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‚Ein Halleluja‘ – Rezension von Jacqueline Hahnebach

2 Kommentare

Gastbeitrag von Jacqueline, vielen Dank!

Vorab ein paar Worte zu meinem Schreiben:

Die Intention meiner Rezensionen ist es nicht, Musik (seien es einzelne Titel oder gesamte Alben) nach gut oder schlecht zu bewerten, sondern ich möchte mit meinen Rezensionen beschreiben und festhalten, was mich beim Hören der Musik bewegt und sie auf diese Weise wertschätzen. All die Gedanken und Gefühle, die mir beim Hören begegnen, sollen meine Texte spürbar machen. Ich hoffe, dass sich der ein oder andere Leser darin wieder findet. Außerdem wünsche ich mir, dass sie zum Nach- und Vorausdenken anregen und jeder Leser eine ebensolche eigene kleine (Entdeckungs-)Reise beginnen kann. So auch euch bzw. uns hier: den Fans von Jan Josef Liefers (& Oblivion).

Ich hoffe, diese Gedanken zu „Ein Halleluja“ können euch einen Eindruck von meiner Art Musik wahrzunehmen vermitteln (mehr davon gibt’s auf meinem Blog Seelenhafen):

Ein Frühlingstag unter Sternen und in sicherer Geborgenheit

Seit Mai 2013 schon ist der Vorbote zum Album „Radio Doria – Die Freie Stimme der Schlaflosigkeit“ von Jan Josef Liefers & Oblivion bereits (digital) erhältlich. Um die Wartezeit zum Album – das nach derzeitigem Stand wohl im Frühjahr 2014 erscheinen soll – ein bisschen zu verkürzen, will ich ein paar meiner Gedanken zur Single „Ein Halleluja“ mit euch teilen.

Der Song beginnt mit einer leichten und fröhlichen Melodie, die mich mit ihrer Akustikgitarre und Klavier an Frühling erinnert. Die Gitarre klingt so schön deutlich und klar und nach frischem Frühlingswind, und dazwischen das Xylophon mit all dem, was den Frühling so wunderschön bunt, frisch und lebendig macht. Und im Hintergrund das Klavier, fast schon unmerklich verbreitet es einen Hauch von Frühlingsduft und macht die Melodie komplett. Und da sind zwischendurch in der Melodie auch noch die Momente der E-Gitarre, die der Leichtigkeit den Rücken stärken und genauso lächelnd hinter ihr stehen, wie Jans Stimme mich in diesem Song so oft auffängt.

Schon die erste Zeile lässt mich innehalten:

„Bist du schon da? Ist deine Reise schon vorbei?“

Und ich frage mich wo stehe ich eigentlich derzeit so genau und was bedeutet mir das? Wo will ich noch hin und wie wird der Weg dahin aussehen, was wird mir auf dieser Reise noch begegnen? Ich habe tatsächlich nicht das Gefühl angekommen zu sein, nein, diese Reise ist noch nicht vorbei, aber diese Unsicherheit, die dabei ab und an aufkommt, fühlt sich unwohl an. Ich mag die Art und Weise, mit der Jan diese Fragen stellt, denn da klingt diese Bedingungslosigkeit und Leichtigkeit in seiner Stimme, die keinen Druck aufbaut, sondern durchatmen lässt und das Gefühl vermittelt, dass da jemand ist, der es gut meint und einen auf der Suche nach der Antwort bzw. den Antworten liebevoll begleitet und Sicherheit vermittelt, aber auch angenehm neugierig ist und einen sanftmütig lächelnden Aufbruch – und dabei auch das Gefühl von Gemeinsamkeit, in den Ton seiner Stimme packt, sodass er das Gefühl vermittelt, dass man diese Reise nicht allein machen muss, sondern dabei begleitet wird und nicht im Stich gelassen.

