Jan Josef Liefers

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Raumpatrouille Orion kehrt auf die Bildschirme zurück…

Aprilscherz OrionDiese Nachricht ist ein Hammer: ‚Raumpatrouille Orion‘ kehrt auf die Bildschirme zurück! Zumindest, wenn es nach uns ginge. *g*

Leider nur ein Aprilscherz. Der erste in der Geschichte der Fanseite. Aber fest steht: wir hatten viel Spaß damit!

Natürlich wird unsere Imitation der ARD-Seite nicht online bleiben, sondern zeitnah wieder gelöscht. Aber es steckt zu viel Arbeit darin, als dass sie komplett in der Versenkung verschwinden soll. Deshalb möchten wir den Scherz hier ‚konservieren‘, indem wir noch einmal die Grafik und den dazugehörigen Text bringen. Und vor allen Dingen möchten wir einen ganz herzlichen Dank sagen an Tommy Krappweis, der uns für den kleinen Schwachsinn nicht nur seine FX-Firma ‚zur Verfügung gestellt hat‘, sondern uns kurzerhand noch einen Regisseur gefunden und den Text mit einigen Fachbegriffen so aufgepeppt hat, dass es ein echter Spaß ist, ihn zu lesen!
Wie schon gesagt, das Team hatte viel Spaß mit dem kleinen Gag, und den vielen Smileys und Kommentaren auf Facebook und Twitter nach zu urteilen, nicht nur wir. Das freut uns!! :D
Falls ihr euch mal durchklicken möchtet:

Offensichtlich waren wir so überzeugend in unserem Scherz, dass „Die Zeit“ auf ihrer Homepage im täglichen Wissensquiz am 6.4. gefragt haben muss, welche Fernsehserie neu aufgelegt wird. Erst nachdem ein User auf Twitter auf unsere kleine Fakeaktion hingewiesen hat, wurde die Frage kommentarlos ausgetauscht. Sehr gern hätten wir einen Screenshot dazu gezeigt, leider haben wir das zu spät mitbekommen. Aber das Gespräch auf Twitter ist wohl eindeutig genug: :D

 


Hier nun noch einmal unser originaler Text und das dazugehörige Bild für die, die es interessiert. Und unten im Anhang noch Screenshots ‚unserer‘ ARD-Seite:

Aprilscherz Team Orion

Ein Klick auf das Bild vergrößert es

Die ARD legt einen Klassiker neu auf – ‚Raumpatrouille Orion‘ kehrt im Frühjahr 2017 auf die Bildschirme zurück.

In Zusammenarbeit mit ARD Degeto, Bavaria Film und BigHugFX bringt Das Erste die beliebte Science Fiction-Serie in einem abendfüllenden Spielfilm zurück auf den Bildschirm. Liefers, Uhl, Tukur, Möhring, Striesow, Wörner… die Riege der Hauptdarsteller liest sich wie das Who‘s who des deutschen Fernsehens.

„Nach jahrelanger Planung geht auch für uns ein Traum in Erfüllung“, freut sich Wolf-Dieter Jacobi, Spielfilm-Koordinator der ARD. „Für ‚Raumpatrouille Orion‘ haben wir neben Jan Josef Liefers und Nadja Uhl eine bislang nie dagewesene Riege an hochkarätigen Schauspielern zusammenbekommen. Diese außergewöhnliche Besetzung, der hohe Production Value und Visual Effects auf internationalem Standard machen diese Neuverfilmung zu einem herausragenden Programmevent des kommenden Jahres.“

Jan Josef Liefers wird die Rolle des Commander McLane übernehmen. „Kaum jemand ist besser geeignet, in die Fußstapfen von Dietmar Schönherr zu treten“, so Jacobi über seinen Hauptdarsteller. „Commander McLane ist ein Idol seiner Zeit, ein erfahrener Raumschiffkommandant, der mit allen Wassern gewaschen ist und für seine Überzeugungen eintritt. Gleichzeitig weiß er mit seinem jungenhaften Charme auch Skeptiker für sich einzunehmen. Seine Crew steht wie ein Mann hinter ihm, obwohl er sich nicht scheut, ein ums andere Mal Grenzen zu übertreten. Die Rolle ist Jan Josef Liefers wie auf den Leib geschneidert.“

