Jan Josef Liefers

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Soundtrack meines Lebens (2014)

Inhalt:

Soundtrack meines Lebens klein neu

[Bild: MDR]

August 1964. Jan Josef Liefers wird in Dresden geboren. 50 Jahre, ein halbes Jahrhundert später begeben wir uns mit ihm auf eine musikalische Reise mit Blick zurück. Dem Blick eines erfolgreichen und beliebten Schauspielers, der eigentlich immer nur eines werden wollte: Gitarrengott. Für den MDR erzählt er erstmals die Geschichte seiner großen Liebe: der Musik. Und er begibt sich auf die Spuren seiner Erinnerungen – musikalische Erinnerungen an die DDR.

Der „Soundtrack meines Lebens“ führt ihn an die Orte seiner Kindheit und Jugend, seines Erwachsenwerdens und -seins. Dresden, Döbeln und Berlin sind Stationen einer Reise auf der Jan Josef Liefers Erinnerungen sortiert und reflektiert. Auf seinem Streifzug macht er regelmäßig Halt. Halt unter anderem in der Prager Straße, wo er aufwuchs. Dort trifft er einen Bewohner, der, wie Jan damals mit seiner Mutter, in einer 1,5 Zimmerwohnung lebt.

Im „Soundtrack meines Lebens“ gibt es – wie es sich für einen gut temperierten Soundtrack gehört – laute aber auch leise Augenblicke. Eher ruhig wird es, wenn Jan Josef Liefers in Döbeln das Haus seiner Großeltern aufsucht und über die erst späte Annäherung zu seinem Vater spricht, über seine Kindheit und über sein erstes Mal.

„Jan Josef Liefers – Soundtrack meines Lebens“ ist ein sehr persönliches Bekenntnis zum Aufwachsen im sozialistischen Alltag. Amüsant, uneitel, durchaus mit Zwischentönen und einem Augenzwinkern projiziert Jan auf seine ganz eigene Leinwand ein Land, dessen Musiker, vor allem deren Alltag und Konflikte mit dem Regime in Vergessenheit zu geraten drohen. Eine besondere Begegnung vor diesem Hintergrund ist die mit Stephan Trepte, dem Sänger der Dresdner Band „Electra“. In einem holzvertäfelten Kaminzimmer in der Mitte Berlins wird DDR Rockgeschichte lebendig.

Dass Musik sich nicht an Grenzen hält, nicht eingesperrt werden kann, wird Jan einmal mehr deutlich, als er aus alten Stasi Akten vorliest. Verhöre von jungen Menschen, die einfach nur Musik hören wollten. Jan trifft auch Reinhard Mey, „wegen dem ich überhaupt erst begonnen habe, Gitarre zu spielen“. Sie finden Parallelen zwischen dem Schlager im Osten und Westen, erinnern an die Sehnsucht in den Texten nach exotischen Orten.

Mit seiner Band Radio Doria tourt Jan seit 2006 durch die Republik und gibt neben eigenen Songs auch solche der Idole seiner Jugend zum Besten. Diese Auseinandersetzung mit Musik ist ebenfalls ein Teil der Dokumentation – begleitet von bunten Schnipseln aus Fotografien und Super-8-Aufnahmen, unter anderem aus Jan Josef Liefers privatem Archiv.

[Quelle: MDR]


Video


Manu meint

Als ich hörte, es wird zum 25. Jahrestag der Grenzöffnung zwischen Ost und West einen Film über das bisherige Leben von Jan Josef Liefers geben, hatte ich erst einmal ein ungutes Gefühl. Zu schnell läuft man doch Gefahr, dass ein solcher Streifen in Beweihräucherung ausartet und eine Beschreibung der DDR zum Klischee verkommt. „Soundtrack meines Lebens“, ok, der Titel lehnte sich schon mal an das autobiografische Buch an, das ich inzwischen bereits mehrfach gelesen und als Hörbuch genossen habe.

