Jan Josef Liefers

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Ein Konzertwochenende der Extraklasse mit RADIO DORIA

Für diesen Bericht hat  Silvana als Gast ein weiteres Mal Bilder und Gedanken beigesteuert. Vielen Dank dafür 🙂

Silvana: Jans Heimspiel in Dresden, dazu am folgenden Tag ein Konzert 500m unter der Erde -in der wohl ungewöhnlichsten Location von der ich je gehört hatte- es war klar: Dort muss ich hin. 🙂 Und es hat sich absolut gelohnt!

Daniela: In der Tat zwei Extreme, aber beide werden definitiv als etwas Besonderes in Erinnerung bleiben. Die Heimspiele in Dresden und Döbeln waren in der Vergangenheit schon absolute Highlights. Und unter Tage quasi als Kumpeledition versprach ebenfalls ein sehr ungewöhnliches Konzert zu werden.

Silvana: Auch wenn der Auftritt in Dresden wettertechnisch nicht so optimal begann, ließen Band und Publikum sich die Stimmung nicht vermiesen. So gut es ging, versuchten die Leute sich vor dem Regen zu schützen, hüllten sich in Regenmäntel (so sie denn welche hatten 😉 ), flüchteten unter das Dach am Ende des Konzertgeländes, aber nichtsdestotrotz, oder vielleicht auch gerade deswegen, war die Stimmung einfach großartig.

Daniela: Es dauerte zwar eine kleine Weile bis das Publikum sich mit dem Dauerregen arrangiert hat, aber Jan und die Jungs gaben einfach alles, um Sonne in die Herzen der Zuschauer zu bringen.

Beim Konzert Nr. 2 am folgenden Tag im Bergwerk Merkers konnte man von einer Regenwahrscheinlichkeit von 0% ausgehen, dafür war es schon ein Abenteuer, in den Konzertsaal zu kommen. Begleitet von Kumpels ging es gut behelmt in die Tiefe.

Silvana: Die Fahrt in die Tiefe entpuppte sich tatsächlich als kleines Abenteuer. Nachdem alle mit Helmen ausstaffiert waren, ging es zunächst mit dem Fahrstuhl in den Stollen herunter und danach in einer sehr rasanten LKW-Fahrt, die dem einen oder anderen Fahrgast ein übermütiges Quietschen entlockte, noch 2 km weiter hinein bis zum Konzertsaal.

Daniela: In einer riesigen Halle fanden gut 1.200 Gäste Platz und die sorgten für reichlich viel Stimmung. Dazu dieses einfach außergewöhnliche Ambiente. Die Jungs auf der Bühne strahlten und jubelten mit dem Publikum um die Wette. Wie schon im Weißen Hirsch in Dresden spielte die Band auch hier zu Beginn neben „Geister“ und „Jeder meiner Fehler“ einen weiteren neuen Song „Eigentlich“. Auch der hat Ohrwurmpotenzial. Es wird Zeit, dass Anfang September endlich das neue Album rauskommt.

In diesem Sinne: “Glück auf“ und vielen Dank für zwei ganz besondere Konzerte!!! 😀 😀 😀

Mit Worten allein kann man diesen außergewöhnlichen Konzerten nicht beikommen, darum hier auch noch einige Bilder, um die Begeisterung und den Spaß auf und vor der Bühne zu zeigen.

Galerie Dresden

Galerie Merkers

 


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Radio Doria mit Anna Loos zu Gast in der Jungen Garde in Dresden

Ein Heimspiel von Jan Josef Liefers mit RADIO DORIA in Dresden klang an sich schon verlockend und war Grund genug für einen Kurztrip in die schöne Stadt an der Elbe. Als dann bekannt wurde, dass Anna Loos mit von der Partie sein würde, stieg die Vorfreude auf das Konzert in der Jungen Garde umso mehr. Auch das Wetter hatte ein Einsehen und der Himmel hielt seine Schleusen an jenem Abend geschlossen.

Vor der Bühne waren noch einige Stuhlreihen aufgestellt worden, die aber schon nach wenigen Liedern nicht mehr benötigt wurden. Das Publikum ließ sich von dem bestens aufgelegten Jan und der Band mitziehen und drängte zielstrebend Richtung Bühne. Stimmung pur.