Mindestens ebenso glücklich zeigt er sich über die Verpflichtung von Nadja Uhl als Sicherheitsoffizier Tamara Jagellowsk. „Ihr fällt die undankbare Aufgabe zu, McLane und seine Truppe im Zaum halten zu müssen. Doch schon bei ihrem ersten Auftritt wird klar, dass sie sich schneller Respekt verschaffen kann, als es der Mannschaft lieb ist. Kühl und abweisend zu Anfang, nähern Crew und Sicherheitsoffizier sich aber nach und nach an, um gemeinsam den Gefahren des Alls entgegenzutreten. Nadja Uhl ist prädestiniert für diese Rolle, durch ihr nuanciertes Spiel ist sie wie kaum jemand anders in der Lage, die Figur bei aller Härte sympathisch wirken zu lassen.“

Auch die weiteren Crewmitglieder der Orion sind mit namhaften Darstellern besetzt: Wotan Wilke Möhring wird als Armierungsoffizier Mario de Monti agieren, Natalia Wörner übernimmt die Rolle von Leutnant Helga Legrelle, Devid Striesow spielt den Astrogator Atan Shubashi und Ulrich Tukur wird dem dienstältesten Kollegen und Bordingenieur Hasso Sigbjörnson neues Leben einhauchen. Herbert Knaup, Michael Brandner und Heiner Lauterbach sowie Martin Brambach und Robert Atzorn komplettieren als Oberste des Militärs und des Galaktischen Sicherheitsdienstes das einzigartige Ensemble.

Die Regie wird Erik Haffner übernehmen, der zuletzt mit der Inszenierung der ZDF Serie ‚Comedy History‘ auf sich aufmerksam machte. „Erik Haffner ist ein visuell denkender Regisseur, der neben seiner Leidenschaft für Science Fiction bei uns auch mit seiner großen Erfahrung im Bereich Visual Effects punkten konnte. In den Serien wie ‚Hubert & Staller‘ und ‚Pastewka‘ zeigte er außerdem sein Talent zur vergnüglichen Figurenführung. Wir möchten bei aller Dramatik auch leichtere Zwischentöne etablieren, wie man sie etwa von dem berühmten Triumvirat um Kirk, Spock und Dr. McCoy kennt. Und diese Gratwanderung beherrscht Erik Haffner wie kaum ein zweiter in Deutschland.“

„Eine der größten Herausforderungen wird es sein, den Charme der alten Serie zu erhalten“, so Jacobi weiter. „Das zu schaffen, hängt nicht allein von den Darstellern, Drehbuch und Regie ab, sondern auch zu großen Stücken von der Ausstattung und den visuellen Effekten. Dem berühmten Bügeleisen oder dem Eiskugelformer werden wir in der ein oder anderen Form Respekt erweisen, ohne dass die Ernsthaftigkeit unseres Vorhabens darunter leidet. Auch die CGI-Effekte und Animationen wollen wir auf höchstem Niveau, aber eben auch mit Respekt vor dem Original, ausführen. Ich freue mich, dass wir für die Visual Effects die junge Münchner Firma BigHugFX von Multitalent Tommy Krappweis für unser Projekt gewinnen konnten. Das Team hat bereits im ähnlich vfx-lastigen Fantasybereich bewiesen, dass es auch mit den hierzulande üblichen Budgets Erstaunliches zu leisten vermag, aber mit der Arbeit an dem Rocky-SpinOff ‚Creed‘ auch höchste Ansprüche aus Hollywood erfüllt. Erste Layouts und Tests waren außergewöhnlich vielversprechend und das Team ist hochmotiviert, hier einen Meilenstein für das deutsche Fernsehen zu schaffen.“

„Raumpatrouille Orion“ ist eine Produktion der Bavaria Fernsehproduktion GmbH (Niederlassung Köln; Produzentin: Sonja Goslicki) im Auftrag der ARD. Die Dreharbeiten sind ab Ende Mai 2016 in Köln und Umgebung geplant. Sendetermin voraussichtlich Anfang April 2017.

