Jan Josef Liefers

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Tatort – ‚Feierstunde‘ (2016)

30 Kommentare

Inhalt:

Feierstunde DrehstartWährend Kommissar Frank Thiel in dem neuen WDR-Tatort klären muss, wer für den Tod einer schwerkranken Frau verantwortlich ist, genießt Prof. Boerne das Rampenlicht. Unter seiner Leitung startet ein internationales Projekt, das schon als Meilenstein der Mumienforschung gefeiert wird.
Zur Handlung:
Das Rachegefühl endlich ausleben und Boerne ermorden – Prof. Harald Götz kann kaum noch an etwas anderes denken. Das verheimlicht er auch nicht seiner Psychotherapeutin Dr. Corinna Adam. Während der Boerne gerade die Fördermittel für ein prestigeträchtiges Forschungsprojekt an Land gezogen hat, ist Prof. Götz seit Jahren im Labor alleine auf sich gestellt. Fieberhaft sucht er nach einem Medikament für seine schwer kranke Frau Martina. Doch nachdem sie erschossen in ihrem Rollstuhl aufgefunden wird, ist für Kommissar Thiel der Fall klar: Harald Götz ist dringend tatverdächtig. Zumal Nachbarn beobachtet hatten, wie er fluchtartig das Haus verließ. Abends verschafft sich Götz Zugang zu Prof. Boernes Feierstunde im Nobelrestaurant und ein gefährlicher Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Jetzt benötigt Prof. Boerne die Unterstützung von Kommissar Thiel – mehr als jemals zuvor…

[Quelle: WDR]


Gastdarsteller:

  • Peter Jordan
  • Oda Thormeyer
  • Claudia Eisinger
  • Siemen Rühaak
  • Michael Prelle
  • Nagmeh Alaei

ARD-XL-Trailer

Trailer von ORF2

Trailer von ONE (ehemals einsfestival)

Fanseiten-Teaser:

Da es lange keinen offiziellen Trailer zum neuen Tatort gab, haben wir uns selbst einen gebastelt… Schuld sind die genialen Pressefotos, die der WDR veröffentlicht hat. Und ja, wir sind böse. Aber mal ernsthaft… was sind das für Bilder?? DRAMA! 😮

Disclaimer:
Natürlich hat der Clip mit dem wirklichen Film nichts zu tun! Bitte dahingehend auch den Abspann des Videos beachten. Vielen Dank.
Zu Risiken und Nebenwirkungen… ihr kennt den Text 😛

Und hier noch ein tolles Fanvideo auf Vimeo (made by Cornchrunchie):



Baggi meint:
Mit Feierstunde hat Lars Jessen seinen zweiten Tatort aus Münster abgeliefert – und wie auch schon (die von mir heiß geliebte Folge) Die chinesische Prinzessin ist dieser Tatort anders: ernster. Spannender. Dramatischer. Und doch SO Münster.
Hut ab vor dem Drehbuch von Elke Schuch, das mich bis auf eine Szene am Ende wirklich sehr sehr begeistert hat. Die Figurenzeichnung ist eine der besten der letzten Jahre!

Thiel ist so, wie wir ihn aus früheren, guten Folgen kennen: etwas brummelig aber mit Herz, hartnäckig, mit scharfem Verstand und mit ganz viel Bauchgefühl. Er gefiel mir ausgezeichnet in dieser Folge, die Figur war auf den Punkt. Besonders auch die Freundschaft, die ihn mit Boerne verbindet (obwohl er sie ja niemals zugeben würde), wurde immer offensichtlicher, je mehr sich die Lage zuspitze. Toll umgesetzt von allen Beteiligten!
Seine Assistentin Nadeshda hatte ebenfalls schöne Szenen, war selbständig und wichtig, um die Handlung voranzutreiben, schlagfertig und clever, so wie wir sie mögen.
Boerne: wie ich ihn liebe. Anders kann man es nicht sagen. Zuerst wirkt (ich betone das Wort wirkt) er wieder einmal ausschließlich arrogant und selbstgefällig und unmöglich. Wie immer eigentlich, und ein Stück weit ist er das auch. Aber eben nur ein Stück weit – gemeinsam mit dem Zuschauer erkennt vor allem Silke Haller, dass viel mehr hinter Boernes prestigeträchtigem Mumienforschungsprojekt steckt, als sie geahnt hat.
War sie anfangs noch extrem erbost über seine augenscheinlich völlig oberflächlichen Motive, muss sie einsehen, dass sie ihm Unrecht getan hat; und Silke Haller wäre nicht Silke Haller, wenn sie sich nicht gleich ein Herz fassen und ihn bei seiner Feierstunde aufsuchen würde, um ihren Fehler wieder gutzumachen.
Es ist wohl kein Geheimnis, wenn ich hier verrate, dass sie sich damit in eine lebensbedrohliche Situation katapultiert, was ihr Vorgesetzter, trotz einiger verzweifelter Versuche, nicht verhindern kann.

