Jan Josef Liefers

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Mara und der Feuerbringer (2014)

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Copyright: 2015 Constantin Film Verleih GmbH

Die vierzehnjährige Mara (Lilian Prent) hat nur einen Wunsch: normal sein! Wenn das nur so einfach wäre… In der Schule gilt sie als Außenseiterin, zu Hause wird sie von ihrer Mutter (Esther Schweins) mit Esoterikkursen drangsaliert und zu allem Überfluss suchen sie auch noch regelmäßig düstere Tagträume heim. Als Mara plötzlich erfährt, dass es sich nicht um Träume, sondern um Visionen handelt und ausgerechnet sie eine Seherin sein soll, gerät ihr Leben ordentlich aus den Fugen. Denn Mara hat keine geringere Aufgabe auferlegt bekommen, als den drohenden Weltuntergang zu verhindern – steht Ragnarök, die Götterdämmerung, wirklich unmittelbar bevor?

Mithilfe von Professor Reinhold Weissinger (Jan Josef Liefers), Universitätsprofessor für germanische Mythologie, stürzt sich Mara in ein aufregendes Abenteuer, in dem sie ganz auf ihre Stärken vertrauen muss. Geht von dem selbstverliebten Loki (Christoph Maria Herbst) und seiner geheimnisvollen Frau Sigyn (Eva Habermann) wirklich die größte Gefahr aus? Und was hat es mit dem bedrohlichen Feuerbringer auf sich? Mara gerät immer tiefer in eine magische Welt, in der sie all ihren Mut beweisen und über sich hinauswachsen muss… [Quelle: Constantin Film Verleih GmbH]


Und hier ein ausführliches Making-of zur Mara-Trilogie:


Mara_Thoni meint:

Wie das Schicksal es so wollte, ergab sich für Baggi und mich die Möglichkeit, den Film vorab im Rahmen einer Pressevorführung zu sehen. Ich war gespannt wie ein Flitzebogen, denn die Bücher Trilogie hatte mich bereits begeistert.

Auf einer Pressevorführung war ich vorher noch nie und hatte mir daher im Vorfeld vorgenommen, auf ganz viele Dinge wie Kameraführung, Schnitt, Musik usw. besonders zu achten. Und was soll ich sagen, das hat mal gar nicht funktioniert und das war auch gut so. Ich meine, diese Punkte fallen einem nur auf, wenn sie störend sind und das war hier überhaupt nicht der Fall. Ganz im Gegenteil, der Film war einfach schön anzusehen und hat mich von der ersten Minute an mitgenommen.

Was mir besonders gut gefallen hat, Tommy Krappweis ist es gelungen, den feinsinnigen Humor des Buches im Film perfekt umzusetzen. Pointiert streut er immer wieder Gags ein, die sich durch den ganzen Film ziehen. Wie oft wurde ich in der Vergangenheit enttäuscht, wenn die Schenkelklopfer des Films bereits alle im Trailer verbraten wurden. Das ist hier mitnichten der Fall.

Dieser auf den Punkt gebrachte Humor ist auch einer der Aspekte, die den Film so sehenswert für die ganze Familie machen. Es ist eben eine gelungene Mischung: eine ganze Menge Wissen über nordische Mythologie verpackt in einer spannenden Geschichte für Kinder, mit einer Portion Fantasy und eben immer wieder gespickt mit viel augenzwinkerndem Humor, an dem insbesondere die Erwachsenen ihren Spaß haben.

Gelungen fand ich auch die Umsetzung der Erzählperspektive. Die Bücher sind aus Maras Sicht erzählt und lassen den Leser an Maras Gedanken teilhaben. Das funktioniert im Film prima.

Mit Professor Weissinger hat Mara einen besonderen Weggefährten an ihrer Seite. Jan Josef Liefers versteht es auf ganz wunderbare Weise, den Charakter des Professors zu spielen: Insbesondere seine schier grenzenlose Begeisterung für die nordische Geschichte und Mythologie sowie seine unerschöpfliche Neugier. Das macht ihn einfach liebenswert. Es schon erstaunlich, eine Figur über einen ganzen Film so bedingungslos liebevoll zu zeichnen, ohne ins Kitschige abzudriften. Das macht ihn einfach sympathisch.

Auch die übrigen Protagonisten sind meiner Meinung nach äußerst gelungen besetzt. Ich würde mich freuen, ihre weitere Entwicklung in einem zweiten Teil verfolgen zu können.


