Jan Josef Liefers

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Lesen für den guten Zweck…

plakatEine ganz besondere Veranstaltung fand am 10.11.2016 im Foyer der Corcordia Versicherung in Hannover statt: Jan Josef Liefers las aus seiner Autobiografie „Soundtrack meiner Kindheit“. Gut eineinhalb Stunden gab es Vergnügliches, Nachdenkliches und Interessantes aus der Kindheit und Jugend des beliebten Schauspielers zu hören.

Das Publikum bekam einen humorvollen Einblick in das reale Leben in der DDR. Und wie zu erwarten, wurden die Anekdoten durch schallendes Gelächter des Publikums begleitet. Treffend sagte der Autor am Ende des Abends: „Ich trauere der DDR nicht nach, aber es ist doch gut, dass wir uns heute darüber amüsieren können.“

Im Anschluss an die Lesung gab es ausreichend Gelegenheit für Gespräche, Autogramme, Selfies und zum Signieren des Buches.

Einmal jährlich lädt die Concordia-Stiftung prominente Gäste ein, um mit dem Erlös Projekte im Bereich Mensch, Natur und Gemeinschaft zu unterstützen. Die Einnahmen dieser Lesung erhielt die Schmerzforschung an der Medizinischen Hochschule Hannover.


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Gastbeitrag: Soundtrack meiner Kindheit – Buchrezension

Ein Gastbeitrag von Anne. Vielen Dank dafür!

Prolog

JJLSeit ich begonnen hatte das Buch „Soundtrack meiner Kindheit“ zu lesen, wurde ich von Verwandten und Freunden immer und immer wieder gefragt: „Warum interessiert dich denn dieses Buch? Du bist doch gar nicht mehr zu DDR–Zeiten geboren. Das sagt dir doch heute gar nichts mehr!“

Der zweite Satz ist wohl unumstritten, denn ich wurde 1991 in Leipzig geboren. Der Dritte hingegen stimmt so nicht. Ich mag kein Zeitzeuge sein und ich bilde mir auch nicht ein, ich könnte anderen die DDR erklären, doch ich gehe nicht mit einem Tunnelblick durchs Leben und interessiere mich für die Vergangenheit meiner Eltern und Großeltern. Ich möchte wissen, wie sie groß geworden sind und was sie bewegt hat. Ich frage mich auch, warum dieses Thema in meinem Geschichtsunterricht zu großen Teilen ausgespart wurde. Weiterlesen


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Soundtrack meiner Kindheit – Buchrezension

soundtrack meiner kindheit coverEin Wort vorneweg…

Jemand wie ich, die im tiefsten Südwesten Deutschlands verwurzelt ist und aus einer Generation stammt, die ein geteiltes Land nur noch aus dem Geschichtsunterricht kennt, gehört nicht unbedingt zu der Sorte Zielpublikum, die sehr viele Berührungspunkte mit der Zeit der DDR hat. Was ich mit diesen drei Buchstaben verknüpfte, waren vor allem endlose Vorträge über Politik und ein allzu vereinfachtes Schwarz-weiß-Denken, das sich schwer revidieren ließ. Ich machte mir später keine großen Gedanken mehr darüber. Weiterlesen


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Zwischendurch gelesen: Im Land der letzten Dinge

(Originaltitel: In the Country of Last Things)

 „Dies sind die letzten Dinge… Eins nach dem anderen verschwinden sie und kommen nie zurück. Ich kann dir erzählen von denen, die ich gesehen habe, von denen, die es nicht mehr gibt, doch wird kaum Zeit dafür sein.“

Im Land der letzten Dinge, Paul Auster

(Epigraph in Soundtrack meiner Kindheit, Jan Josef Liefers)

Meine folgenden Ausführungen haben eigentlich wenig mit Jan Josef Liefers zu tun – aber irgendwie doch schon. Bin ich doch durch die Lektüre seines Buches Soundtrack meiner Kindheit neugierig auf den Roman von Paul Auster geworden. Zuerst dachte ich: „Ok, wieder so ein Endzeit-Roman“, wie ich schon viele zu lesen verdrängt habe, weil mich grausame Zukunftsvisionen immer eher abschrecken.