Bei „Unbeschreiblich“ betrat Anna Loos die Bühne und die Beiden vollendeten diesen wunderbaren Song gemeinsam. Gänsehaut. Es folgte mit „Erinnert“ ein traumhaftes Duett. Anna Loos hatte Ritchie Barton mitgebracht und er löste für eine Weile Gunter am Piano ab. Anna und Jan teilten heitere und absolut berührende Anekdoten mit dem Publikum, bevor Anna ihren Song „Deine Stärken“ für ihren Janni sang, der sie dabei auf der Gitarre begleitete.

Da war dann langsam der Punkt erreicht, wo einem die Superlative ausgehen, um solch absolute perfekte Momente zu beschreiben. Zum Ende des Konzerts gab es noch so einen zutiefst emotionalen Gänsehautmoment, als Anna für Jan den Song „Jack’s Baby“ sang.

Es war ein absolutes Highlight, wie dieses einfach nur sympathische Paar gemeinsam die Bühne rockte bzw. einfühlsam verzauberte. DANKE Anna & Jan, dass ihr diese Momente mit uns geteilt habt und natürlich auch DANKE an die RADIOS, die so selbstverständlich dem Ganzen den musikalischen Rahmen gaben.

Das ist schon etwas verrückt, wie sich in gut 2,5 Stunden ein Lächeln im Gesicht manifestiert, dass noch lange bleibt, einfach weil der Abend so schön war. Vielleicht vergisst man das nicht benötigte Sitzkissen, weil man immer noch verzaubert ist von der Stimmung und der Perfektheit des Moments. Und das alles, während an anderen Orten der Welt so unfassbare Dinge geschehen. Aber vielleicht brauchen wir gerade darum solche Momente genauso wie „gute Nachrichten“ mehr denn je zuvor.


Am Rande des Konzerts haben wir Andrea und ihr ganz besonderes Fanprojekt kennengelernt. Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr hier:


Foto: Jan Josef Liefers auf FB

Jan hat auf Facebook den Blick aufs Publikum geteilt, eine beeindruckende und begeisterte Kulisse.

Vielen herzlichen Dank an Franzis Ka, die uns ihre Fotos überlassen hat. Das ist total lieb und wir zeigen sie hier gerne.

Wir wollen schließlich – wie immer – auch Bilder für sich sprechen lassen.


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Fundstück der Woche 19/2016

© Gregor Törzs

© Gregor Törzs

In dieser Woche haben wir mal wieder ein älteres Interview  ausgegraben, und zwar aus dem Magdeburger Stadtmagazin „Dates“, welches im Jahre 2011 im Zuge des Gartenträume Festivals entstanden ist. Ludwig Schumann stellt Jan Josef Liefers eine Menge Fragen rund um die Themen Musik, Schauspielerei uvm.

Wir wünschen Euch viel Spaß damit und vor allem ein schönes Pfingstwochenende!


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Konzerte in Dresden & Döbeln – ein Heimspiel für Jan Josef Liefers

Dieses Wochenende war ein echtes Heimspiel für Jan Josef Liefers. Am 23. Januar gab er zusammen mit Christian Adameit und Jens Nickel ein kleines, aber feines exklusives Konzert im My House in Dresden. Es handelte sich dabei um die „Stars for free“-Veranstaltung von RTL Hitradio. In fast familiären Rahmen gaben die Drei einen Ausschnitt des Konzertprogramms von Radio Doria als unplugged Version zum Besten und begeisterten damit die Zuschauer. Anschließend nahmen sie sich noch ausgiebig Zeit für Foto- und Autogrammwünsche.

Am Samstag, 24. Januar ging es dann weiter mit einem Radio Doria Konzert im Staupitzbad in Döbeln. „Hier hat schon meine Oma ihr Tanzbein geschwungen“, plauderte Jan aus dem Nähkästchen. Er kennt sich aus in Döbeln, hat er doch viel Zeit in seiner Kindheit dort verbracht. „Was soll ich sagen?“, bemerkte Jan schmunzelnd, „da stand plötzlich Döbeln im Tourkalender und jetzt sind wir hier.“ Eine Weile schwelgte er noch begeistert in Erinnerungen und nahm die Zuschauer dann wieder mit auf seine musikalische Reise.

