Jan Josef Liefers

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Ein Kommentar

Videobeitrag zum „Preis für Schauspielkunst“

Preis für Schauspielkunst

Foto: Joachim Vocke

Vor wenigen Tagen sind Anna Loos und Jan Josef Liefers beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen mit dem Preis für Schauspielkunst ausgezeichnet worden.

Das Festival feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen und Direktor Michael Kötz ließ es sich nicht nehmen, in seiner Laudatio auf die schöne und ungemein passende Tatsache hinzuweisen, dass die beiden Preisträger in diesem Jahr ihren zehnten Hochzeitstag feiern. Er hob hervor, dass die Ehrung „ein Signal mit Betonung auf dem ohnehin sowieso Wichtigsten von allem – der Liebe“ sei.
Dementsprechend wurde bei der Verleihung der Film „Halt mich fest“ gezeigt, bei dessen Dreharbeiten sich das heutige Ehepaar kennen- und lieben gelernt hatte.

Beim Festival des deutschen Films werden bis zum 6. Juli insgesamt 40 Filme gezeigt, außerdem werden der Ludwigshafener Drehbuchpreis, ein Publikumspreis sowie der mit 50.000 Euro dotierte Filmkunstpreis vergeben.

Die SWR Landesschau Rheinland Pfalz hat einen Artikel mit Video dazu veröffentlicht, den Link möchten wir euch nicht vorenthalten.

Außerdem gibt es auf youtube ein schönes Kurzportrait über die beiden, mit dem einzigen Fehler, dass Jans Geburtsort kurzerhand von Dresden nach Leipzig verlegt wurde. ;o)


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Halt mich fest! (2000)

Inhalt:

Halt mich festDer Trompeter Freddy (Lars Rudolph) ruft deprimiert und betrunken bei seinen ehemaligen Bandkollegen an, aber Rita (Anna Loos) hat keine Zeit, weil ihr Mann ein frisches Hemd braucht, bei Johnny (Jan Josef Liefers) nimmt dessen dementer Vater ab und bei Karl (Jan-Gregor Kremp) der Anrufbeantworter. Verzweifelt erschießt sich Freddy. Bei seiner Beerdigung treffen sich die anderen. Sie erinnern sich an früher, schnell ist die alte Vertrautheit wieder da, und zwischen Johnny und Rita knistert es gewaltig. Spontan beschließen die beiden, Karl zu seinem Auftritt als Alleinunterhalter bei einem Schützenfest zu begleiten. Nach einem abenteuerlichen Roadtrip mit allerhand Zwischenfällen und einem erfolgreichen Auftritt verbringen sie die Nacht in einer kleinen Pension. Danach wird in ihrem Leben einiges anders sein als zuvor…

von Gabi


Gabi meint:

Ach, dieser Film <3 Komik und Melancholie, Alltag und Märchen, Hoffnung und Verzweiflung, Realität und Lebenstraum… alles ist in diesem Film, und außerdem eine der allerschönsten Liebesszenen überhaupt.

Auch in diesem Film fällt auf, wie gut das Ensemble harmoniert. Die wunderbare Anna Loos ist zweifellos der Star des Films und die zentrale Figur, die alles zusammenhält; alle spielen sehr ‚echt‘, nichts wirkt übertrieben, selbst der Widerling, der Ritas Ehemann ist, wird von Christian Berkel sehr glaubhaft verkörpert.

Es passiert allerhand Skurriles, beispielsweise besänftigt Karl eine furchterregend aussehende Motorradgang, indem er auf seinem Keyboard mitten auf dem Lagerplatz der Bande das ‚Lieblingslied‘ der Rocker-First Lady spielt:Chopins Minutenwalzer. Nicht besonders gut, aber erkennbar, und nachher sind die Gang und die Band Best Buddies. Es gibt mystisch-surreale Szenen – der tote Freddy wirft die Trompete, die Karl im See versenkt hat, zurück ans Ufer. Man kann sich auch fragen, ob es wirklich so einfach sein kann, einem verfahrenen Leben eine neue Wendung zu geben; den alltäglichen Verpflichtungen, den familiären Bindungen zum Trotz seinen alten Traum zu leben, ohne gleich ein Trümmerfeld zu hinterlassen, denn das ist das Erstaunlichste: durch den Entschluss der drei, wieder als Band zusammen zu spielen, kommt auch das Leben wieder ins Lot. Nicht perfekt, aber es gibt mit einem Mal Perspektiven, wo vorher nur Sackgassen waren.
Also doch ein Märchen? Nein. Ein sehr schöne, optimistische, sehr menschliche Geschichte von Mut, Liebe und Freundschaft. Und auf einer vordergründigen, aber nicht trivialen Ebene die Erinnerung an beschwipste, durchlachte Nächte, an die Nähe zu Freunden, daran, dass es neben Arbeit und Alltag noch etwas anderes gibt.

Funny Fact: Nicht nur Jan-Josef Liefers und Anna Loos sind seit diesem Film ein Paar, auch Jan-Gregor Kremp ist mit seiner Film-Ehefrau Johanna Gastorf auch im wirklichen Leben verheiratet.

 


Jolli meint:

Unglaublich, dass es so lange gedauert hat, bis ich endlich die Gelegenheit bekommen habe, diesen Film zu sehen. Aufmerksam wurde ich eigentlich auf ihn, als in dem Porträt über Jan in „Deutschland deine Künstler“ darauf hingewiesen wurde, dass er und Anna sich beim Dreh dieses Films kennengelernt haben. Meine Neugier war geweckt und jetzt im Nachhinein muss ich sagen, dass ich sehr gut nachvollziehen kann, dass sich die beiden hier näher gekommen sind.

Der Film steckt voller Dramatik, ebenso wie voll Humor. Er kommt völlig ohne unnötige Überspitzungen aus und erzählt seine Geschichte mit sehr viel Gefühl. Die drei Hauptfiguren wirken gerade deshalb so echt, weil jede von ihnen mit wohlvertrauten Problemen zu kämpfen, die nicht extra maßlos dramatisiert werden: Karl, der getrennt von seiner zerrütteten Familie lebt, aber sie eigentlich sehr vermisst; Johnny, dessen demenzkranker Vater ihm sehr viel Nerven kostet, aber den er trotzdem nie verlieren will; und Rita, die aus der Enge ihrer Familie ausbrechen will, um endlich wieder singen zu können.

Die Botschaft des Films ist klar: lasse niemals deine Träume los, auch wenn dir das Leben manchmal Steine in den Weg legt. Auf Realismus achtet da keiner mehr, viel mehr wird man als Zuschauer sehr schnell von der Perspektive eingenommen, dass träumen ja wohl noch erlaubt sein darf.
Ein Toter, der sich aus den Tiefen eines Baggersees meldet, ist ebenso abwegig, wie eine Rocker-Gang, die sich von Chopin besänftigen lässt. Aber who cares? Man genießt einfach die 90 Minuten mit einer Geschichte voller Gefühle und einer erstklassigen Besetzung.


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