Schließlich habe ich mich doch dazu entschlossen, einen Blick reinzuwerfen, denn 199 Seiten kamen mir machbar vor. (Anmerkung an Jan: Mein Exemplar ist auch antiquarisch, total hässlich, vergilbt und als deutsche Erstauflage längst in die Jahre gekommen, aber ich habe es käuflich erworben. Internet sei Dank! Gut, die Sache mit dem Kleingeld für ä Schälchen Heeßen ist heute für uns ohne Alu-Chips auch eine andere.  ;-) Der unbekannte Buchhändler hat das Buch sicher nicht einmal vermisst.)

Aber lasst mich nun ein paar Worte zum Inhalt des Romans verlieren:

Anna Blume, eine junge Frau jüdischer Herkunft, gelangt auf der Suche nach ihrem verschollenen Bruder William, der als Journalist arbeitet, in eine im Roman nicht genauer bezeichnete, aber dem Untergang geweihte Großstadt. Sie schreibt ihre Erlebnisse in Form eines Briefes an einen Freund auf. Ihre Aufzeichnungen beschreiben ein Szenario voller Grausamkeiten, den Überlebenskampf der Bewohner, die Gefahren bei der täglichen Beschaffung der Lebensnotwendigkeiten. Man fühlt sich fast in die Zeit des Mittelalters zurückversetzt, wo das Recht des Stärkeren herrscht, Menschen auf offener Straße Raub, Mord, Seuchen und Angst ausgesetzt sind. Die medizinische Versorgung ist vollständig zusammengebrochen, Arbeit gibt es keine und eine funktionierende Regierung existiert nicht mehr.

Einzige Aufgabe der übermächtigen Polizei ist es, die Menschen zu demütigen und an der Flucht aus der Stadt zu hindern, die jedoch kaum mehr möglich ist, da inzwischen keine festen Straßen mehr vorhanden sind, private Pkw fast völlig verschwunden sind, der Hafen zerstört ist und Flughäfen nicht mehr existieren. Überall herrscht Verfall und Zerstörung. Die Menschheit stumpft in ihrer Not völlig ab. Viele resignieren und schließen sich einer der vielen wie Pilze aus dem Boden schießenden Sekten an, um möglichst schnell und effektiv einen Weg in den Tod zu finden.

Einzige Möglichkeiten, sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen, sind das Plündern und die Suche nach Verwertbarem, um es an einen Aufkäufer zu veräußern. Neue Waren gibt es nicht mehr, alles wird irgendwie wieder zu Brauchbarem verarbeitet. Leichen liegen nicht lange auf der Straße, denn zur Energiegewinnung müssen sie per Gesetz der Verbrennung zugeführt werden. Bestattungen sind unter Strafe verboten. Auch die obdachlose Anna ist gezwungen,  sich mit der Suche nach Verwertbarem ihren Lebensunterhalt zusammen zu sammeln.

Auf einem ihrer Streifzüge durch die Stadt rettet sie einer älteren Frau das Leben. Aus Dankbarkeit nimmt Isabel sie mit in ihre enge Behausung. Anna lernt bei ihr viele wichtige Dinge, die ihr das Überleben sichern. Als aber die schwerkranke Isabel stirbt, wird Anna durch ein Überfallkommando aus der Wohnung vertrieben und steht wieder auf der Straße.