Wie der schwer angeschlagene Boerne und seine Alberich in dieser Folge miteinander umgehen, wie gerade die kleine Frau in der dramatischen Lage, in der sie sich plötzlich wiederfindet, immer wieder unglaubliche Größe zeigt, während alle anderen Gäste feige kuschen… es ist phänomenal. ChrisTine Urspruch und Jan spielen das ganz wunderbar, die Besorgnis und Verbundenheit, die in diesen Szenen durchschimmert, hat mich begeistert. Ich will nur noch solche Folgen sehen und NIE wieder ein ad absurdum geführtes Verhältnis zwischen den beiden, wie es Cantz und Hinter uns Zuschauern beispielsweise in Erkläre Chimäre zugemutet haben.

Lediglich die Staatsanwältin und Vaddern kommen in dieser Episode vielleicht etwas zu kurz. Aber man kann einfach nicht allen Rollen die gleiche Aufmerksamkeit schenken, ich konnte gut damit leben. Sie sind liebenswert wie immer und fehlen nicht, das ist die Hauptsache.
Umso eindrucksvoller dagegen agieren neben unseren Münsteraner Lieblingen die Gastdarsteller. Allen voran Peter Jordan, dem man seine emotionale Extremsituation absolut abkauft, und Oda Thormeyer, die die Psychologin Dr. Adam dermaßen intensiv spielt, dass man sie so bald nicht vergessen wird.

Fazit: dieser Tatort hat es in sich, besonders auf Teamebene. Was das Zusammenspiel der Hauptcharaktere und den Zusammenhalt untereinander angeht, einer der allerbesten für mich, ganz klar. (Edit: jetzt, mit etwas mehr Abstand, würde ich sogar so weit gehen, zu sagen: nicht einer, sondern der allerbeste)

Eine Szene gegen Ende fand ich allerdings extrem seltsam, unnötig und sogar störend – das war für mich ein richtiger Bruch, der rein gar nicht zum Rest der Folge passt.
Ich hätte mir ehrlich gewünscht, dass man diese Filmminuten für etwas anderes genutzt hätte. Zum Beispiel, um dem Team nach diesen dramatischen Ereignissen noch etwas mehr Zeit miteinander zu geben.
Aber naja, vielleicht sehe auch nur ich das so, dass Zeit verschwendet wurde für etwas Surreales, das in meinen Augen überhaupt nicht funktioniert. Ich würde mich nach Ausstrahlung des Tatorts sehr dafür interessieren, wie andere Zuschauer diese Szene empfunden haben.


Links:



Autor: Baggi

Yesterday is history, tomorrow a mystery. But today is a gift, that's why it's called the 'present'. (Bil Keane)

30 Kommentare zu “Tatort – ‚Feierstunde‘ (2016)

  1. Tolle Rezension.

    Ich würde gerne einiges schreiben, aber damit sollte ich warten, bis der Tatort im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Nur schon einmal ein bisschen was: Ich finde die Folge sehr sehr stark, für mich definitiv eine der stärksten bisher. Schon der Anfang ist für mich der Hammer.

    Die Darsteller agieren hervorragend, Oda Thormeyer finde ich ganz toll.

    Die Silke/Boerne-Szenen, wie die beiden miteinander agieren, das gefällt mir sehr. Mehr dazu in Kürze.

    Zwei Thiel/Boerne-Szenen (die eine davon ist ganz kurz) finde ich SEHR berührend, die eine so sehr, dass mir die Tränen gekommen sind, was ein Tatort nicht soo oft bei mir schafft. 😉

    Ich bin recht begeistert von „Feierstunde”, wie man merkt.

    • Ja, ich denke, ich weiß, welche T/B-Szenen du meinst, und das war, was ich meine, wenn ich schreibe: die Freundschaft (und damit verbunden die SORGEN, die Thiel sich macht) sieht man unfassbar gut an diesen kleinen Stellen. Das haben Drehbuch, Regie und Darsteller toll umgesetzt!