„Fehlte bloß noch, dass ein‘ so jemand sieht, wenn man gerade vor seinem Spiegelbild flieht. Ein Halleluja, denn wir singen es kommt der Tag an dem sich dein Herzschlag verschiebt, an dem sich dein Herzschlag verschiebt.“

Vor sich selbst fliehen. Auch etwas, das ich sehr gut kenne, und dieses miese Gefühl dabei bringt diese Zeile ganz wunderbar zum Ausdruck, auch wenn es in diesem Moment, mit dieser Melodie, den Handclaps im Hintergrund und dieser Leichtigkeit die dieser Song ausstrahlt, gar nicht so wirkt – vielleicht ist aber auch genau das das Geheimnis? Sollten wir uns die Dinge, unter denen wir leiden oder die wir schwer ertragen, versuchen auf genau diese unbeschwerte Art und Weise erträglich zu machen? Mit diesem Song wird das auf jeden Fall gelingen.

Wie es sich wohl anfühlt, wenn sich der Herzschlag verschiebt? Was verändert sich dann in der Seele?

Und während die zweite Strophe läuft, frage ich mich, ob dieser spezielle tiefe Ton in Jans Stimme, den ich nicht beschreiben kann, die Folgen und Nebenwirkungen dessen sind, was er bzw. die Schauspieler als „grell werden“ bezeichnen (ich habe noch nicht so ganz genau verstanden wie das funktioniert und wie es klingen soll oder muss), und ob diese mögliche „Nebenwirkung“ das Resultat der Empfehlung seines Opas ist. Wenn ja, hat es sich auf jeden Fall gelohnt, denn darin steckt etwas Fesselndes… diese Mischung aus diesem speziellen rau, warm und fließend zugleich.

„…sind wir verzaubert vom Feuerwerk, können grad nicht sehen, was in den Sternen steht, wie schön die Sonne untergeht.“

Als ich diese Zeile das erste Mal hörte, erinnerte mich das an einen Moment aus dem kleinen Prinzen (Kapitel 26):

»Die Leute haben Sterne, aber es sind nicht die gleichen. Für die einen, die reisen, sind die Sterne Führer. Für andere sind sie nichts als kleine Lichter. Für wieder andere, die Gelehrten, sind es Probleme. Für meinen Geschäftsmann waren sie Gold. Aber alle diese Sterne schweigen. Du, du wirst Sterne haben, wie sie niemand hat…«

»Was willst du sagen?«

»Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können!«

Allein für solche Momente sollten wir wieder öfter in den Himmel schauen und lächeln und uns nicht so viel bedeutungsloser Faszination hingeben. Die Liebe steckt in den kleinen, unscheinbaren Dingen. Allein dass diese Zeile aus dem Lied mir das wieder ins Bewusstsein gerufen hat ist ein großes Dankeschön wert! Wahrscheinlich sind genau diese Momente jene, die den Herzschlag verschieben – es braucht also gar nicht unbedingt einen Tag und ein Warten darauf, denn die kleinen Schritte dahin haben wir jeden Tag selbst in der Hand, wenn wir wollen…

Und als Jan den Refrain zum zweiten Mal singt, klingt in seiner Stimme während des zweiten „Herzschlag verschiebt“: „Sei sicher, es wird passieren, sei unbesorgt, lass dich fallen und genieße, du wirst aufgefangen hier und jetzt in diesem Moment“.

„Ein Halleluja“ strahlt Zuversicht und Leichtigkeit aus und hat zugleich auch nachdenkliche und haltende Momente, die allesamt zu keinem Zeitpunkt zu schwer werden und immer das Gleichgewicht halten. Das steigert die Vorfreude auf das Album ungemein und verkürzt die Wartezeit ebenso gut.

Die Single ist eine willkommene Abwechslung, wenn man mal von schweren Gedanken abschalten möchte und sich auf angenehme Art und Weise eine Pause gönnen will und mal auf ganz andere Gedanken kommen möchte, kann man das mit „Ein Halleluja“ ganz wunderbar, denn der Song wird, während er so angenehm ist, auch darauf aufpassen, dass all die negativen Dinge jetzt nicht stören, er wird sie nicht rein lassen…

Autor: Gastautor

Dieser Bericht wurde von einem Gastautoren für die JJL-Fanseite verfasst.

