Jan Josef Liefers

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Mörderische Stille (2017)

11 Kommentare

Inhalt:

Foto: ZDF / Gordon Timpen

Foto: ZDF / Gordon Timpen

In der Bucht von Wilhelmshaven taucht eine Wasserleiche vor dem Segelboot von Michael Kühnert, Leiter der Segelschule, auf: Ein ehemaliger Offizier der holländischen KFOR-Truppen im Kosovo, ist erstochen worden.

Jan Holzer, Kriminalhauptkommissar in der Mordkommission, erfährt die Identität des Mannes von einer Gruppe gehörloser Segler. Kühnert kann „übersetzen“, da seine Frau Elena auch gehörlos ist und er die Gebärdensprache beherrscht. Jan Holzer ist fasziniert von der „stummen Kommunikation“ und freundet sich mit der Familie an, zu der noch die 18-jährige Tochter Sabin gehört, die sich auch ausschließlich in der Gebärdensprache verständigt.

Obwohl Kühnert offen zugibt, dass er früher als KSK-Soldat im Kosovo war, Elena dort kennengelernt hat, beide aber den Toten nicht kennen würden, ist Jan Holzer sicher, dass Elena und Kühnert ihm etwas verschweigen. Immer tiefer dringt Holzer in das Familiengeheimnis der Kühnerts vor und ist dabei, sich darin zu verlieren, zumal er momentan selbst wegen einer alten Schuld schwer angeschlagen ist.

Holzers Assistentin Amal Catack – halb Türkin, halb Deutsche, in Berlin aufgewachsen – ermittelt parallel in der obskuren Welt der privaten Sicherheitsfirmen und findet unter anderem heraus, dass der Ermordete vor zehn Jahren ein Disziplinarverfahren in der Armee hatte – wegen Menschenhandel und Vergewaltigung während seines Dienstes bei der KFOR – und findet in seinem Cloud-Account ein Video. Als sie mit dem MEK zum Hafen kommt, ist Jan Holzer entführt auf einem Segelboot mitten auf offener See und erfährt die unvorstellbare Wahrheit.

[Quelle: ZDF]


Trailer


Rezensionen

Daniela meint:
Ich hatte das große Glück, diesen wirklich sehr beeindruckenden Film als Premiere beim Filmfest im Hamburg auf der großen Kinoleinwand zu sehen. Und um es vorweg zu sagen, da gehört er meiner Meinung nach auch hin, auf die große Kinoleinwand. Hier kommen die zum Teil sehr düsteren, aber immer großartigen Bilder am besten zur Geltung, seien es die Szenen rund ums Schiff auf hoher See, oder die vielen Nahaufnahmen, die so viel über den Charakter und das Schicksal der Akteure erzählen.

Die Geschichte des Films ist schlüssig und flüssig. Es bleibt allerdings genug Raum, die offenen Fragen nach Schuld, Recht und Gerechtigkeit auf sich wirken zu lassen. Alle Charaktere haben ihre persönliche Geschichte und somit „ihr Päckchen“ zu tragen. Stück für Stück erhält der Zuschauer Einblicke in ihre jeweilige Welt und ihre Dilemma. Wer am Ende aus moralischer Sicht zu verurteilen ist, wird immer schwerer zu beurteilen. Die Rollen sind ganz perfekt besetzt und wirklich alle verkörperten die Figuren mit ihren Eigenarten und ihrer Lebensgeschichte auf den Punkt. Die Kameraführung ist dabei sehr einfühlsam und nimmt gerade diese Aspekte sehr gut auf und mit. Dies gilt auch für Holzers Eintauchen in die Welt der Gehörlosen. Die Musik ist wunderbar auf den Film abgestimmt und passt ebenfalls einfach gut.

Sehr beeindruckt war ich auch von der Art, wie Jan den Ermittler Holzer gespielt hat. Da war nichts von einem Boerne oder Vernau, sondern eben ein ganz anderer Charakter, dessen Aufrichtigkeit, Gradlinigkeit aber auch seine Verzweiflung und sein Mitgefühl waren so absolut überzeugend. Chapeau, das hat mir sehr sehr gut gefallen.