Die Pressemappe zu „Raumpatrouille Orion“ finden akkreditierte Journalisten demnächst im Pressedienst Das Erste zum Download.

Pressekontakt:
http://www.janjosefliefers-fanseite.com
Tel. 0221 01 04 2016
post@jjl-fanseite.de


 


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Deutscher Fernsehpreis 2013 – ‘Der Turm’ als Bester Mehrteiler nominiert

Der Turm, die erfolgreiche Verfilmung des gleichnamigen Romans von Uwe Tellkamp, hatte am vergangenen Mittwoch, dem 2. Oktober 2013, gleich dreifach die Chance, den Deutschen Fernsehpreis abzuräumen. Nominiert wurde er als Bester Mehrteiler. Ebenso nominiert waren Jan Josef Liefers als Bester Schauspieler sowie Claudia Michelsen und Nadja Uhl als Beste Schauspielerin.

Die Konkurrenz war allerdings sehr groß: Die Jury hatte die schwere Aufgabe, sich zwischen Der Turm und den ebenso starken Produktionen Unsere Mütter, unsere Väter (die letztendlich die Trophäe erhielt) und Das Adlon zu entscheiden.

Allen Preisträgern unsere herzlichsten Glückwünsche!

Sichtbar amüsiert zeigte sich Jan Josef Liefers im Publikum, als Max Giermann und Martin Klempnow in der Laudatio für die Kategorie Beste Comedy die Münsteraner Tatortermittler Prof. Karl-Friedrich Boerne und Frank Thiel parodierten.


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Die Sturmflut (2006)

Inhalt

die sturmflutFebruar 1962. Von Island her bewegt sich ein Orkantief Richtung deutsche Nordseeküste. Die Meteorologin Susanne Lenz  (Natalia Wörner) macht sich Sorgen, doch ihr Vorgesetzter Friedrich Pröscher (Walter Kreye) nimmt die Warnungen nicht ernst. Susanne macht sich zur Bohrinsel Frieda I auf, auf der es auch eine Wetterstation gibt. Dort wird ihr umso deutlicher klar, dass der Nordseeküste eine Sturmflut bevorsteht, die die Elbe entlang bis Hamburg gelangen kann. Aber als ein Blitz einschlägt, bricht der Kontakt zum Festland ab. Schlimmer noch! Die Ausläufer des Sturms bringen die Bohrinsel in Seenot. Sie droht zu kippen.

In Hamburg merkt von alledem lange niemand etwas. Für Katja Döbbelin (Nadja Uhl) dreht sich momentan alles nur um ein Thema: die Hochzeit mit Markus Abt (Jan Josef Liefers), dem Vater ihres 5jährigen Sohnes Philip (Henry Stange). Markus ist Oberarzt und stammt aus gutem Hause. Sein Vater Karl (Michael Degen) ist skeptisch, da Katja aus einfachen Verhältnissen stammt, doch für Markus ist das belanglos. Er liebt Katja und er liebt seinen Sohn.

Die Komplikationen nehmen erst ihren Lauf, als Jürgen Urban (Benno Fürmann) plötzlich wieder auftaucht. Er war einst Katjas große Liebe, ehe er sie verließ, um auf See zu fahren. Seither reiste er um die Welt und ist eigentlich nur auf einem kurzen Landgang in Hamburg, um nach seinem Vater Jens (Götz George) zu sehen, der im Krankenhaus liegt. Dort erfährt er von Marcus, dass er Katja heiraten wird.

Katjas Polterabend droht zu einem Eklat zu werden, nicht nur weil sich ihr Bruder Stefan (Gil Ofarim) einmal wieder mit seinem Vater Paul (Elmar Wepper) streitet, sondern auch weil Jürgen plötzlich auftaucht und Marcus deshalb die Beherrschung verliert.