Und die Reisegruppe war dieses Mal sehr groß. Das Staupitzbad ist ausverkauft. Es kamen so viele Menschen, dass das Konzert mit gut einer halben Stunde Verspätung beginnen musste, damit auch alle reinkommen konnten. Das tat der guten Stimmung allerdings überhaupt keinen Abbruch. Von der ersten Minute an hatten die Musiker das Publikum auf ihrer Seite und der Saal ließ sich nur zu gerne von der gut gelaunten Band begeistern.

Die zahlreichen Gäste kamen nicht nur aus der näheren Umgebung. Nein, viele hatten eine weite Reise auf sich genommen, um Radio Doria live in Döbeln zu erleben. Selbst Würzburg und sogar Wien waren einigen Leuten nicht zu weit. Das erstaunte Jan dann doch. Und es war wieder einmal ein einfach grandioser Abend. Besser kann das neue Konzertjahr wohl nicht beginnen.

Neben der absolut genialen Musik nahm Jan sich aber auch Zeit für einige ernste Zwischentöne. Mit sehr viel Einfühlungsvermögen fand er die richtigen Worte und schilderte seine Sicht der Dinge zur aktuellen PEGIDA Diskussion. Was er zu dem Thema zu sagen hat, kann man bei Radio Dresden nachhören. Gerne hätte er auch an der für Montag geplanten Veranstaltung vor der Dresdener Frauenkirche teilgenommen. Da die ursprünglich für Sonntag vorgesehene Veranstaltung auf Montag verlegt wurde, musste er seine Teilnahme leider absagen, weil er dann arbeiten muss.

Danke Radio Doria für ein – wieder einmal – grandioses Fest für Augen und Ohren. Ihr seid einfach spitze! Bis zum nächsten Mal!!!

Und hier noch ein einige Eindrücke:


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Soundtrack meines Lebens (2014)

Inhalt:

Soundtrack meines Lebens klein neu

[Bild: MDR]

August 1964. Jan Josef Liefers wird in Dresden geboren. 50 Jahre, ein halbes Jahrhundert später begeben wir uns mit ihm auf eine musikalische Reise mit Blick zurück. Dem Blick eines erfolgreichen und beliebten Schauspielers, der eigentlich immer nur eines werden wollte: Gitarrengott. Für den MDR erzählt er erstmals die Geschichte seiner großen Liebe: der Musik. Und er begibt sich auf die Spuren seiner Erinnerungen – musikalische Erinnerungen an die DDR.

Der „Soundtrack meines Lebens“ führt ihn an die Orte seiner Kindheit und Jugend, seines Erwachsenwerdens und -seins. Dresden, Döbeln und Berlin sind Stationen einer Reise auf der Jan Josef Liefers Erinnerungen sortiert und reflektiert. Auf seinem Streifzug macht er regelmäßig Halt. Halt unter anderem in der Prager Straße, wo er aufwuchs. Dort trifft er einen Bewohner, der, wie Jan damals mit seiner Mutter, in einer 1,5 Zimmerwohnung lebt.

Im „Soundtrack meines Lebens“ gibt es – wie es sich für einen gut temperierten Soundtrack gehört – laute aber auch leise Augenblicke. Eher ruhig wird es, wenn Jan Josef Liefers in Döbeln das Haus seiner Großeltern aufsucht und über die erst späte Annäherung zu seinem Vater spricht, über seine Kindheit und über sein erstes Mal.

„Jan Josef Liefers – Soundtrack meines Lebens“ ist ein sehr persönliches Bekenntnis zum Aufwachsen im sozialistischen Alltag. Amüsant, uneitel, durchaus mit Zwischentönen und einem Augenzwinkern projiziert Jan auf seine ganz eigene Leinwand ein Land, dessen Musiker, vor allem deren Alltag und Konflikte mit dem Regime in Vergessenheit zu geraten drohen. Eine besondere Begegnung vor diesem Hintergrund ist die mit Stephan Trepte, dem Sänger der Dresdner Band „Electra“. In einem holzvertäfelten Kaminzimmer in der Mitte Berlins wird DDR Rockgeschichte lebendig.