Gibt es denn gar nichts Negatives über diesen Film zu berichten? Doch eine unbedeutende Winzigkeit, die sich ohne zu spoilern verraten lässt. Es gibt eine ganz kurze Sequenz mit einem Schwenk über einen niederländischen Binnenkanal, die aussieht, als käme sie aus einem sehr amatuerhaften Urlaubsvideo. Das passte in diesen qualitativ so hochwertigen Film meiner Meinung nach nicht rein.

Also insgesamt ein absolut beeindruckender Film, der mich sehr mitgenommen hat und den ich mir sicherlich zur Ausstrahlung im Fernsehen gerne noch einmal ansehen werde.


Baggi meint:
Der Film gefiel mir ausnehmend gut. Die Geschichte hat mich berührt, bewegt und von der ersten Sekunde an mitgerissen. Ich wollte wissen, wie sich alles auflöst, ich wollte jedes Detail erfahren, was den Fall angeht – mindestens ebenso sehr aber auch die persönlichen Probleme und Dramen ergründen, die die Hauptcharaktere umtreiben. Da war mir nichts egal, auch nichts zu viel, das war wunderbar.

Jan Holzers Assistentin Amal Catack, genial verkörpert von Ivan Anderson, hat mir unheimlich gut gefallen. Sie ist sehr clever und gleichzeitig unbeschreiblich derb, laut, wild und ungestüm – und offenbart dann plötzlich wieder eine Verletzlichkeit und Verzweiflung, die einen verblüfft. Aber ich habe ihr das jede Sekunde abgenommen und habe mich wunderbar einlassen können auf diese facettenreiche, nach außen so rau und selbstbewusst wirkende Frau.
Jan Holzer geht auf eine bewundernswert ruhige Art mit dieser eindrucksvollen Impulsivität um. Ein paar Mal habe ich gedacht, er ist zu lieb für sie, und mich gefragt, warum er diese Art und Weise immer wieder toleriert… aber ich habe mir sein Verhalten damit erklärt, dass er weiß, was er an ihr hat. Vermutlich ist diese so verlässlich aufbrausende und dabei so fähige Kollegin eine der Haupt-Konstanten in einem Leben, das ganz offensichtlich aus den Fugen geraten ist.
Relativ früh bekommt man verschwommene Hinweise darauf, was dem Kommissar passiert sein muss und ist begierig darauf, endlich vollständig zu erfahren, was in der Vergangenheit geschehen ist. Bis das aufgeklärt ist, muss man sich allerdings wirklich eine ganze Weile gedulden. Dennoch lässt man sich bereitwillig mitnehmen von seinem Schicksal, weiterhin bereitwillig mitnehmen von dem Schicksal der Familie, der er durch seine Ermittlungen näherkommt – und in dem Zuge sind die Momente entstanden, die mich meisten in ihren Bann gezogen haben.
Die von Sylvie Testud verkörperte gehörlose Elena Kühnert ist einer der Stars dieses Films. Sie hat eine unglaubliche Präsenz, ich war begeistert von ihr. In einigen Szenen, in der sie und Jan zusammen agiert haben, von ihrer Seite aus gänzlich ohne Worte, haben sie den Film in eine andere Ebene gehoben, anders kann ich es nicht beschreiben.

Die Geschichte von Friedemann Fromm hat mehr Plot, mehr Inhalt und vor allem mehr Einzelschicksale/Nebenstränge als die meisten, die ich in der letzten Zeit gesehen habe. Das mag ihm vielleicht von dem einen oder anderen Kritiker zum Vorwurf gemacht werden, aber bei einer solchen Ansicht kann ich nur abwinken.
Die Story war dicht, atmosphärisch und auch aufwühlend, aber nie zu viel. Die Darsteller waren genial gewählt und haben ihre Rollen intensiv und sehr glaubwürdig umgesetzt. Grenzen verschwimmen, global wie auch im Kleinen, Schuld, Unschuld, Gerechtigkeit, Unrecht… selbst wenn zum Schluss alles geklärt ist, bleiben viele Fragen. Aber das ist einfach richtig gut gemacht, niemals unbefriedigend.