Inzwischen nimmt die Katastrophe ihren Lauf: die Sturmflut erreicht Hamburg im Schlaf. Die folgenden Stunden werden nicht nur zu einem Kampf ums Überleben, sondern auch zu einer harten Zerreißprobe für Katja und ihre Familie. Denn Katja erkennt, dass sie Jürgen noch immer liebt und sie muss Marcus gestehen, dass er nicht Philips Vater ist.

von Jolli



Jolli meint:

Historische Verfilmungen, gerade wenn es sich um Katastrophen handelt, sind eine heikle Angelegenheit. Schnell muss man sich fragen, wie viel geschichtliche Realität und wie viel Fiktion baut man ein, um die Geschichte dem Zuschauer näher zu bringen.

In diesem Fall wurde ein Weg gewählt, die Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachtet. Zentral natürlich: Katjas innerer Konflikt mit ihren Gefühlen. Marcus und Jürgen werden in dieser Hinsicht zu Kontrahenten, ohne dass man sich als Zuschauer auf eine Seite stellt, denn beide hätten das Glück absolut verdient. Aber eigentlich weiß man schon von vorherein, wer am Ende der Gewinner sein wird. Im Gegensatz zu Jürgen, der sich so tapfer immer wieder in Gefahr begibt, ist Marcus nicht der typische Held, was ihn in meinen Augen eher als die menschlichere Figur der beiden wirken lässt. Fast könnte man ihn schon hassen, wenn er Jürgen in der Apotheke zurücklässt. Aber am Ende beweist er die größte Selbstlosigkeit, indem er Katja loslässt.

Kritik erntete der Film nicht nur wegen geschichtlicher Fehler, sondern auch, weil er die Liebesgeschichte mehr betonte, als das eigentliche Thema, nämlich die Sturmflut selbst. Das fand ich allerdings nicht. Schließlich bekommt man durch die Nebengeschichte auf der Bohrinsel und die Ereignisse in der Zentrale auch sehr viel Einblick in das Drumherum (und nebenbei einen hervorragend spielenden Christian Berkel als Innensenator Helmut Schmidt).

Besonders hervorzuheben sind natürlich auch die beeindruckenden visuellen Effekte und die aufwändige Inszenierung, die Darsteller und Produktionsteam an ihre Grenzen brachte. Also ein durchaus sehenswerter Film!


Gabi meint:

Der Film hat mich beeindruckt und mitgerissen, was bei mir nicht so oft vorkommt. Im Gegensatz zu anderen (insbesondere US-) ‚Katastrophenfilm‘-Produktionen wirkt die Darstellung hier nie übertrieben, sondern beängstigend realistisch, gerade auch durch den Gegensatz zu der Normalität und der spießbürgerlich anmutenden Atmosphäre beim Polterabend.  Ich war ’62 noch zu klein und erinnere mich nicht an die Berichte von der Katastrophe, wohl aber an Frisuren, Mode, Einrichtung, Autos aus der Zeit; die leidigen Diskussionen über Haar- und Rocklängen, ‚Negermusik‘,  ‚passende‘ Partien zum Heiraten. Das ist gut getroffen.

Die Liebesgeschichte als solche: Ohne den Kontext wäre sie eines Lore-Romans oder eines Heimatfilms würdig und, wie auch tittelbach.tv schreibt, vollkommen vorhersehbar. Der gesamte Ablauf ist nun wirklich ganz unten aus der Kitsch-Schublade gezogen, inclusive der Szene, als Markus den hilflosen Jürgen in seiner verzweifelten Lage zurücklässt, und natürlich ist Philipp in Wirklichkeit Jürgens Sohn. – Aber vielleicht ist es gar nicht schlecht, dass diese Story einen nicht gerade vom Hocker reißt, denn sie ist auf diese Weise noch mehr Mittel zum Zweck, die Ausnahmesituation spürbar zu machen. Auch die ebenso vorhersehbare Szene zwischen Susanne und Alexander, die auf der Bohrinsel dem Tod ins Auge sehen, ist entsprechend einzuordnen. Da diese Geschichten die eigentliche Handlung, die Sturmflut, ihre Auswirkungen und deren Bewältigung, nur unterbrechen, und illustrieren, erfüllen sie ihren Zweck sehr gut.