      Ich denke, wir sehen die Folge sehr sehr ähnlich und bitte tu‘ mir doch den Gefallen und lass uns noch etwas drüber reden, wenn der Film ausgestrahlt wurde und wir in dem Moment nicht mehr spoilern. Wäre das was für dich? 🙂

  2. „Ich denke, wir sehen die Folge sehr sehr ähnlich und bitte tu‘ mir doch den Gefallen und lass uns noch etwas drüber reden, wenn der Film ausgestrahlt wurde und wir in dem Moment nicht mehr spoilern. Wäre das was für dich?🙂”
    Ja, sehr gerne! 🙂 Möchte auch auf keinen Fall jemandem irgendwie die Vorfreude nehmen. Freu mich schon auf den 25.9.

    • „Freu mich schon auf den 25.9.“ -> Ich mich auch! Den Film muss ich mir unbedingt noch ein zweites Mal ganz in Ruhe ansehen, da gibt es viele viele Stellen, die ich mit Argusaugen und Spannung noch einmal genießen will. 😀
      Wir hören voneinander! 😀

  3. Hallo,

    habe auch noch einen Bericht mit Bildern von der Premiere gefunden. Vielleicht ist es ja was für euch.

    Hier der Link: http://www1.wdr.de/unternehmen/der-wdr/unternehmen/tatort-muenster-feierstunde-102.html

    Liebe Grüße
    Anja

  4. Hallo,
    ich hätte evtl. noch einen Bericht mit Bildern von der Premiere gefunden. Vielleicht ist es ja was für euch.

    Hier der Link: https://www.uni-muenster.de/news/view.php?cmdid=8478

    Liebe Grüße
    Anja

  5. Hallo,

    Hier endlich wieder ein Trailer. Habe lange danach suchen müssen!

    SPOILER!!!!!!!!
    http://one.ard.de/mediathek/player.jsp?vid=675578

    Gruß
    Anja

    • Süße, das hat mit lange Suchen nix zu tun, der ist vorhin erst gekommen. Ich habe heute morgen sicher schon 15x in die Mediathek dort geschaut, er ist halt jetzt grad erst drin 😀

  6. Dann bin ich ja nicht die einzige die hier sitzt und nichts findet. Dauert diesmal irgendwie länger bis was kommt, oder meine ich das nur?

    • Wie ich das so beobachtet habe: Anfang der Woche kamen in den letzten Jahren immer die kleinen Trailer der kleineren Sender. Der XL der ARD meist erst ab Mitte der Woche. Manchmal hat die ARD auch noch nen kleinen irgendwo im Programm versteckt, den man dann auf youtube findet oder so… aber das passt insgesamt schon, meine ich.
      Die Schweiz fehlt noch, die hatten auch immer einen. Hab aber noch nichts gesehen da. ARD kommt spätestens am 23., ich hoffe schon eher.

  7. Hallo,

    möchtet ihr noch weitere Kritiken zum Tatort haben?

    Liebe Grüße
    Anja

    • Huhuu Anja! Ich habs noch nicht geschafft, alle Texte der letzten Tage zu verlinken. Und einige fand auch ehrlich gesagt nicht wert, verlinkt zu werden. 😉 Aber wenn du was hast, das dir gut gefällt, immer her damit! 😀

    • ‚Boerne soll dran glauben‘ ist oben schon seit gestern verlinkt. Wenn auch ohne Bilderstrecke, weil Stuttgart den Text zuerst gebracht hat.
      T-Online mach ich noch.
      Mit dem Tatort-Blog (und vor allem deren Ansichten über die Zuschauer der Münsteraner) stehe ich persönlich extrem auf Kriegsfuß. Was sie sich beim letzten Mal für Aussagen geleistet haben, war unterirdisch. Und auch dieser letzte Satz (über die Quote) ist wieder eine versteckte Klatsche gegen alle, die es wagen, die T/B-Folgen der letzten Jahre gut zu finden.
      Mögen sie gern schreiben, was sie wollen. Ich teile es nur nicht.

  8. Danke das ist lieb 🙂

    hier evtl. noch eine Kritik, die für MICH gut klingt:

    http://www.merkur.de/tv/tatort-muenster-2016-feierstunde-jan-josef-liefers-axel-prahl-zr-6767582.html

    Also die andere Kritik die ich eben gelesen habe, ist echt so eine Katastrophe (Spiegel online) Hoffe du liest sie nicht, bzw, hast sie noch nicht gelesen (nur so am Rande)

    • „Boerne und Thiel erscheinen herzloser denn je“ -> ich würde mal sagen, der Mann hat eine andere Folge gesehen als wir.