Ganz entgegen meiner Erwartungen waren nach den ersten Minuten des Films all meine Zweifel wie weggeblasen. Mir begegnete ein so natürlicher Jan Josef, der ehrlich, humorvoll und ganz ohne Selbstdarstellung, die Orte seiner Kindheit, Jugend und des frühen Erwachsenseins für den Zuschauer anschaulich macht. Auch die Darstellung der DDR, wie sie wirklich für jeden Einzelnen war, der in ihr lebte, ist durch und durch gelungen.

Als 1967 Geborene habe ich die knappe Hälfte meines Lebens im Arbeiter- und Bauernstaat verbracht und kann mich nur zu gut an meine Schulzeit, Berufsausbildung und das Erwachsenwerden mit all seinen Schwierigkeiten auf der „anderen Seite des Zauns“ erinnern. Auch ich habe mich damals nicht für Musik ‚made in GDR‘ interessiert und viele Stücke sind mir das erste Mal überhaupt erst im Programm „Soundtrack meiner Kindheit“ begegnet. Für manche davon eigentlich sehr schade. Niemals möchte ich ein Zurück, aber trotzdem gibt es auch sehr viele schöne Erinnerungen. Wir haben eben das Beste daraus gemacht. Viele, die diesen Film gesehen haben, werden mir Recht geben, denn genau so war es!

Besser hätte man eine Dokumentation über das Leben eines so sympathischen Menschen nicht machen können. Vielen Dank und Hut ab!


Links:


Ein Kommentar

Konzertbericht von Maxi Konang – Dresden 1.6.2012

Bericht:
Maxi Konang

Fotos:
Maxi Konang (Live-Bilder)
Pressematerial (Textullustration)


Heimspiel ohne Ostalgie, aber mit ganz vielen Erinnerungen…

Als ich 16 Jahre alt war, kaufte ich mir vom Taschengeld eine Single namens „Jacks Baby“. Sie war der Titelsong zu einem gleichnamigen Film, der auf Sat.1 ausgestrahlt wurde und auf den ich schon durch die Vorschau aufmerksam wurde. Der Hauptdarsteller Jan Josef Liefers war mir als Schauspieler aus „Knockin‘ on Heavens Door“ bereits bekannt. Er sang den Song „Jacks Baby“ auch während des Films, den ich mir extra auf VHS aufnahm, und von da an war Liefers für mich immer ein Schauspieler, der definitiv auch singen konnte. 13 Jahre später sollte es dazu kommen, dass er meine Single signiert.

Am 1. Juni 2012 machte ich mich auf den Weg nach Dresden, da Jan Josef Liefers mit seiner Band Oblivion das Publikum einen Abend lang durch den „Soundtrack seiner Kindheit“ führen sollte. Mir war das Programm nicht unbekannt, kannte ich doch das gleichnamige Buch von Liefers und TV-Ausschnitte von Konzerten. Das Konzert fand im Rahmen des Dresdner Sommers auf dem Konzertplatz am Weißen Hirsch statt; dabei handelt es sich um eine kleine aber feine Konzertmuschel im Waldidyll. Somit war es für JJL auch ein Heimspiel, was neben vielen der Gäste sicherlich auch den gebürtigen Dresdner freute. Der Platz vor der Bühne war mit ca. 30 Reihen Stühlen versehen, auf denen die Besucher nach und nach Platz nahmen.