Links:



Autor: Baggi

Yesterday is history, tomorrow a mystery. But today is a gift, that's why it's called the 'present'. (Bil Keane)

11 Kommentare zu “Mörderische Stille (2017)

  1. Hab den Film eben im ZDF gesehen. Der letzte Mist.

    Ich verweise auf die Seite des ZDF. Die meisten Zuschauer haben nach 15 Minuten weg geschaltet.

    Schade Herr Liefers.
    Bleiben sie beim Tatort.

    • „Der letzte Mist. […] Die meisten Zuschauer haben nach 15 Minuten weg geschaltet. “
      Ersteres ist natürlich Geschmackssache, letzteres wohl am ehesten richtig in Bezug auf die Zuschauer, denen der Film nicht gefallen hat.
      Ich persönlich gehe allerdings davon aus, dass es eine nicht geringere Anzahl an Menschen gab, denen der Krimi zugesagt hat und die während der Ausstrahlung einfach keinen Anlass sahen, auf Facebook oder Twitter ihre Meinung kundtun zu müssen.

    • Wo kann ich nachlesen, dass die meisten Leute weggeschaltet haben? Ein entsprechender Link wäre da hilfreich. Und wenn ich wegschalte, muss es nicht unbedingt am Film – es kann auch an mir liegen, so wie z. B. Rechtschreibfehler immer am Schreibenden, niemals an der Rechtschreibung liegt.

      • Margret bezog sich auf die Facebookkommentare bei ZDF Krimi, wenn ich das richtig deute. Da waren viele Stimmen, die mit der Kollegin von Jan Holzer nichts anfangen konnten.

        Was die Quoten angeht: uns Zuschauern stehen nur die normalen Zahlen/Endergebnisse zur Verfügung. Diagramme, in denen der gesamte Sendungsverlauf zu sehen ist (also man erkennen kann, wie viele Zuschauer zu- oder abgesprungen sind), werden in der Regel nicht veröffentlicht. Jan hat in der Vergangenheit schon einmal eines geteilt (zum Tatort Feierstunde zum Beispiel), aber das sind Ausnahmen.

  2. Was für den einen Mist ist, ist für den anderen sehenswert. Wofür es im Krieg Orden gibt, gibt es im Frieden die Todesstrafe. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle nur wissen, wie der Song heißt, der mehrfach angespielt wurde (männlicher Sänger ).

  3. Sehr geehrter Herr Liefers,
    das Drehbuch und die Handlung waren weit unter Ihrem Niveau.
    Sie haben viel bessere Fähigkeiten. Drehen Sie bitte einen solchen Film
    nicht mehr.
    Alles Gute, Ernst Müller

  4. Ein derart asoziales Verhalten einer Frau ist beschämend, auch wir haben nach ca. 20 Minuten abgeshcaltet. Schade, Herr Liefers, so machen sie ihren guten Ruf kaputt. Im Tatort machen sie einen wirklich guten Eindruck.

    • Dass der Film polarisiert, ist normal und vor allen Dingen Geschmackssache. Wieso sich das Verhalten von Jans Film-Partnerin, einer rein fiktiven Figur, allerdings auf seinen guten Ruf auswirken soll, ist mir ganz persönlich ein wahres Rätsel.

      Da Ihnen das Thema aber so wichtig scheint, dass Sie dahingehend sogar zwei Kommentare hinterlassen, lassen Sie mich bitte darauf hinweisen, dass Sie hier nicht Jan Josef Liefers persönlich ansprechen. Dies ist die Fanseite, nicht sein eigener Account, wie es auch extra an allen möglichen Stellen vermerkt steht.

  5. Mir geht es um den SOng von Nick Harris, der mehrfach angspielt wurd – welcher wäre das?

    • Mehrfach angespielt wird oben verlinktes Lied von Santana feat. Everlast. Außerdem tanzen Holzer und Amals Tochter zu „Another one bites the dust“ von Queen.
      Nick Harris ist mir kein Begriff.

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