Jan Josef Liefers

Die offizielle Fanseite

Konzertbericht: Jan Josef Liefers & Oblivion am 14.12.2013 im Ballhaus „Neue Welt“ in Zwickau

Hinterlasse einen Kommentar

Fast einmal quer durchs Land führte mich am 14. Dezember 2013 mein Weg mit dem Zug nach Zwickau zum Konzert von Jan Josef Liefers & Oblivion. Keine Ahnung ob mich mein Lebensweg sonst einmal nach Zwickau geführt hätte, aber das Konzert fand im Ballhaus „Neue Welt“ statt.

Neue Welt bei Nacht über Berlin                       Neue Welt Zwickau

Hier waren die Ballhausszenen für den Film „Nacht über Berlin“ gedreht worden. Schon beim Ansehen des Filmes war ich von der Szenerie sehr angetan und begeistert von der Idee gewesen, in dieser Location einmal ein Konzert zu erleben. Nun ergab sich dazu die passende Gelegenheit. 

Das Konzert von Oblivion stand unter dem Motto „Radio Doria – die freie Stimme der Schlaflosigkeit“. Im Frühjahr hatte ich bei den Open Air Konzerten bereits Gelegenheit gehabt, die neuen Stücke zu hören und war begeistert gewesen. Ich war gespannt, ob und inwieweit sich das Programm weiterentwickelt hatte. Dann waren da natürlich die im Vorfeld viel diskutierte Frage der Haarlänge und wie es dem lädierten Fuß geht. Auf der langen Zugfahrt hatte ich Zeit genug, mich auf das Konzert zu freuen. 

Konzert Zwickau 4Um 19 Uhr war Einlass und ich konnte in Ruhe den Konzertsaal des Ballhauses bewundern und ihn in Gedanken mit den Szenen aus dem Film vergleichen. Die vielen Scheinwerfer und Verstärker bildeten einen Kontrast zu dem mit Kronleuchtern, Statuen und Spiegeln geprägten Interieur der „Neuen Welt“. Es entstand dadurch aber kein Widerspruch. Auf den Bühnenhintergrund war ein überdimensionierter uralter Radioempfänger projiziert mit der Aufschrift „Radio Doria“.

Der Saal füllte sich schnell. Das Publikum war gemischt. Wiederholungstäter waren genauso dabei wie Neugierige, die Professor Boerne oder den Schauspieler aus der Rocherwerbung einmal singen hören wollten.

Das Konzert begann mit der kraftvoll intonierten Ouvertüre. Dann betrat Jan mit Hut und orthopädischem Spezialschuh am rechten Fuß die Bühne. Er setzte sich auf einen Barhocker und erklärte, dass er wegen des lädierten Fußes entgegen sonstiger Gewohnheit einen Großteil des Abends sitzend verbringen würde. Ähnliches gelte ja auch für das Publikum, denn der Saal war wie sonst unüblich bestuhlt. Eine Runde Mitleid nahm er gerne mit und dann ging es mit „Pralles Leben“ richtig los. Schon nach den ersten Akkorden war klar, dass Jans Bewegungsdrang und der Groove der Musik mit seiner sitzenden Position nur sehr schwer vereinbar sein würden.

Nach den ersten Takten war ich etwas verwirrt, die Melodie klang vertraut und fremd zugleich. Einige Stücke darunter auch „Pralles Leben“ waren neu arrangiert worden, hatten quasi ein neues Gewand bekommen. Sie klangen anders, „schön, nicht schöner, sondern anders schön“ (ich erlaube mir, hier Herman van Veen zu zitieren, weil es so gut passt) als die bisherigen Versionen.

Ich meine, dadurch sind die Songs noch ein Stück direkter geworden und betonen noch deutlicher die aussagekräftigen Texte. Das ist sehr gut, denn es lohnt sich auf jeden Fall, auf die Inhalte der Songs zu achten. Es wäre zu schade diese Musik nur so nebenbei zu hören, wirkliches Zuhören lohnt sich.

Der Abend stand wie angekündigt unter dem Motto des virtuellen Radiosenders „Radio Doria – die freie Stimme der Schlaflosigkeit“. Jan verstand es fantastisch, mit kleinen Geschichten und Anekdoten die Lieder zu erklären und so von einem zum nächsten Stück überzuleiten, mal lustig mal nachdenklich. So konnte sich jeder Zuhörer von der Radiowelle durch den Abend tragen lassen. „Und so treibt uns alle Zeit der Welt durch Tag und Nacht voran…“ (aus Blutmond).

Die Freude am Musikmachen war den Jungs anzumerken und der Funke sprang auch auf das Publikum über. „Es glühen die Transistoren“ (aus Radio Doria). So steigt die Vorfreude auf das für 2014 angekündigte Album. Hoffentlich lässt sich auch auf dem Studioalbum etwas von dieser Spielfreude der Musiker und der wunderbaren Liveatmosphäre wiederfinden.

Jan rezitierte ebenfalls wieder das Gedicht „Drei Teile Gold“ von Antek Krönung. Diesmal interpretierte eine Ballerina im Hintergrund tanzend das Geschehen begleitet von Gunter Papperitz am Piano. Es entstand eine wunderbar zauberhafte Atmosphäre, welche die Zuschauer unweigerlich in den Bann zog. Es war mucksmäuschenstill im Saal. Keiner mochte den Zauber des Moments stören.

Konzert Zwickau 1

Neben den neuen Stücken („Pralles Leben“, „Radio Doria“, „eine gute Nachricht“, „Blutmond“ u. a.) sind zwei Klassiker geblieben („Wo bist du?“ und „Ich liebe dich“). „Halleluja“ durfte natürlich ebenfalls nicht fehlen und dürfte inzwischen auch schon zu den Klassikern gezählt werden.

Bei den letzten Stücken hielt es auch das Publikum nicht mehr auf den Sitzen. Die Stimmung war auf dem Höhepunkt und eigentlich mochte man die Band nicht von der Bühne lassen, als sich die Jungs nach der letzten Zugabe („Kleine Kreise“) erschöpft, aber sichtlich zufrieden verbeugten und dann verabschiedeten.

Konzert Zwickau 2

Im Anschluss an das Konzert nahm sich die Band wieder sehr viel Zeit für eine Autogrammstunde. Dort gab es einen netten Weihnachtsgruß.

Ich fand es einen rundum gelungenen Abend mit wunderbaren Musikern an einem ganz besonderen Ort. Und die folgende Zeile aus „Blutmond“ passt einfach perfekt als Resümee: „Wir werden uns wiedersehen und dann…“ Die Terminliste für 2014 sieht ja schon sehr gut aus. Da steht einem Wiedersehen und -hören nichts im Wege.

Vielen Dank an Jan Josef Liefers & Oblivion für einen fantastischen Abend! Ihr wart toll!

Autor: Mara_Thoni

"Life begins at the end of your comfort zone."

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s