Baggi meint:

Ich kenne die Trilogie von Mara und der Feuerbringer schon länger und bin von ihr vollständig hingerissen. Der Humor, die Protagonisten, die flotte Story – da stimmt einfach alles.
Weiterhin bin ich ein Mensch, der die Meinung vertritt, es gelingt leider in den allerseltensten Fällen, ein Buch sauber auf die Leinwand zu bringen. Es gibt nur ganz wenige Verfilmungen, denen ich zugestehe, dass sie das, was mir in der Story wirklich wichtig ist, eins zu eins umgesetzt haben. Demensprechend war ich extrem gespannt, was Autor und Regisseur Tommy Krappweis aus seiner wunderbaren Geschichte gemacht hat. Und ich sage es gleich vorweg: ich war begeistert! Besser hätte man die Essenz des Buches nicht in einen Film übertragen können!

Nun, Tatsache ist: Mara ist kein süßer, (be)zaubernder Waisenjunge wie etwa Harry Potter, mit dem man nägelkauend mitleidet, während er um sein Leben kämpft. Sie ist auch kein niedlicher kleiner Fratz, der uns in seinen Bann zieht, weil er zum Beispiel tote Menschen sieht und irgendwie einfach zu gut ist für diese Welt.
Nein, Mara ist eigentlich das absolute Gegenteil. Aber genau das macht sie aus!
Sie hat Stress mit der Mutter und mit Schulkameradinnen, ist brummelig und nörgelig und in der Pubertät und verdammt nochmal alles, nur keine geborene Heldin – aber gerade deshalb ist sie absolut liebenswert! Sie ist so echt, in ihren zum Schreien komischen Beobachtungen und ihrem trockenen Humor, aber ebenso in ihrem Frust. Man lässt sich bereitwillig darauf ein, sie durch diesen Film zu begleiten, sie zu begleiten bei dem was sie erlebt und vor allem auch dabei, wie sie sich entwickelt; wie sie selbst wächst an ihrer Bestimmung, Rückschlägen und Fehlern zum Trotz.
Lilian Prent löst diese Aufgabe in meinen Augen ausgezeichnet. Ihre Mara schafft den Spagat zwischen anstrengendem aber gleichzeitig absolut liebenswürdigem Teenager wunderbar.

Ihren Stärken zum Trotz hätte Mara aber wohl keine Chance, ihre Bestimmung zu erfüllen, wenn sie nicht jemanden an ihrer Seite hätte, der ihr hilft, an sich selbst zu glauben, der ihr klarmacht, dass Davonlaufen nichts bringt, der sich mit ihr zusammen ihren Problemen stellt, ihr keinen Schritt von der Seite weicht: Professor Reinhold Weissinger.
Er und Mara ergänzen sich einfach wunderbar, ich habe selten eine Figur so kompromisslos geliebt wie diesen im Herzen junggebliebenen Universitätsprofessor für nordisch-germanische Mythologie, mit seinem schier grenzenlosen Enthusiasmus und seiner Energie. Er ist unbeschreiblich liebenswert, augenzwinkernd humorvoll, chaotisch und vor allen Dingen bereit, Mara nach Kräften zu helfen, allen Gefahren zum Trotz.
Jan Josef Liefers spielt diese Rolle so warmherzig, liebenswert, kauzig und amüsant, ich hätte noch ewig zusehen können.

Gleiches gilt für den Rest des Ensembles: Esther Schweins als Maras verschwurbelte Mutter ist einfach ein Glücksgriff. Man lacht Tränen, die aus RTL Samstag Nacht bekannte Schauspielerin ist sich wirklich für nichts zu schade. Christoph Maria Herbst, Eva Habermann, Heino Ferch – sie alle möchte man unbedingt in Teil zwei wiedersehen.

Aber es sind nicht nur die menschlichen Protagonisten, die in dieser Geschichte begeistern. Es ist auch alles, was im Computer zum Leben erweckt wurde. Ob Lindwurm oder Feuerbringer, ob fantastische Vulkanlandschaften oder die uralte Höhle, in der der Halbgott Loki gefangen liegt – die Effekte brauchen sich weiß Gott nicht vor den so hochgelobten amerikanischen Blockbustern zu verstecken. Die Illusionen sind perfekt, ich weiß schon jetzt, dass meine Kinder offenen Mundes vor der Leinwand sitzen und alles in sich aufsaugen werden.

Fazit:
Dieser Film ist beste Unterhaltung für Groß und Klein, mitreißend, extrem humorvoll, technisch ausgefeilt und mit einer Besetzung, die sich absolut sehen lassen kann – ich kann nur sagen: alle Daumen rauf!


Links:


Autor: Baggi

Yesterday is history, tomorrow a mystery. But today is a gift, that's why it's called the 'present'. (Bil Keane)

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