Die letzte halbe Stunde vor Konzertbeginn wurden die Besucher schon auf die Zeitreise, die sie gleich erwarten sollte, eingestimmt. Von Band liefen Titel wie „Immer lebe die Sonne“, „Wenn Mutti früh zur Arbeit geht“ oder „Unsere Heimat“ aus der Konserve.
Pünktlich um 20:30 Uhr begann das Konzert. Nach und nach kamen die Musiker auf die Bühne, man hörte einen einzelnen Ton vom Keyboard, einem Orgelton gleich, der nur etwas variierte und der nach und nach anschwoll. Ganz zum Schluss dann Jan Josef Liefers, begleitet von Meister Nadelöhrs Leitspruch „Schnippel di Schnappel di Scher! Einen recht schönen guten Tag, meine lieben kleinen Freunde, wünscht euch der Meister Nadelöhr. Ich möchte euch heute ein Märchen erzählen. Es war einmal…“ Nach und nach stiegen die Instrumente ein, bis man nach den Drums und der E-Gitarre „Türen öffnen sich zur Stadt“ von den Puhdys erkannte.
Gleich danach erzählte Jan Josef Liefers von den Katastrophen in seiner Schulzeit, seinem ersten Eintrag ins Hausaufgabenheft und ließ uns an solchen Anekdoten teilhaben, wie er den Wehrerziehungsunterricht hinter sich brachte.
Jan Josef Liefers in DresdenLiefers stellte uns auch zwei „Geister“ vor, die er auf einem kleinen Synthesizer mitgebracht hatte. Das waren keine geringeren als Erich Honecker und Walter Ulbricht. Im Hintergrund der Bühne war eine große Leinwand aufgebaut, auf der die beiden zu sehen waren, auf der uns Liefers aber auch andere Dinge wie sein Klassenfoto oder sein Wohnhaus, genannt „Arbeiterschließfach“, auf der Prager Straße in Dresden, zeigte. Nach dem Song „Wenn ein Mensch lebt“ erzählte er von seinen ersten Erfahrungen mit Musik, über seine erste Schallplatte und riss kurz den Werdegang der Puhdys an.

Oblivion spielte weitere Titel von Renft („Als ich wie ein Vogel war“) und Lift („Mein Herz soll ein Wasser sein“, „Leb deinen Traum“). Mir gefallen die Oblivion´schen Adaptionen der Ostrocklieder sehr gut. Nicht nur, weil ich ein Fan des Schauspielers Jan Josef Liefers bin, sondern, weil er und seine Band es einfach verstehen, Musik gut umzusetzen. „Mein Herz soll ein Wasser sein“, im Original von Lift, ist durch die Version von Liefers (die mir noch besser gefällt als das Original) zu einem meiner Lieblingstitel des Ostrock geworden. Im Gegensatz zum Original beginnt Oblivion den Titel sehr langsam, lässt ihn immer lauter werden, bis er sich ekstatisch dem Ende nähert.

Beim Titel „Leb deinen Traum“ (Lift) wurden auf der Leinwand Ausschnitte aus Liefers‘ Kindheit gezeigt, die sein Vater damals aufgenommen hat (Jan Josef im Plänterwald, auf dem Spielplatz, in einem Boot, etc.). Die kurzen Filme passten unheimlich gut zur Musik und sorgten für Gänsehautfeeling bei vielen Besuchern.
Das Konzert wurde durch eine 20-minütige Pause unterbrochen. Irgendwann kam JJL einfach wieder auf die Bühne und machte das Publikum mit einigen Showeinlagen wieder auf sich aufmerksam. Einige der Besucher blieben gleich vorn stehen und roctken bei den nächsten zwei Songs mit.

Als Zugabe spielten Oblivion „Wo bist du“ von Silly. Ein Song, der mir auch äußerst gut im Duo Liefers/Loos gefällt. Jan Josef Liefers und seiner Band Oblivion ist es gelungen, uns einen Abend auf eine Zeitreise mitzunehmen, uns einen Mikrokosmos der DDR-Kindheit aufzuzeigen, die doch bei so vielen Kindern und Jugendlichen die gleiche war, die Menschen mit Anekdoten und Geschichten zum Lachen und Weinen zu bringen, ohne die DDR weder zu beschönigen noch alles schlecht zu machen. JJL hat die Besucher einfach teilhaben lassen an einem kleinen Stück DDR-Geschichte aus der Sicht eines Kindes, einen jungen heranwachsenden Mannes und letzten Endes aus der Sicht des erwachsenen Jan Josef Liefers.