Das Thema: ‚Wie verhält sich der Mensch in Extremsituationen‘ wird in den unterschiedlichsten Szenen beleuchtet, sei es das Zögern des Meterologen, die Warnung ernstzunehmen, der Einsatz von Susanne und Alexander auf der Bohrinsel, Helmut Schmidts souveränes Verhalten (im Kontrast dazu die Bürokraten, die tatsächlich noch ans Budget denken und nichts begriffen haben), aber auch die Annäherung der beiden so unterschiedlichen Mütter, gut gespielt von Jutta Speidel und Gaby Dohm.

Ein gelungener, sehenswerter Film, der auch meinem Mann gefallen hat ;)


Links:

 


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Das Wunder von Lengede (2003)

Inhalt:

Wunder von LengedeEs ist das Jahr 1963. Der kleine Ort Lengede in Niedersachsen lebt vom Eisenerzabbau. Nahezu alle Männer im Ort verdienen ihr Geld mit dem Untertagebau, so auch Franz Wolbert (Heino Ferch) und Bruno Reger (Jan Josef Liefers). Für die beiden Freunde scheint alles perfekt zu sein. Jeder von ihnen hat eine glückliche kleine Familie, sie spielen in ihrer Freizeit Fußball und arrangieren sich mit ihrem harten Job. Das gleiche gilt jedoch nicht für die Ehefrauen der beiden. Helga (Nadja Uhl) macht sich ständig Sorgen um Franz, weil sie weiß, wie gefährlich der Eisenerzabbau ist und Renate (Heike Makatsch) träumt davon mit Bruno und ihrer gemeinsamen Tochter nach Kanada auszuwandern, um der Enge Lengedes zu entkommen. Leider hegen die beiden Männer wenig Ambitionen, ihr derzeitiges Leben aufzugeben.

Am Morgen des 24. Oktobers beginnt der Tag wie immer. Die Kumpel machen sich bereit für einen weiteren harten Arbeitstag in den Tiefen der Bergwerksstollen. Was sie nicht ahnen ist, dass Harald Hansen (Sylvester Groth), der Bergwerksingenieur des Unternehmens, ernste Sorgen bezüglich eines Klärteichs geäußert hat, der viel zu stark mit Wasser gefüllt ist.

Der Chef des Unternehmens Heiner Dietz (Günther Maria Halmer) spielt die Gefahr herunter, aber da ist es bereits zu spät. Der Teich bricht und gewaltige Wassermassen beginnen die Stollen zu füllen. Viele von ihnen brechen zusammen und schneiden jeglichen Fluchtweg ab. Für viele der Kumpel kommt die Katastrophe zu überraschend, sie werden von den Fluten in den Tod gerissen.

So leicht geben Franz und Bruno aber nicht auf. Zusammen mit weiteren Kumpeln gelingt es ihnen, sich einen Weg zu einem längst aufgegebenen Bergwerksabschnitt zu bahnen, wo sich eine Luftblase gebildet hat, doch der Preis für diese Flucht ist hoch. Nicht alle schaffen den gefährlichen Weg ans rettende Ziel.

Inzwischen hat sich das Unglück auch an der Oberfläche herumgesprochen. Die Frauen und Kinder der Bergleute strömen an die Tore des Unternehmens, doch sie bleiben im Ungewissen. Als erste Tote aus den Stollen geholt werden, wird die Angst nur umso größer. Helga und Renate sind hin- und hergerissen zwischen Hoffen und Bangen. Sie versuchen sich gegenseitig Mut zu machen, doch je mehr Zeit vergeht, desto schneller schwindet die Hoffnung.

Die Bergleute harren über Tage in dem Abschnitt aus, den man im Volksmund den „Alten Mann“ nennt, doch von Sicherheit kann hier keine Rede sein. Noch gibt es keinen Ausweg. Je mehr Zeit vergeht, desto aussichtsloser wird die Lage. Die Nerven liegen blank, einige drohen wahnsinnig zu werden.
Sie alle klammern sich an die immer kleiner werdende Hoffnung gerettet zu werden.

