Jan Josef Liefers

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Die Gala des Deutschen Filmpreises 2014 – TV-Moderatorendebüt für Jan Josef Liefers

screenshots Lola 2014 (12)

Copyright: ARD

Wir haben lange gespannt darauf gewartet: Die erstmalig von Jan Josef Liefers moderierte Gala des Deutschen Filmpreises. Die Lola gilt als wichtigste und höchstdotierte Trophäe der deutschen Filmbranche. Alles, was in Kino und Fernsehen Rang und Namen hat, lässt es sich nicht nehmen, an diesem Abend dabei zu sein und das Berliner Tempodrom bis auf den letzten Platz zu bevölkern. Eine Bildstrecke vom roten Teppich gibt es auf der Webseite von Der Tagesspiegel.

Bereits der Einspieler zu Beginn (s. Video unter dem Text) lässt vermuten, dass es bei der diesjährigen Verleihung weniger trocken und verstaubt zugehen wird als in den Jahren zuvor.
Jan Josef Liefers zeigt, dass es auch anders geht: Seine umtriebige Suche nach einem Co-Moderator führt ihn durch sämtliche in diesem Jahr nominierte Filme. Er beweist auf unnachahmliche Weise sein komödiantisches Talent. Als er nur mit einem Kliniknachthemd bekleidet mit blanker Kehrseite auf seinem Longboard aus dem Opener und anschließend tatsächlich in selbigem Aufzug auf die Bühne rollt, sind die Lacher auf seiner Seite. Schon da ist klar, einiges wird heute anders sein. Und so ist es dann auch. Selbst wenn es für Jan eine eher ungewohnte Rolle ist, er spielt sie souverän, professionell und sehr charmant. Seine Moderation lässt viel Raum für die Laudatoren, Filmausschnitte und Dankesworte der Preisträger, ohne selbst übertrieben viel im Mittelpunkt zu stehen. Besonders gelungen finde ich die Mischung der Laudatoren, zu denen nebst vielen anderen Charly Hübner, Milan Peschel und Christoph Maria Herbst gehören.

Es gibt Tränen der Rührung, des Glücks, aber zwischendurch auch mal Tränen der Trauer, als Jan Josef Liefers mit sehr bewegenden Worten der prominenten Verstorbenen des letzten Jahres gedenkt und dazu deren Bilder auf der Großleinwand gezeigt werden.

Flotte Sprüche des Gastgebers sowie kurzweilige Sketche mit Witz und Fantasie, die nicht immer ganz jugendfrei sind, machen den Abend zu einem besonderen Erlebnis. Davon zeugen auch die vielen positiven Reaktionen in den sozialen Netzwerken. Am Ende der Gala gibt es als Rausschmeißer eine musikalische Einlage von Jan Josef Liefers und der hauseigenen Band A.K.A. & the Demics: den Song „Lola“ von The Kinks (unter dem Artikel).

Jan, die Aufgabe hast du bravourös gemeistert, da ist sich das Autorenteam einig. Uns hat es wirklich ausgesprochen gut gefallen. Kannst du ruhig öfter machen. :-)


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Baron Münchhausen (2012)

Inhalt:

Das Wirtshaus ist rappelvoll. Zwischen Kerzenschein und Bierkrügen erzählt der weit bekannte Baron Karl-Friedrich Hieronymus Freiherr von Münchhausen (Jan Josef Liefers) von seinen Abenteuern am Hof der Zarin Katharina (Katja Riemann) in St. Petersburg. Gebannt lauschen die Menschen seinen Worten, wie er allein das Osmanische Heer in die Flucht schlug, indem er die Belagerung mit Hilfe einer Kanonenkugel durchbrach, auf der er durch die Lüfte ritt.

Unter den Anwesenden ist auch Constanze von Hellberg (Jessica Schwarz), die ihm kein Wort glaubt und Münchhausen vor aller Augen bloßzustellen versucht. Aber das ist nicht das einzige Problem, mit dem sich der Baron herumschlagen muss. Nicht nur, dass er feststellen muss, dass er keinen Taler mehr in der Tasche hat, um das ganze Bier zu bezahlen, es taucht auch noch unverhofft ein kleines Mädchen auf, das behauptet seine Tochter zu sein.

Münchhausen glaubt Frieda (Helen & Isabelle Ottmann) kein Wort, doch das Mädchen bleibt hartnäckig, und als sie ihm auch noch hilft, dem wütenden Wirt zu entkommen, der sein Geld fordert, kommt er zu dem Schluss, dass er erst dann wieder seine Ruhe findet, wenn er Frieda zu ihrer Mutter zurückgebracht hat. Natürlich darf Frieda davon nichts erfahren, deshalb behauptet er ihr gegenüber, dass sie zum Mond reisen würden. Stattdessen aber lautet das Ziel St. Petersburg.

