringer ist die Chance auf diplomatischen Erfolg. Die für diesen Juni angesetzte Friedenskonferenz wurde zumindest um ein weiteres Mal verschoben.

mideast_syria_12037271Angesichts des Blutvergießens, das in dieser Zeit munter weitergeht, wächst die Hilflosigkeit. Der Ruf nach militärischem Eingreifen wird laut. Viele (und nicht nur Jan Josef Liefers!) fordern die Errichtung von Schutzzonen. Das bereits installierte Patriot-Abwehrsystem an der türkischen Grenze, das offiziell für den Schutz der türkischen Bevölkerung vorgesehen ist, könnte dafür tatsächlich eingesetzt werden. Die Raketenangriffe des Regimes auf die besetzten Städte könnte damit gestoppt werden; dort wo jetzt systematisch Krankenhäuser, Nahrungsmittelversorger und Schulen ausgebombt und täglich unzählige Menschen getötet werden.
Die USA sind für diese Maßnahme und begründen es mit dem Vorwurf, dass Assad Chemiewaffen gegen seine eigene Bevölkerung einsetzt. Obamas „rote Linie“ ist überschritten, doch keinerlei Beweise sind erbracht. Erinnerungen werden wach, als die USA gegen den Irak in den Krieg zogen, um gegen den Einsatz von Massenvernichtungswaffen vorzugehen, die es schlussendlich aber nie gab.
Auch die Durchsetzung einer Flugverbotszone ist mit der Vernichtung von Menschenleben verbunden, nicht nur weil verfehlte Raketen zivile Opfer fordern könnten, sondern weil dies ein direkter Eingriff in die Souveränität des Staates ist. Dies könnte erst recht zu einer Eskalation der Gewalt führen und den ohnehin schon minimalen Verhandlungsspielraum völlig versperren.

KrankenhausErst diese Woche veröffentlichte die UNO die geschätzte Opferzahl von 93 000, die Dunkelziffer liegt aber vermutlich höher. Mehr als eine Millionen Menschen sind bereits in die Nachbarländer geflohen, die meisten in die Türkei. Viele können jedoch diese Flucht nicht antreten oder werden unterwegs getötet. Die Infrastruktur und die Agrarwirtschaft des Landes liegen am Boden, ganze Dörfer sind entvölkert. Was jetzt vor allem gebraucht wird, ist humanitäre Hilfe, die Wiederherstellung politischer und wirtschaftlicher Strukturen. Doch Hilfsorganisationen ist es kaum möglich ins kriegsgebeutelte Land zu kommen. Paradoxerweise schickte die UNO noch in diesem Jahr mehrere Millionen an Hilfsgeldern ausgerechnet an die syrische Regierung zum Wiederaufbau jener Städte, die sie selbst zerbombt hat.

Und so stehen wir hier und glauben zu wissen, was gut oder schlecht für ein Land ist, das wir kaum kennen? Plötzlich hat jeder eine Meinung und vor allem die, dass man nicht nach Syrien zu reisen hat, wenn man Jan Josef Liefers heißt und erst recht nicht mit der BILD! Die Süddeutsche Zeitung titelte provokativ mit „Es geht nicht um Politik, es geht um Liefers“. Aber genau darum sollte es doch gerade nicht gehen! Kaum ein Artikel macht sich die Mühe, den eigentlichen Syrienkonflikt für all jene zu erläutern, die sich vielleicht erst mal eine eigene Meinung bilden wollen, sondern schüren lieber das Empörungsfeuer, klappen ganz nebenbei noch die alte Tatort-Schublade auf (ist das jetzt wirklich schon sein einziges Identifikationsmerkmal geworden?) und kreieren ein Bild, als entscheide allein der Satz „Ich glaube jetzt, was den Menschen am meisten helfen würde, wäre eine Flugverbotszone, um sie vor Angriffen aus der Luft zu schützen“ über die Zukunft Syriens. Gerade diejenigen, die nun die wenigen Aussagen zerpflücken, wie viel zu jungen Salat, fordern geradezu eine Positionierung in diesem schwierigen Thema.