Doch an der Oberfläche sieht die Welt ganz anders aus. Nach mehreren Tagen beschließt Dietz, die Suche nach weiteren eingeschlossenen Kumpeln einzustellen und den Betrieb im Bergwerk wieder aufzunehmen. Für viele, die immer noch hoffen, ist das Entsetzen groß. Jürgen Grabowski (Armin Rohde), der Bohrtruppleiter, will noch nicht aufgeben. Schon lange hält sich im Ort die Vermutung, dass sich die letzten Überlebenden im Alten Mann aufhalten. Eine Suchbohrung wird also veranlasst.

Neue Hoffnung keimt auf, als man tatsächlich auf Lebenszeichen stößt. Doch noch fehlen die Mittel, um die Verschütteten sicher aus dem Bergwerk zu holen. Der Wettlauf gegen die Zeit geht weiter.

von Jolli


Jolli meint:

Ich habe mir schon gedacht, dass der Film sehr dramatisch sein wird, aber dass er mich doch so fesseln konnte, hätte ich nicht vermutet. Ich habe mich absichtlich vorher nicht über die historischen Hintergründe informiert, damit ich mich vollkommen von den Ereignissen überraschen lassen kann (diesen Fehler hab ich damals beim „Untergang der Pamir“ schon gemacht). Trotzdem war mir relativ schnell klar, dass Bruno Reger diese ganze Sache nicht überleben wird. Die Hinweise waren zu deutlich. Dennoch hat sich bei mir zeitweise so etwas eingestellt, was ich gerne den Titanic-Effekt nenne: man weiß genau, dass es schlecht ausgeht, aber man hofft trotzdem auf ein Happy End.
Spannend fand ich das Ganze trotzdem. Bei der Szene mit den Klopfzeichen bin ich fast wahnsinnig geworden, weil ich schon dachte, die lassen diese Chance wirklich noch verstreichen.
Dietz‘ Handeln hingegen, dem der Betrieb wichtiger scheint als Menschenleben, wirkt fast schon klischeehaft.

Im Film sieht man einige bekannte Gesichter: Thomas Heinze, Benjamin Sadler, Katharina Wackernagel, Gilbert von Sohlern (neben den im Inhalt genannten), um nur einige zu nennen. Auch Axel Prahl ist mit von der Partie (auch wenn seine Figur nicht allzu sehr Aufmerksamkeit erregt). Leider reicht die Zeit nicht, um alle Charaktere zu beleuchten, obwohl sehr viel Potential da wäre. Einige sterben leider viel zu früh.

Es ist sicher kein Film für sanfte Gemüter, wenn man bedenkt, wie brutal es manchmal zugeht. Aber große Übertreibung ist es sicher nicht. Bergbau war und ist noch immer ein knochenharter und gefährlicher Job. Wenn dann am Ende die Überlebenden in dieser furchtbar engen Kapsel nach oben gezogen und von der jubelnden Menge empfangen werden, dann fühlt man sich an die Bilder von 2010 erinnert, als 33 chilenische Bergleute nach Monaten gerettet wurden.
Ein glückliches Ende für den Film? Vielleicht. Aber ein trauriger Nachgeschmack bleibt.


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Der Turm (2012)

Inhalt:

Der Turm (5)Dresden 1982. Auf den ersten Blick wirkt alles perfekt. Die Familie Hoffmann führt ein sorgenfreies, bildungsbürgerliches Leben im Nobelviertel „Weißer Hirsch“. Vater Richard (Jan Josef Liefers) ist ein erfolgreicher Chirurg und macht sich große Hoffnung, bald zum Klinikchef ernannt zu werden; Sohn Christian (Sebastian Urzendowsky) besucht ein Eliteinternat und verschreibt sich ganz der Musik und Literatur; und Mutter Anne (Claudia Michelsen) bleibt die gute Seele der Familie, mit einem großen Herzen auch für ihre Freundin, deren Mann in den Westen geflohen ist. Und dann wäre da noch Onkel Meno (Götz Schubert), der ganz in seinem Beruf als Lektor aufgeht.