Auf der Flucht vor der Polizei gerät sie in die baufällige Nationalbibliothek, in der sie dann endlich zufällig auf den Nachfolger ihres Bruders, Samuel Farr, trifft. Aus der anfänglichen Zweckgemeinschaft zwischen Anna und Sam entwickelt sich tiefe Liebe, die jedoch bald ein jähes Ende erfährt, da die inzwischen schwangere Anna auf der Suche nach ein paar neuen Schuhen einem Betrüger aufsitzt, der sie unter einem Vorwand in ein Menschenschlachthaus lockt. In letzter Sekunde gelingt es ihr, durch einen Sprung aus dem Fenster zu fliehen. Dabei wird sie schwer verletzt und verliert das Kind.

Als sie aufwacht, befindet sie sich bei der wohlhabenden Familie Woburne, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Not der Obdachlosen wenigstens etwas zu lindern, indem sie streng nach Warteliste Menschen für ein paar Tage ein Bett und Essen gibt, um sie dann wieder auf die Straße zu setzen, damit ein anderer den Platz bekommt. Diese Hilfe schadet mehr als dass sie nützt, denn unter den hungernden und frierenden Menschen entlädt sich Missgunst und Gewalt, weil jeder einmal in den Genuss eines Aufenthalts im Woburne-Haus kommen möchte. Anna wird dort gesund gepflegt und erhält Arbeit im Haus. Da inzwischen die Nationalbibliothek abgebrannt ist, verlieren sich Sam und Anna aus den Augen…

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Ich finde den Roman sehr zweigeteilt. Bis zur Mitte des Buches gibt es kaum erkennbare Schilderungen von Emotionen. Das Leben besteht nur aus Hass, Gewalt, Not, Zerstörung, unberechenbaren Wetterumschwüngen und Tristesse. Erst als Isabel und später Sam in der Handlung auftauchen, gibt es sowas wie (Mit-)Gefühl und die Wahrnehmung von Emotionen.

Meine Meinung bleibt: Aus mir wird wohl nie wirklich ein Fan von Zukunftshorrorszenarien. Dieser Ausflug in die Sience-Fiction-Welt entsprang tatsächlich nur der Neugier. Auch wenn ich als Kind der DDR den einen oder anderen Einblick in eine Mangelwirtschaft werfen musste, in der eine „entwickelte sozialistische Gesellschaft“ mit ihrer zerstörten Bausubstanz und einer Politik „zum Wohle der Menschen“ eher Wunschtraum der Regierung als Realität war, finde ich die Handlung des Buches sehr überspitzt. Obwohl es schon stimmt, dass die DDR auch so etwas wie ein Land der letzten Dinge war – ansatzweise zumindest. Aber wer weiß schon, wie die Welt in 200 Jahren aussieht…


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Gastbeitrag: Leuchte, mein Stern, leuchte (1969)

Ein Gastbeitrag von Anne. Vielen Dank dafür!

Es ist schon eine Weile her, dass ich mir Jan Josef Liefers Hörbuch „Soundtrack meiner Kindheit“ anhörte. Es gab jedoch etwas, dass ich mir danach fest vornahm. Ich wollte einmal den russischen Film „Leuchte, mein Stern, leuchte“ sehen. „Warum?“, fragen sich jetzt sicher viele. Das möchte ich kurz erklären.

Es gibt einen Abschnitt im Hörbuch, in dem Jan verschiedene Filme nennt, die er früher in Dresdens Rundkino sah und die seine „Leidenschaft für bewegte Bilder“ weckten. Er zählte einige bekannte und weniger bekannte Werke auf und meinte schließlich:

„Nach dem Film „Leuchte, mein Stern, leuchte“ von Alexandr Mitta, beschloss ich im Dunkel des Zuschauerraums Schauspieler zu werden.“

Danach umriss er kurz die Handlung und nannte die Filmstelle, die ihn am meisten beeindruckte.

Was für eine originelle Idee für einen Film! Das kannte ich so noch nicht, dachte ich. Zudem war ich neugierig! Was ist das für ein Film, der uns so einen tollen Schauspieler beschert hat? Er muss ja sehr gut sein.
Nun habe ich ihn gesehen und ich wurde nicht enttäuscht. Aber lest selbst:

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