Mag sein, dass die Bildzeitung gezielte Sensationshascherei beabsichtigte, schließlich ist das Blatt nicht gerade für seriöse Recherchen bekannt. Mag sein, dass Jan Josef Liefers diese fragwürdige Medienpräsenz in Kauf genommen hat. Fakt ist doch, dass er damit das langsam im Informationschaos untergegangene Thema Syrienkonflikt in den Köpfen vieler wieder hervorgeholt hat. Manchmal ist Empörung der beste Auslöser, um sich einer Sache zu erinnern. Manchmal sind streitbare Aussagen die beste Möglichkeit, um eine eingeschlafene Diskussion wiederzubeleben. Siehe Facebook oder Twitter!
Doch das dünne Eis, auf dem die Hoffnung auf vernünftige Auseinandersetzung mit der Thematik aufbaut, es droht zu brechen unter denjenigen, die sich blind mit dem Empörungstsunami mitspülen lassen, ohne zu reflektieren. Wenn Jan Josef Liefers seine Ansichten unter den Eindrücken, die er in Aleppo gewonnen hat, kundtut, bedeutet das noch lange nicht, dass sich nicht jeder eine eigene Meinung bilden darf. Und zwar eine, deren Blick sich nach Syrien richtet und nicht auf die Schlagzeilen eines Skandalblattes. Also liebe SZ, es geht nicht um Liefers, es geht um Verständnis und zwar im Sinne von verstehen. Und wer von „PR-Tour“, „Bildungsreise“ oder „Abenteuerlust“ spricht, der hat offenbar nicht verstanden.

16 Kommentare zu “Syrien ist mehr als nur eine Schlagzeile

  1. Danke!! für diesen Artikel! Chapeau.

    • Als Syrerin bin ich für jeden positiven und vor allem realistischen Bericht dankbar.
      Danke für Ihren Mut und Ihre Unterstützung.
      Es sollte mehr Menschen wie Sie geben, Herr Liefers.

  2. Danke :) Ich wünschte nur, es gäbe noch Menschen, die es wirklich interessiert und nicht nur die Gelegenheit nutzen um mit Dreck um sich zu werfen.

    • eine ziemliche Unterstellung. wer Liefers Auftritt kritisch sieht will entweder mit Dreck um sich werfen, hat keine Ahnung oder schwimmt im shitstorm mit? Oha.

      • Ich habe das Gefühl, dass die Kernaussage dieses Textes völlig an Ihnen vorbeigegangen ist.
        Wie schade.

      • Das hat Jolli nicht geschrieben. Es gibt aber einen Unterschied zwischen ‚kritisch sehen‘ und der Hetze, die momentan auch in renommierten Zeitungen (siehe SZ) stattfindet. Die Behauptung, es könne sich nur um die Aktion eines von Realitätsverlust befallenen Selbstdarstellers handeln oder aber um gekaufte Kriegspropaganda, wie auch manche meinen, finde ich infam. Unabhängig davon, ob man seine Einstellung und den Bild-Artikel gutheißt oder nicht.

  3. Es ist doch wohl eher so, daß am liebsten keiner was sehen oder hören möchte darüber. Ich sehe nur daß die ganze Welt zuschaut, wie ein Irrer mittlerweile schon tausende von unschulidigen Menschen abschlachtet, die alle nur eins wollen: endlich in Frieden leben. Ein kleiner Lichtblick daß es doch ein paar Nachdenker gibt die das ähnlich sehen. Besser wäre vieleicht mal darüber nachzudenken was man selbser tun kann und auch darüber was für ein unsägliches Glück man hatte einfach so in einem Land geboren zu sein, das nicht von Kriegen hin- un hergeschüttelt wird um Reiche noch reicher zu machen.

    • Ich will ganz ehrlich sein. Ich gehöre wohl auch zu denen, die durch all die Informationsflut aus den Medien und alle möglichen anderen Angelegenheiten, den Syrienkonflikt längst aus den Augen verloren hatte. Dass viele aus Hilflosigkeit wegsehen kann ich gut verstehen, denn es ist einfach ein schwieriges Thema. Umso mehr zieh ich den Hut vor denen, die sich wirklich dafür einsetzen, dass sich etwas bewegt. Damit meine ich nicht nur Jan Josef Liefers, sondern auch all die Journalisten und Arbeiter von Hilfsorganisationen, die dort ihr Leben riskieren, um etwas zu bewirken. Wir Deutschen sind dafür bekannt, dass wir gern jammern. Aber wir jammern auf hohem Niveau. Wir vergessen viel zu oft, wie wichtig Frieden eigentlich ist.

  4. Meine Hochachtung vor dehnen die ihre Augen vor diesem massiven Kräftemessen der einzelnen Regierungen nicht verschließen. Hier schließe ich Jan Josef Liefers mit ein. Ich würde mir wünschen das es noch viele gibt, die sich der Sache Syrien annehmen. Jeder Tote ist einer zu viel. Mit dem Tod jedes Kindes zerstört Syrien seine Zukunft. Was ist das für ein Machthaber, der zu sieht wie seine Mitmenschen ausbluten, nur um an der Macht zu bleiben.
    Wir sollten nicht die Menschen verurteilen die sich kümmern, wir sollten die Menschen verurteilen die ihre Machtspiele mit dem Leben von Menschen machen nur um selbst ihre Macht zu erhalten.
    Selbst ein Herr Westerwelle hält sich zurück und vermeidet es wahre Worte auszusprechen, es sind ja Wahlen 2013.