Dass Musik sich nicht an Grenzen hält, nicht eingesperrt werden kann, wird Jan einmal mehr deutlich, als er aus alten Stasi Akten vorliest. Verhöre von jungen Menschen, die einfach nur Musik hören wollten. Jan trifft auch Reinhard Mey, „wegen dem ich überhaupt erst begonnen habe, Gitarre zu spielen“. Sie finden Parallelen zwischen dem Schlager im Osten und Westen, erinnern an die Sehnsucht in den Texten nach exotischen Orten.

Mit seiner Band Radio Doria tourt Jan seit 2006 durch die Republik und gibt neben eigenen Songs auch solche der Idole seiner Jugend zum Besten. Diese Auseinandersetzung mit Musik ist ebenfalls ein Teil der Dokumentation – begleitet von bunten Schnipseln aus Fotografien und Super-8-Aufnahmen, unter anderem aus Jan Josef Liefers privatem Archiv.

[Quelle: MDR]


Video


Mara_Thoni meint

Es ist schon etwas Besonderes, wenn man auf 25 Jahre Leben in der DDR und noch einmal 25 Jahre im vereinigten Deutschland zurückschauen kann. Grund genug, das runde 50. Lebensjahr für eine dokumentarische Rückblende heranzuziehen.

Nun laufen solche anlassbezogenen Blicke in die Vergangenheit oft Gefahr, in Plattitüden oder einer Lobhudelei des Jubilars zu verfallen. Die richtigen Töne dafür zu finden, ist ein ganz schmaler Grat, der nur schwer zu gehen ist. In diesem Fall hat es allerdings perfekt funktioniert. Diese Dokumentation schließt ganz wunderbar den Kreis zu der Autobiografie „Soundtrack meiner Kindheit“ und den Konzerten: „Soundtrack meiner Kindheit“.

Was mir persönlich sehr gut gefällt ist, dass hier die Vergangenheit weder verklärt noch verschrien wird. Der Zuschauer erhält vielmehr Einblicke in eine ganz private Lebensgeschichte.

Es kommt so ehrlich rüber, wie sich Jan auf die Spurensuche begibt, offen und gespannt, was er finden wird an den Orten seiner Kindheit und Jugend. Und darum mag ich ihn gerne auf seiner Reise in die Vergangenheit begleiten. Da gibt es Orte und Momente,  an die er sich sofort zurück gesetzt fühlt, aber auch Dinge, die er ganz anders in Erinnerung hat. Die Felsen im Steinbruch waren viel, viel höher, jedenfalls aus dem Blickwinkel des kleinen Jungen, dessen Tagesaufgabe es war, ihre Spitze zu erklimmen. Die Überraschung, in der Schauspielschule noch Plakate zu finden, die er und seine Kommilitonen seinerzeit aufgehängt hatten. Es müssen nicht immer die großen Meilensteine sein, einem Denkmal gleich. Viel schöner sind doch manchmal diese kleinen Spuren, die man hinterlassen hat.

Eine Rückblende ohne moralischen Zeigefinger, Pathos und Verklärung, dafür mit Fingerspitzengefühl für die Zwischentöne. Wie auch schon im Buch und bei den Konzerten mag ich die Verknüpfung zur Musik. Sie ist wie die Farbe bei einer Wirklichkeit und diese lässt sich oft einfach besser ertragen, wenn sie klingt. Und wenn alle Stricke reißen, Gitarrengott ist und bleibt eine Option :-).

Vielen Dank, Jan, dass Du diese Erinnerungen mit uns geteilt hast!


Manu meint

Als ich hörte, es wird zum 25. Jahrestag der Grenzöffnung zwischen Ost und West einen Film über das bisherige Leben von Jan Josef Liefers geben, hatte ich erst einmal ein ungutes Gefühl. Zu schnell läuft man doch Gefahr, dass ein solcher Streifen in Beweihräucherung ausartet und eine Beschreibung der DDR zum Klischee verkommt. „Soundtrack meines Lebens“, ok, der Titel lehnte sich schon mal an das autobiografische Buch an, das ich inzwischen bereits mehrfach gelesen und als Hörbuch genossen habe.