Unterwegs begegnen sie auch wieder Constanze von Hellberg, die dasselbe Ziel hat, denn sie möchte sich dort mit ihrem Verlobten treffen. Münchhausen versucht auch bei ihr seinen berüchtigten Charme spielen zu lassen, aber so recht will die gewiefte Constanze nicht anbeißen. Doch sie schließt sich ihnen an, denn – so betont sie – jemand muss sich ja um das Kind kümmern.

Eine abenteuerliche Reise beginnt, auf der sie sich gegen Piraten behaupten müssen und auf der Frieda und Münchhausen sogar auf dem Mond landen, um dort dem alten Mann im Mond zu begegnen, der die Sternschnuppen an den Himmel wirft.

Auch als die beiden wieder auf die Erde zurückkehren, glaubt Münchhausen nach wie vor nicht, dass er wirklich Friedas Vater ist, aber er fängt an, das kleine Mädchen wirklich gern zu haben. Er ahnt nicht, dass Friedas Mutter in Wahrheit längst tot ist und er sich daher wohl bald seiner väterlichen Verantwortung stellen muss. Freiheit und Abenteuer sind für ihn das höchste Gut.

Das weiß auch die Zarin, die extrem eifersüchtig auf das Gör ist, das ihr ihren geliebten Baron wegnehmen will. Durch eine List konfrontiert sie Münchhausen mit der Wahrheit, worauf er Frieda fortschickt.
Doch schon am nächsten Morgen bereut er, was er getan hat, und möchte das Mädchen wieder finden. Dafür muss er sich aber wieder einer Herausforderung stellen: Frieda wurde nämlich an den Hof des Sultans (Tayfun Bademsoy )als Sklavin verkauft. Zusammen mit Constanze und seinen beiden Freunden Hermes (Lars Rudolph)und Vladimor (Gennadi Vengerov) macht sich Münchhausen auf, um seine Tochter zu befreien.

von Jolli


Jolli meint:

Selten so gelacht! Es ist lange her, seit mir meine Mama die wilden Geschichten des Baron Münchhausen vorgelesen hat, aber zwei Bilder hatte ich noch sehr deutlich im Kopf: der Ritt auf der Kanonenkugel und wie sich der Baron am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen hat. Dementsprechend gespannt war ich auf die Umsetzung.

Vieles, was ich zur Aussage des Films zu sagen habe, steht bereits hier. Ich will also nicht alles wiederholen. Das Lob über Schauplätze und Kostüme, das man hin und wieder gelesen hat, war meiner Meinung nach vollkommen berechtigt. Ich liebe Fantasy-Filme unter anderem genau deswegen. Wenn man vorher das Making-of gesehen hat, musste man natürlich hin und wieder schmunzeln, weil man sehr genau wusste, woher der Putz von der Decke bröckelte oder man konnte den Atemhauch in einigen Szenen deutlich erkennen.

Natürlich hätte der Film zur Primetime niemals bestehen können. Dafür war er aber ganz einfach auch nicht ausgelegt. Ich habe mich einfach überraschen lassen und musste immer wieder über die absurden Ereignisse lachen. Erst hält man es noch für einen verrückten Witz, wenn es um eine Reise zum Mond geht und schon eine viertel Stunde später verschlägt es die Hauptfiguren genau dorthin. Logisch ist das ganz sicher nicht, aber durchaus amüsant.

Da ich die alte Verfilmung nicht kenne, habe ich auch keinen Vergleich, aber mir hat die Rahmenhandlung eigentlich sehr gut gefallen. Warum nicht mal den großen Abenteurer vor seine größte Herausforderung stellen: die Verantwortung für ein Kind?
Es gab zwar nur einen sehr kleinen Spannungsbogen, dafür aber immer wieder kleine Geschichten, die das ganze sehr kurzweilig gestalteten.

Der zweite Teil gefiel mir eigentlich noch besser als der erste. Die Szene, als Münchhausen Frieda fortschickt, ist dramatisch, die Befreiungsaktion dafür wieder umso lustiger. Fatima war einfach klasse! Dagegen fand ich die Rolle von Aydin nur nebensächlich, auch wenn die anderen dank seiner Idee zum Schluss fliehen können.

Überhaupt gab es zum Schluss ein paar Kleinigkeiten, die selbst mit großer Fantasie noch unlogisch erscheinen. Damit meine ich nicht nur, dass Hermes für den Weg nach Russland trotz seiner Schnelligkeit weitaus länger brauchte, als für den Rückweg. Ein gewaltiges Plotloch liegt vielmehr in der Festnahme des Beraters der Zarin, der Münchhausen angeblich ermordet haben soll, wo sie doch mit eigenen Augen mitangesehen hat, wie sich der Baron selbst erstochen hat (oder zumindest so getan hat).

