Jan Josef Liefers

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Flug des Falken (1985)

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Inhalt

flug-des-falken-8Frei, endlich frei! Der 18-jährige Friedrich Engels (Dirk Wäger) aus Wuppertal betritt den Boden der Freien Reichs- und Hansestadt Bremen, um nach dem Willen seines Vaters Kaufmann im Handelshaus Leupold zu werden. Dort arbeitet er mit Leupolds Sohn Karl (Jan Josef Liefers) zusammen. Die beiden werden Freunde. 1838 – Deutschland stöhnt unter Metternichs Joch, aber in Bremen ist alles anders – das Tor nach Amerika gibt sich tolerant und weltoffen. Ein sorgenfreies Leben liegt vor Engels, doch seine Wahrheits- und Gerechtigkeitsliebe stürzen ihn in Gefahren und innere Konflikte. Er beginnt, unter dem Pseudonym „Oswald“ Gedichte und politische Reportagen zu verfassen. Diese werden von Karl an verschiedene Zeitungen verkauft.  Engels verliebt sich in die Schwester seines Verlegers, in die Pianistin Magdalena (Klara Jirsaková). Er wird mehr und mehr zum Verfechter einer demokratischen Volksrevolution und zieht in die Preußische Hauptstadt Berlin…

Der Film beruht auf der Buchvorlage „Schau auf die Erde“ von Walter Baumert. Ein Mensch wächst ins Leben, ein Mensch, mit dem man lachen und weinen, zweifeln und hoffen kann. Der wohlbehütete Fabrikantensohn, mit überdurchschnittlicher Intelligenz begabt und von großem Gerechtigkeitsempfinden erfüllt, wird zwischen der Zuneigung zu den Eltern, der Liebe zu Gott und der Armut und Ungerechtigkeit in der nächsten Umwelt hin und her gerissen. Seine Versuche, sich aufzulehnen, bringen ihn oft in Bedrängnis und führen zur harten Entscheidung des Vaters, dass er Kaufmann zu werden habe. Nebenbei bildet er sich, sucht er Gleichgesinnte, streitet Nächte hindurch, schreibt Gedichte und liebt – das Arbeitermädchen Agnes, die todkranke Pianistin Magdalena, die wenig ältere Susanne, die kapriziöse Jane, dann lernt er Mary Burns kennen.
Ein junger Mensch in seinem Widerspruch, in seiner Entwicklung wird dargestellt: Friedrich Engels. Die „gute alte Zeit“ um 1830 war keineswegs eine beschauliche Epoche. Auch wenn der preußische Obrigkeitsstaat für Friedhofsruhe gesorgt zu haben scheint, gärt es in deutschen Landen. In dieser Zeit des Vormärz wächst der junge Engels heran, Sohn eines Wuppertaler Textilfabrikanten. Schon früh stößt Friedrich auf den Gegensatz von industriellem Aufschwung und dem Elend der arbeitenden Menschen. Schritt für Schritt löst er sich aus der beengten Umgebung des Elternhauses. Begegnungen mit immer neuen Menschen geben Friedrich neue Anstöße, die Halbheiten manches Vorbildes reizen zum Widerspruch, das Unrecht zur Rebellion.
Das Buch erschien 1981 sowohl in der DDR als auch in der BRD und erreichte eine Gesamtauflage von 250 000 Büchern. Nach dem Buch entstand 1985 der 4-teilige Film für das DDR-Fernsehen der DDR „Flug des Falken“.


Daniela meint:
Wieder so ein altes Schätzchen, von dessen Existenz ich vorher gar nichts wusste. Schön, dass solche Filme noch einmal aufgelegt werden. Man hätte sie sonst vielleicht nie zu Gesicht bekommen und das wäre wirklich schade. Es dürfte sich hierbei um eine der ersten Filmrollen von Jan handeln. Laut seinen eigenen Angaben war er da gerade im 3. Semester auf der Schauspielschule. Wider Erwarten war es auch kein Cameo-Auftritt. Im Gegenteil im ersten Teil dieser Mini-Filmserie spielt er Karl, genannt „Karlchen“, den Sohn des Kaufmanns Leupold, bei dem Friedrich Engels in die Lehre geht. Zwischen ihnen entwickelt sich eine Freundschaft und die beiden genießen das Leben in vollen Zügen. Ihre ausschweifenden Abende mit Wein und Weib finanzieren sie, indem Karl die von Engels verfassten Gedichte an verschiedene Zeitungen verkauft. Irgendwann wird es Vater Leupold zu viel und er schickt Karl in den hohen Norden. Die Freunde verabschieden sich.

Das Leben Friedrich Engels ist unaufdringlich erzählt und mit wenig Pathos versehen, darum lässt sich der Film sehr gut anschauen. Wunderschöne Kostüme und ein ganz junger Jan Josef Liefers, der den wohlbehüteten Kaufmannssohn überzeugend spielt.

boerneFür Liefers- und insbesondere Tatort Münster-Fans gibt es noch einige besondere Schmankerl. Friedrich Engels ist begeistert von den Werken Ludwig Börnes. So führen seine Aussagen zu Börne, wenn man sie im speziellen Tatort Münster-Kontext sieht, doch zu einer gewissen Situationskomik (bei allem nötigen Respekt für den Film und das Schaffen von Ludwig Börne!!!).

Zitate im Film:
Friedrich Engels: „Ich glaube, es würde Gott gefallen, dass es Männer wie Börne gibt.“ *snicker*

Engels ist bei einem Buchhändler auf der Suche nach weiteren Werken von Börne. Engels: „Haben Sie auch Börnes letztes Buch?“ – Der Buchhändler antwortet: „Mein lieber Freund, das Buch ist Dynamit. Schon auf seinen Besitz steht Gefängnis.“ *lol*


Links

Filmcredits bei filmportal.de
Buchvorlage: „Schau auf die Erde“ von Walter Baumert


Bilder

Autor: Mara_Thoni

"Life begins at the end of your comfort zone."

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