      Das was der Merkur bringt, ist dagegen auf den Punkt. Genial. Ich setze es gleich oben rein. Danke dir!! 😀

  9. „Boerne und Thiel erscheinen herzloser denn je“ -> ich würde mal sagen, der Mann hat eine andere Folge gesehen als wir.
    -> Das war auch mein erster Gedanke. Über diesen Satz habe ich mich besonders geärgert. So unpassend.

    Gerne!

  10. „Boerne und Thiel erscheinen herzloser denn je“ – So ein Schwachsinn. Habe einen Teil der Kritik gelesen, musste aber vor Wut abbrechen. 😉
    Die Kritik von Merkur ist klasse.
    Nur noch zweimal schlafen, juhuu.

  11. Feierstunde, die dritte…ich bin fasziniert von diesem Tatort! Ich denke, dass hier ein kleines Denkmal geschaffen wurde. Wunderbar von Herrn Jessen in Szene gesetzt und grandios durch alle Beteiligten umgesetzt, besonders von Jan und ChrisTine! Werde mir diesen Tatort heute Abend also das vierte Mal anschauen.

    • Also bei diesem Tatort werden sicher so einige zum Wiederholungstäter, so wie du. Ich weiß, ich habe es schon zigmal geschrieben, aber es ist einfach so: die Folge war genial. Ich liebe sie.

  12. Man kann übrigens bei den Jupiter Awards für diesen Tatort abstimmen.

  13. Da schwimme ich gegen den Strom. Für mich einer der schwächsten Münsteraner. Die Handlung ist OK. Der Rest bleibt an der Oberfläche. Meins ist er nicht.

  14. Ich habe mir diese Folge noch einmal angeschaut. Es wird sicherlich nie meine Lieblingsfolge werden, aber ich habe Aspekte entdeckt, die mir beim ersten Mal nicht aufgefallen sind. Ich finde noch nicht mal Alberich sonderlich beeindruckend. Sie ist sie selbst, wie immer. Loyal und ehrlich. Thiel fand ich gelungener. Für mich der wirkliche Freund. Wobei ich sagen muss, dass die Folge von Peter Jordan getragen wird. Kein Thiel, kein Boerne, keine Alberich und auch keine Nadeshda (die hier mal etwas mehr Raum hat) kommen da ran. Er bringt den Professor Goetz glaubwürdig und nicht unsympathisch rüber. Ich habe ganz oft viel mehr Sympathie für ihn als für Boerne empfunden, der sich zwar für Alberich eingesetzt hat, dem aber das Leid eine anderen Menschen, der Frau von Professor Goetz, vollkommen egal war, der wirklich – wie Alberich sagte – ein kleines Herz hat in dieser Folge. Auch zum Schluss, als Boerne Goetz noch einmal sieht und dieser sagt: „So wichtig war mir ihre Aufmerksamkeit eigentlich auch nicht.“ bleibt die Sympathie bei Goetz. Mich hat Peter Jordan absolut überzeugt. Niemand wird wirklich glauben, dass Boerne ein besserer Mensch wird – was wir im Endeffekt auch alle nicht wollen.

  15. Für mich ein Highlight. Münster mal wieder anders. Es geht ohne plumpe Komik und mit Spannung. Ich mag intensive Kammerspiele und vor allen Dingen mag ich es, wenn man nicht klar guter Mensch, böser Mensch abgrenzen kann. Das ist hier der Fall. Wer ist wirklich der böse, bzw. der schlechtere Mensch? Mit wem kann man sich mehr identifizieren? Es wurde auf den Punkt getroffen. Münster gefällt mir immer dann besonders gut, wenn auch die Akteure hinter Thiel und Boerne starke Auftritte haben. Das ist den Autoren sehr gute gelungen. Ein Lob auch an die Darsteller des Goetz und der Psychologin. Wunderbare Arbeit.

    Ich zitiere mal Baggi: „Ich hätte mir ehrlich gewünscht, dass man diese Filmminuten für etwas anderes genutzt hätte. Zum Beispiel, um dem Team nach diesen dramatischen Ereignissen noch etwas mehr Zeit miteinander zu geben.“

    Das ist auch für mich das Manko in dieser Folge gewesen. Man kann nicht alles haben. Eine gelungene Folge.

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