Der Film wäre nicht, was er ist ohne seine Darsteller. Münchhausen ist nicht „Professor Karl-Friedrich Boerne im Quadrat“ (Zitat FAZ), auch wenn die beiden Figuren durchaus das elitäre Auftreten gemeinsam haben. Natürlich ist eine gewisse Ähnlichkeit zu Jack Sparrow nicht abzustreiten, das gebe ich ehrlich zu. Auch die Titelmelodie hat mich sehr an Fluch der Karibik erinnert. Für mich ist das kein Minuspunkt, ganz im Gegenteil.
Es sind oft die kleinen Details in Gestik und Mimik, aus denen Jan Josef Liefers den Lügenbaron zu einem unverwechselbaren Charakter machen: verrückt, furchtlos, charmant und liebenswürdig. Besonders als er Frieda immer mehr ins Herz schließt.
Aber auch die anderen Darsteller sind spitze. Katja Riemann als durchtriebene Zarin Katharina, die freche Jessica Schwarz als Constanze (sie hätte von mir aus durchaus noch einen Tick frecher sein können, um Münchhausen ordentlich kontra zu geben), und natürlich die Zwillinge Helen und Isabelle Ottmann, die sich die Rolle der Frieda geteilt haben.


Gabi meint:

Mir hat der Zweiteiler insgesamt gefallen, trotz einiger Schwächen. Dabei stören mich weniger die nicht von der Hand zu weisenden Ähnlichkeiten zu ‚Fluch der Karibik‘; die Filmmusik mag ich sowieso sehr, auch in der ‚entlehnten‘ Variante ist sie schmissig, und die Darstellung hat zwar zweifellos etwas von Jack Sparrow, ist aber für mein Empfinden deutlich zurückhaltender. Kostüm und Maske hätten sich etwas mehr von Jack unterscheiden dürfen; ich kenne PotC nur ausschnittweise, habe mir aber sagen lassen, dass einige Sequenzen und Kampfszenen doch sehr davon inspiriert waren. Mag sein. Ich fand den Baron eigenständig genug, um trotzdem zu bestehen. Eine Ähnlichkeit zu Boerne sehe ich allenfalls ganz oberflächlich. Wer Boerne kennt, könnte ihn niemals mit irgend jemandem vergleichen, der ist einfach ein Unikat. Der Baron mag einige Gesten mit ihm gemeinsam haben, mehr aber auch nicht.

Den ersten Teil fand ich besser, kindlicher, märchenhafter, meine Lieblingsepisode ist die auf dem Mond, weil sie so ganz und gar absurd ist und dadurch am meisten die reine Märchenhaftigkeit repräsentiert. Niemand fragt danach, wovon der alte Mann im Mond wohl lebt, es ist ja doch eher karg da. Es ist ein Märchen, da ist alles möglich, Punkt. Hier liegt auch der Unterscheid zur Fantasy, die oft mit pseudologischen Elementen wie Magie arbeitet, um eine in sich stimmige Welt zu erschaffen. Hier wurde das gar nicht erst versucht.

Als großer Fan des Hans-Albers-Films war ich auch auf die Unterschiede gespannt. Einige Szenen waren sehr ähnlich, wie die Geschichte mit dem Läufer und dem Tokaier. Aber außer ein paar Handlungselementen haben die beiden Versionen wenig miteinander zu tun, obwohl sich beide mit der Frage des Verantwortungsbewußtseins auseinandersetzen. Bei Albers ist Münchhausen unsterblich und sieht, wie die Menschen um ihn herum altern, bis er sich schließlich aus freien Stücken aus Liebe zu seiner Frau für die Sterblichkeit entscheidet; es ist ein Film für Erwachsene, die Dialoge, die philosophischen Fragestellungen, die er aufwirft, sind nicht an Kinder gerichtet . In der vorliegenden Fassung ist Münchhausen ein normaler Mann in einer märchenhaften Welt, ein Hallodri, der sich mit Pfiffigkeit und Wortgewandtheit durchs Leben schlägt, bis ihn die Liebe zu einem Kind lehrt, für andere da zu sein.

Was mir weniger zusagte waren die Slapstick-Elemente, die ganze Harems-Verkleidungs-Geschichte, für meinen Geschmack nahm das zu viel Raum ein und paßte auch nicht so ganz zum Rest. Überhaupt schien mir, der Film konnte sich nicht hundertprozentig entscheiden, was er denn nun sein wollte, und das trübte das Vergnügen ein wenig,

Dagegen waren die Darsteller durchweg gut, rein von Berufs wegen hat mich Constanzes Verlobter sehr amüsiert, ich fürchte, gelegentlich doziere ich ähnlich leuchtenden Auges über Abschreibungsmethoden ;). Der Berater der Zarin: ein intriganter Schurke wie aus dem Buch, der einfältig-böse Sultan, der starke Vladimor, der misanthropische Mann im Mond: alles Figuren, denen man mit Vergnügen zuschaut. Katja Riemanns Vorstellung als Zarin gefiel mir gut, und die Zwillinge als Frieda waren eine Entdeckung.

Wie es sich im Märchen gehört, waren die Guten von den Bösen klar zu unterscheiden. Der Baron ist eine rundum sympathische Figur, mit der man gerne mitfiebert.


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