    • Da schließe ich mich an :) Gerade die Politiker hätten die Möglichkeit vieles zu verändern, aber sie stecken wohl zu tief in diesem Konfliktenetz. In einem Jahr wie diesem, wenn Wahlen anstehen, sind sie besonders vorsichtig, aber vielleicht auch hellhöriger, was die Stimmen des Volkes angeht. Wir können die Verantwortung nicht immer nur auf den Politikern abwälzen. Es liegt an uns, sie zu einer Entscheidung zu bewegen.

  5. J.J. sehe ich zumindest als Börne immer gern im TV.
    Daß er nunmehr meint, auf „Rebellenseite“ ja doch genau die politisch korrekte Sichtweise der Mainstream- Medien vertreten zu müssen? Schade.
    Hätte ich mehr kritischen Abstand erwartet.
    So ist es doch nur ein Abklatsch, wie wenn Jolie nach Syrien reist.
    Ach herrje, diese Schauspieler auch immer.
    Peinlich.

    • Hallo Andrew. Ich habe im Artikel deutlich zu machen versucht, dass es keine klaren Fronten in diesem Konflikt gibt. Folglich gibt es keine „Rebellenseite“ und keine „Assad-Seite“, sondern jede Menge Positionen dazwischen. Die Aussage über die Flugverbotszone war natürlich unglücklich gewählt und ist jetzt Auslöser für hitzige Diskussionen. Trotzdem hat JJL nie für die Rebellen Partei ergriffen, sondern lediglich auf das Elend der Zivilbevölkerung aufmerksam zu machen versucht. Das ist keine Anpassung an die Mainstream- Medien, sondern eine persönliche Einschätzung aufgrund der Eindrücke, die er bei seiner Reise gewonnen hat. Wenn du es nicht schon gemacht hast, empfehle ich dir den Spiegel-Artikel zu lesen, in dem er nochmal auf seine Beweggründe eingeht.

  6. Danke für Antwort Jolli.
    Aber warum soll die Aussage über die Flugverbotszone nun auf einmal „unglücklich gewählt“ worden sein? Sie ist da und kein Versprecher gewesen. Also eindeutig Rebellenseite, die ein Eingreifen „des Westens“ anfordert. Ausweitung des Krieges also.
    Das ist seine Position, ok. Was solls. Da sind sich wohlsituierte Schauspieler von Hollywood bis Berlin einig. Mainstream eben, hilft alles nüscht.
    Schade, hat der Nämliche eben einen Fan weniger.
    Macht auch nüscht.
    Herzlichst.

  7. ..Achherrje, der Oberschauspieler ist auch noch mit und auf Kosten der BLÖD- Zeitung dorthin „gereist“? Na Bravo, nun ist er ja moralisch ganz unten angekommen (bzw. „oben“ im Sinne der Yellow Press.
    Er hats anscheinend ohne Ende doch nötig, wichtig zu tun.
    Traurige Gestalt im Dienste der Kriegstreiber und – hetzer.

    • Mit „unglücklicher gewählter Aussage“ meinte ich, dass sie schnell fehlinterpretiert werden kann, was ganz offensichtlich bei vielen geschehen ist, die es als klare Aufforderung verstehen, die Rebellen militärisch zu unterstützen. Das ist nicht das, was Jan Josef Liefers gesagt hat. Es geht um den Schutz der Zivilbevölkerung, die jetzt massiv unter diesem Bürgerkrieg leidet. Die Errichtung einer Schutzzone ist unumstritten ein schwerwiegender Eingriff in die Souveränität des Landes und kann nicht ohne Opfer bewerkstelligt werden. Doch es ist keinesfalls mit einem Bündnis mit den Rebellen gleichzusetzen.

      Ich kann dir nur empfehlen, dich mit den verschiedenen Seiten des Konflikts und ihrer Argumente auseinanderzusetzen und nicht alles an JJL oder Bildzeitung zu fixieren. Das war nämlich die Kernaussage dieses Artikels, die aber offenbar überhaupt nicht angekommen ist. Das ist schade.

  8. Danke für Antwort und Empfehlung, Jolli (das hatte ich doch ganz vergessen: mich mit dem „Konflikt“ und den Argumenten auch der Islamisten auseinanderzusetzen. Sorry, die Rebellen sind ja ganz normale „gebildete“ Menschen, nach Liefers „Beobachtung“).
    Wo war der bloß unterwegs auf Verlagskosten?

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