Jan Josef Liefers

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Die Spur meiner Tochter (2000)

Inhalt:

die spur meiner tochterDer deutsche Topagent Flemming (Götz George) ist im arabischen Staat Umran auf der Suche nach seiner Tochter Tina (Karoline Eichhorn). Die ist abgetaucht, weil sie um ihr Leben fürchtet. Sie hat Beweise, dass in dem Staat Umran mit deutscher Hilfe biologische Waffen hergestellt werden. Was nun beginnt, ist zunächst ein psychologisches Katz- und Mausspiel. Flemming findet seine Tochter mit Hilfe eines kleinen arabischen Jungen. Tina aber ist ebenso argwöhnisch ihrem Vater gegenüber, wie dieser ihr. Noch ehe beide Klarheit über ihr Verhältnis zueinander gewinnen, wird die Tochter entführt. Weiterlesen


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Tatort – ‚Das ewig Böse‘ (2006)

Inhalt

das ewig Böse 5Eigentlich hätte Boerne einfach nur als Zauberer auf einer Feier zu Ehren des verstorbenen Fabrikanten Stettenkamp auftreten sollen. Doch während seiner Darbietung, bei der er die Sprösslinge der Konfekt-Dynastie in Hypnose versetzt, spricht die junge Helena vor aller Augen und Ohren von einem Mord an ihrem Großvater, ehe sie zusammenbricht.
Unter den Zuschauern sind auch Thiel und Staatsanwältin Klemm. Obwohl Thiel skeptisch ist, drängt die Staatsanwältin darauf, Ermittlungen aufzunehmen und auch Boerne glaubt, dass die Aussage glaubhaft ist, auch wenn sie unter Hypnose gemacht wurde.

Dabei hat die Rechtsmedizin eigentlich noch einen weiteren Fall zu lösen. Der junge Tobias Böhm stürzt tot mit einem Drachenflieger vom Himmel. Für Boerne sieht alles nach einem gewöhnlichen Drogentod aus, doch Alberich findet heraus, dass der junge Mann mit Eisenhut vergiftet wurde.
Genau wie Franz Stettenkamp, dessen Leichnam schon lange auf Drängen seiner Exschwiegertochter hätte exhumiert werden müssen. Das kann nicht nur Zufall sein.

Thiel ermittelt im Familienkreis der Stettenkamps, denn er ist sich sicher, dass Täter und Motiv hier zu suchen sind. Ist es Cornelius, der Sohn des Opfers, der vielleicht an das Erbe wollte? Die Chancen stehen eher schlecht, denn der Mann interessiert sich reichlich wenig für die Geschäftswelt und beschäftigt sich viel lieber mit Philosophie. Auch dessen Sohn Boris liefert wenig Motive, denn er genießt lieber sein Leben auf Partys und mit Frauen und hat wenig mit der Firma am Hut.

Da wäre jedoch noch Frederick Pleikart, der Verwalter, der nicht nur die Geschäftsführung übernommen hat, sondern auch noch ein Auge auf die schöne Helena geworfen hat. Er steht bei Thiel ganz lange oben in der Liste der Verdächtigen, bis auch er auf dieselbe Weise vergiftet wird.
Für Boerne kommt für Giftmord grundsätzlich sowieso nur eine Frau in Frage. Sieglinde Stettenkamp, die zweite Frau von Cornelius, ist für ihren Ehrgeiz und ihre Skrupellosigkeit bekannt. Ihr Ziel ist es, ihre Tochter einmal zur Erbin des Stettenkamp-Imperiums zu machen.
Doch worin besteht die Verbindung zum toten Tobias Böhm? Und warum musste auch ein armer Hund dran glauben?

von Jolli

Gastdarsteller

  • Karoline Eichhorn
  • Teresa Weißbach
  • Jürg Löw
  • Aleksandar Jovanovic
  • Christel Peters
  • Martin Rentzsch
  • Helmut Everke
  • Axel Siefer
  • Gitta Schweighöfer


Jolli meint

„Das ewig Böse“ klingt schon einmal vielversprechend danach, dass wir es mit einem dunklen Mord zu tun haben und schwarzer Humor ist ja bekanntlich eine Spezialtät des Münster Tatorts. Tatsächlich greift die Episode auf den Klassiker des dunklen Familiengeheimnisses zurück, wie wir es auch schon in der Pilotfolge gesehen haben, nur handelt es sich hier um andere Zusammenhänge und zum Glück einmal um eine reiche Familie, die nicht zu Boernes engem Bekanntenkreis gehört. Dieser Schachzug ist glücklich gewählt, denn es ist Vorsicht geboten, das Thema nicht völlig abzudreschen.