2 Kommentare zu “‚Ein Halleluja‘ – Rezension von Jacqueline Hahnebach

  1. Eine wundervolle Rezension, so warmherzig und geistreich und fantasievoll geschrieben; hat echt Spaß gemacht, den Text zu lesen.
    Abgesehen davon, dass er nichts davon enthält, was ich mit „Ein Hallelujah“ verbinde… ;-)
    Aber ich habe mir dann doch immerhin die Mühe gemacht, mir das Lied noch einmal anzuhören und auch den Text zu lesen.
    Mit einiger Konzentration gelingt es, das penetrante Geklatsche beim Hören tatsächlich vollständig auszublenden und siehe da: es kommt ein ganz ansprechendes Lied dabei heraus. Es klingt dann ziemlich fröhlich/optimistisch, weshalb wohl das Bild des Frühlings gewählt wurde.
    Glattgebügelt, sage ich dazu, wenn ich gut gelaunt bin. Ich teile übrigens Jans Kindergarten-Kindheitstrauma, aber ich habe noch ein weiteres und das nennt sich „Über den Wolken“ von Reinhard Mey. Was war das gräßlich, wenn meine Mutter immer das Radio voll aufdrehte, sobald das Lied lief! Immerhin eine Ehre für „Ein Hallelujah“, im gleichen Zusammenhang genannt zu werden. Boah, bin ich fies! ;-)
    Der Vorteil, wenn man einige „Instrumente“ wie etwa das Geklatsche ausblenden kann, ist, man hört dem Rest umso deutlicher. Was im vorliegenden Fall NICHTS ist, außer der Stimme. Man hätte das Lied auch a capella einspielen können und dann ist es zumindest kompositorisch, also für die Stimme durchaus anspruchsvoll. Aber das hat Jan ja in seiner Ausbildung durchaus gelernt, also atemtechnisch.
    Mit „Grell-werden“ hat das übrigens nichts zu tun; in dem Lied ist absolut nichts „grell“; es ist nur einfach ein nettes Lied mit einem Text, der mir absolut nichts sagt.
    Wenn einem der Text schon nichts sagt, hätte es, natürlich ohne Geklatsche, einfach ein „Gute-Laune-Sommer-Song“ werden können, aber wer reagiert schon auf ein Lied, das „Lobet den Herrn“ heißt?
    Den Stil des Songs und auch die Art und Weise des Gesangs finde ich zurzeit übrigens bei vielen deutschsprachigen Musikern wieder. Ich merke mir nicht, wie sie heißen; das ist so eine Mode, die sich im Laufe der „Nuller“-Jahre entwickelt hat. Ich wünsche mir, dass die anderen, neuen Lieder von Oblivion kraftvoller sein werden!

  2. Hallo Kirsten,

    Vielen Dank für deine lieben Worte zu meiner Rezension. Es freut mich sehr, dass dich meine Gedanken zu dem Song noch einmal veranlasst haben, dich damit zu Beschäftigen und deine Erlebnisse ebenfalls hier zu teilen. So etwas mit zu bekommen, macht auch Mut weiter zu schreiben. Danke dafür. =)

    Interessant, wie unterschiedlich doch die Erlebnisse / Erinnerungen sind, die man mit einem Lied erleben kann – und wie unterschiedlich man einen Song an sich auch wahrnehmen kann. Es freut mich auch mal andere Eindrücke lesen zu können und darüber in Austausch zu kommen, weshalb ich gern genauer auf deinen Kommentar antworten möchte:

    Das Klatschen scheinst du nich zu mögen, was? ;) Du hast recht, damit, dass das Lied sehr zurückhaltend arrangiert ist, aber ich persönlich finde, dass eben genau das gut zum Text passt., alles Andere hätte dem durchaus sensiblem Text nicht gut getan. Deswegen ist auch die E-Gitarre eher behutsam eingesetzt.

    Gute Laune verbreitet die Melodie tatsächlich auch bei mir. Für dich scheint es alles in Allem aber ein eher belangloser Song, richtig?

    Was ich hier an Hörproben zum Album hören konnte, lässt mich zuversichtlich sein, dass es auf dem Album auf jeden Fall auch kraftvoller werden wird! So bleibt erst mal nur eines: Geduldiges Warten…

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