Ganz entgegen meiner Erwartungen waren nach den ersten Minuten des Films all meine Zweifel wie weggeblasen. Mir begegnete ein so natürlicher Jan Josef, der ehrlich, humorvoll und ganz ohne Selbstdarstellung, die Orte seiner Kindheit, Jugend und des frühen Erwachsenseins für den Zuschauer anschaulich macht. Auch die Darstellung der DDR, wie sie wirklich für jeden Einzelnen war, der in ihr lebte, ist durch und durch gelungen.

Als 1967 Geborene habe ich die knappe Hälfte meines Lebens im Arbeiter- und Bauernstaat verbracht und kann mich nur zu gut an meine Schulzeit, Berufsausbildung und das Erwachsenwerden mit all seinen Schwierigkeiten auf der „anderen Seite des Zauns“ erinnern. Auch ich habe mich damals nicht für Musik ‚made in GDR‘ interessiert und viele Stücke sind mir das erste Mal überhaupt erst im Programm „Soundtrack meiner Kindheit“ begegnet. Für manche davon eigentlich sehr schade. Niemals möchte ich ein Zurück, aber trotzdem gibt es auch sehr viele schöne Erinnerungen. Wir haben eben das Beste daraus gemacht. Viele, die diesen Film gesehen haben, werden mir Recht geben, denn genau so war es!

Besser hätte man eine Dokumentation über das Leben eines so sympathischen Menschen nicht machen können. Vielen Dank und Hut ab!


Links:


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Fundstück der Woche 44/2014

In dieser Woche gibt es wieder eine echte Rarität als Fundstück der Woche, und zwar aus der Sonderausgabe der „Korrekturfahne“ aus dem Jahre 1986.

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Konzertbericht von Maxi Konang – Dresden 1.6.2012

Bericht:
Maxi Konang

Fotos:
Maxi Konang (Live-Bilder)
Pressematerial (Textullustration)


Heimspiel ohne Ostalgie, aber mit ganz vielen Erinnerungen…

Als ich 16 Jahre alt war, kaufte ich mir vom Taschengeld eine Single namens „Jacks Baby“. Sie war der Titelsong zu einem gleichnamigen Film, der auf Sat.1 ausgestrahlt wurde und auf den ich schon durch die Vorschau aufmerksam wurde. Der Hauptdarsteller Jan Josef Liefers war mir als Schauspieler aus „Knockin‘ on Heavens Door“ bereits bekannt. Er sang den Song „Jacks Baby“ auch während des Films, den ich mir extra auf VHS aufnahm, und von da an war Liefers für mich immer ein Schauspieler, der definitiv auch singen konnte. 13 Jahre später sollte es dazu kommen, dass er meine Single signiert.

Am 1. Juni 2012 machte ich mich auf den Weg nach Dresden, da Jan Josef Liefers mit seiner Band Oblivion das Publikum einen Abend lang durch den „Soundtrack seiner Kindheit“ führen sollte. Mir war das Programm nicht unbekannt, kannte ich doch das gleichnamige Buch von Liefers und TV-Ausschnitte von Konzerten. Das Konzert fand im Rahmen des Dresdner Sommers auf dem Konzertplatz am Weißen Hirsch statt; dabei handelt es sich um eine kleine aber feine Konzertmuschel im Waldidyll. Somit war es für JJL auch ein Heimspiel, was neben vielen der Gäste sicherlich auch den gebürtigen Dresdner freute. Der Platz vor der Bühne war mit ca. 30 Reihen Stühlen versehen, auf denen die Besucher nach und nach Platz nahmen.