So ganz ohne persönliche Verknüpfungen geht es dann aber doch nicht, denn wie sich herausstellt, war Boerne mal in die kaltschnäuzige Sieglinde Stettenkamp  verliebt. So viel Geschmacksverirrung hätte man ihm eigentlich gar nicht zugetraut, aber es war ja auch schon einige Jahre her. So lange, dass Sieglinde nicht einmal mehr seinen Namen weiß.

Und wieder lernen wir ein Boerne-Talent kennen: ein Auftritt als Zauberer macht den Einstieg in den eigentlichen Fall. Den ein oder anderen kleinen Trick präsentiert er auch noch im Laufe der Folge. Leider beschränkt sich diese „bezaubernde“ Fähigkeit, für die ihn sogar die Staatsanwältin anhimmelt, nur auf diese Episode. Denn wenn Boerne frech grinsend eine Flasche Wein aus dem Ärmel zaubert, um Thiel mal wieder zu überreden ihn über die neuesten Ergebnisse zu informieren, dann kann man ihm kaum mehr widerstehen.

Dann wäre da auch noch Boernes amüsanter Parallelfall. Offenbar hat auch Thiel sehr viel charmante Überzeugungskraft, denn obwohl Boerne an einem Abend sich noch eisern weigert, seiner strengen Grundschullehrerin einen Besuch abzustatten, steht er bereits am nächsten Tag vor ihrer Tür.
Da wird selbst nach so vielen Jahren der sonst so selbstsichere Boerne wieder zum kleinen Schuljungen, wenn ihn die alte Dame knallhart erpresst. So bleibt ihm nichts anderes übrig, als ihren Hund zu obduzieren, was ihm Thiel gegenüber sichtlich peinlich ist.
Offenbar war Boerne während seiner Kindheit kein braver Musterschüler.

Dass Boerne, obwohl er ein wachsames Auge auf seine Finanzen hat, doch sehr nachsichtig sein kann, beweist sein Verhalten gegenüber seinem Mieter Thiel, der knapp bei Kasse ist, weil er seinem Vater Geld geliehen hat, was dieser nicht zurückzahlen will. Natürlich versucht der Kommissar das mit Ausreden zu kaschieren, aber Boerne durchschaut ihn sehr schnell, spielt das Spiel aber mit.

Ob es Mut oder Leichtsinn ist, dass er sich am Ende entgegen Thiels Aufforderung auch an der Festnahme beteiligt, darüber lässt sich streiten. Es passt auf jeden Fall in die Charakterzeichnung, dass Boerne ungern Zuschauer ist, sondern lieber selbst eingreifen will. Thiel ist das verständlicherweise nicht immer recht, aber am Ende ist es ja auch mal wieder dem Professor zu verdanken, dass der Fall nicht in einer Katastrophe endet.

Eine Katastrophe ist diese Episode also ganz sicher nicht. Es gibt viele witzige Momente, aber einen eher leicht verdaulichen Fall, von dem man durch den Titel eigentlich mehr erwartet hat.


Gabi meint:

Nichts auszusetzen an dieser Folge, wenn man sie als münstertypisch ‚light‘ akzeptiert. Die Möglichkeiten der Charakterzeichnung Helena Stettenkamps wurden leider etwas verschenkt, aber das hätte wahrscheinlich den Rahmen gesprengt, zumal ja allerhand sonderbare Ereignisse und Wendungen unterzubringen waren. Als Krimikomödie durchaus gelungen, schon der Einstieg mit dem ruinierten Picknick ist nett schwarzhumorig. Boerne hat ein paar fabelhafte Szenen mit dem alten Professor, der gestrengen Lehrerin oder auch die erste Begegnung mit Sieglinde, und natürlich sein beherzter Einsatz am Schluss – geistesgegenwärtig ist er, das muss man ihm lassen. Mein Lieblingssatz ist allerdings Alberichs „Der Hund wär dann jetzt aufgetaut…“ :D
Die Boerne/Thiel-Szenen sind recht zahm, die Wortgefechte ohne die manchmal leider vorherrschende Boshaftigkeit, aber doch amüsant, auch Thiel sen. vs.Thiel jr. stimmt heiter.
Allzuviel Tiefe hat die Folge in keiner Hinsicht. Letzten Endes ist es Sieglindes Skrupellosigkeit, die alle Folgen nach sich zieht, Boris‘ Alkoholabhängigkeit, Helenas ‚bösen‘ Charakter und Tobias‘ Drogenprobleme. Ja, das alles hätte auch als schwerstproblematisches Elend inszeniert werden können, aber ich glaube, dann hätte ich es nicht sehen wollen…