Die letzte halbe Stunde vor Konzertbeginn wurden die Besucher schon auf die Zeitreise, die sie gleich erwarten sollte, eingestimmt. Von Band liefen Titel wie „Immer lebe die Sonne“, „Wenn Mutti früh zur Arbeit geht“ oder „Unsere Heimat“ aus der Konserve.
Pünktlich um 20:30 Uhr begann das Konzert. Nach und nach kamen die Musiker auf die Bühne, man hörte einen einzelnen Ton vom Keyboard, einem Orgelton gleich, der nur etwas variierte und der nach und nach anschwoll. Ganz zum Schluss dann Jan Josef Liefers, begleitet von Meister Nadelöhrs Leitspruch „Schnippel di Schnappel di Scher! Einen recht schönen guten Tag, meine lieben kleinen Freunde, wünscht euch der Meister Nadelöhr. Ich möchte euch heute ein Märchen erzählen. Es war einmal…“ Nach und nach stiegen die Instrumente ein, bis man nach den Drums und der E-Gitarre „Türen öffnen sich zur Stadt“ von den Puhdys erkannte.
Gleich danach erzählte Jan Josef Liefers von den Katastrophen in seiner Schulzeit, seinem ersten Eintrag ins Hausaufgabenheft und ließ uns an solchen Anekdoten teilhaben, wie er den Wehrerziehungsunterricht hinter sich brachte.
Jan Josef Liefers in DresdenLiefers stellte uns auch zwei „Geister“ vor, die er auf einem kleinen Synthesizer mitgebracht hatte. Das waren keine geringeren als Erich Honecker und Walter Ulbricht. Im Hintergrund der Bühne war eine große Leinwand aufgebaut, auf der die beiden zu sehen waren, auf der uns Liefers aber auch andere Dinge wie sein Klassenfoto oder sein Wohnhaus, genannt „Arbeiterschließfach“, auf der Prager Straße in Dresden, zeigte. Nach dem Song „Wenn ein Mensch lebt“ erzählte er von seinen ersten Erfahrungen mit Musik, über seine erste Schallplatte und riss kurz den Werdegang der Puhdys an.

Oblivion spielte weitere Titel von Renft („Als ich wie ein Vogel war“) und Lift („Mein Herz soll ein Wasser sein“, „Leb deinen Traum“). Mir gefallen die Oblivion´schen Adaptionen der Ostrocklieder sehr gut. Nicht nur, weil ich ein Fan des Schauspielers Jan Josef Liefers bin, sondern, weil er und seine Band es einfach verstehen, Musik gut umzusetzen. „Mein Herz soll ein Wasser sein“, im Original von Lift, ist durch die Version von Liefers (die mir noch besser gefällt als das Original) zu einem meiner Lieblingstitel des Ostrock geworden. Im Gegensatz zum Original beginnt Oblivion den Titel sehr langsam, lässt ihn immer lauter werden, bis er sich ekstatisch dem Ende nähert.

Beim Titel „Leb deinen Traum“ (Lift) wurden auf der Leinwand Ausschnitte aus Liefers‘ Kindheit gezeigt, die sein Vater damals aufgenommen hat (Jan Josef im Plänterwald, auf dem Spielplatz, in einem Boot, etc.). Die kurzen Filme passten unheimlich gut zur Musik und sorgten für Gänsehautfeeling bei vielen Besuchern.
Das Konzert wurde durch eine 20-minütige Pause unterbrochen. Irgendwann kam JJL einfach wieder auf die Bühne und machte das Publikum mit einigen Showeinlagen wieder auf sich aufmerksam. Einige der Besucher blieben gleich vorn stehen und roctken bei den nächsten zwei Songs mit.

Als Zugabe spielten Oblivion „Wo bist du“ von Silly. Ein Song, der mir auch äußerst gut im Duo Liefers/Loos gefällt. Jan Josef Liefers und seiner Band Oblivion ist es gelungen, uns einen Abend auf eine Zeitreise mitzunehmen, uns einen Mikrokosmos der DDR-Kindheit aufzuzeigen, die doch bei so vielen Kindern und Jugendlichen die gleiche war, die Menschen mit Anekdoten und Geschichten zum Lachen und Weinen zu bringen, ohne die DDR weder zu beschönigen noch alles schlecht zu machen. JJL hat die Besucher einfach teilhaben lassen an einem kleinen Stück DDR-Geschichte aus der Sicht eines Kindes, einen jungen heranwachsenden Mannes und letzten Endes aus der Sicht des erwachsenen Jan Josef Liefers.