Aber der Schein trügt. Hinter der schönen Fassade zeigen sich hässliche Risse. Richard führt schon seit Jahren ein Doppelleben. Mit Josta Fischer (Nadja Uhl), der Sekretärin des Chefarztes, hat er eine fünfjährige Tochter  namens Lucie. Josta hofft schon lange, dass sich Richard endlich zu ihr und Lucie bekennt und seine Frau verlässt, doch ihre Hoffnung bleibt vergebens, während Anne nichts vom Verhältnis ihres Mannes ahnt. Ohnehin plagen Richard ganz andere Sorgen. Schon bald soll der Posten des Klinikchefs vergeben werden und er ist der Überzeugung, dass niemand außer ihm selbst die nötige Qualifikation dafür hat. Doch auf Eignung allein kommt es im sozialistisch geführten Staat nun mal nicht an.

Christian vergräbt sich indessen in seine Bücher. Er bemüht sich um gute Noten, um eines Tages seinem Vater nachzueifern und selbst einmal Arzt zu werden. Doch immer wieder scheitert er an Richards hohen Erwartungen und zudem gilt er unter seinen Mitschülern als Außenseiter, weil er sich vollkommen zurückzieht. Allein die schöne Reina (Josephin Busch) scheint ein Auge auf ihn geworfen zu haben.
Auch Meno hat mit Problemen zu kämpfen. Sein Chef verlangt von ihm eine rigorose Zensur der Bücher, als deren Lektor er agiert. Zu diesen zählt auch ein Werk von Judith Schevola (Valery Tscheplanowa), die sich weigert, unter diesen Bedingungen noch weiterhin im SED-regierten Land zu bleiben und viel lieber in den Westen will. Meno ist fasziniert vom Charisma der Frau und bittet sie inständig zu bleiben. Er selbst bringt jedoch nicht den Mut auf, seine eigene Kritik am System offen auszusprechen.

Währenddessen steht Richard vor einer folgenschweren Entscheidung. Einst unterschrieb er als junger Mann eine Erklärung, um als Informant für die Stasi zu arbeiten und obwohl er dem seither nie mehr nachgekommen war, kommen die Männer nun auf ihn zurück. Richard bereut längst, was er damals getan hat, aber nun hat er keine Wahl, denn durch sein heimliches Verhältnis mit Josta ist er erpressbar geworden und er träumt ja noch immer vom Posten als Klinikchef. Also stimmt er zu und manövriert sich damit nur noch tiefer in sein Dilemma. Als er versucht, den Kontakt zu Josta und Lucie abzubrechen, erleidet Josta einen Nervenzusammenbruch und versucht sich umzubringen.

Veränderungen stehen auch für Christian an. Nach seinem erfolgreichen Schulabschluss muss er sich drei Jahre für die Nationalen Volksarmee verpflichten. Er glaubt, nur so später einen Studienplatz zu bekommen und versucht sich durchzubeißen. Aber als ein Kamerad während eines Manövers stirbt, hält er dem Druck nicht weiter stand und zeigt seine Verachtung gegen das System offen. Ein schlimmer Fehler, denn nun droht ihm eine Haftstrafe.

Doch das Land nähert sich einem Wandel. Es ist das Jahr 1989. Die Unzufriedenheit der Bürger wächst und mit ihr formiert sich eine immer stärker werdende Oppositionsbewegung.  Und während Richard völlig resigniert, weil er erkennt, dass er nicht nur niemals Klinikchef werden wird, sondern auch Anne längst verloren hat, entdeckt Anne endlich, wofür es sich zu kämpfen lohnt und geht für ihre Überzeugung auf die Straße.
Aber noch hat die politische Führung nicht vor, sich das Heft aus der Hand nehmen zu lassen und ordnet dementsprechende Maßnahmen an.

von Jolli


Der Turm: Soundtrack


In ‘Der Turm’ wird ‘Am Fenster’ angespielt; hier eine Liveversion von 1978.


Gabi meint:

Schon im Vorfeld fand die zweiteilige TV-Verfilmung des Romans von Uwe Tellkamp viel Beachtung. Interviews, Vorab-Kritiken, eine eigens eingerichtete Website sollten die Aufmerksamkeit des Publikums erregen, und es gelang: trotz des zeitgleich laufenden Championsleague-Spiels erreichte der erste Teil am 3. Oktober 2012 7,5 Millionen Zuschauer entsprechend einem Marktanteil von 21,3 %. Der zweite Teil kam auf 19,7%. Das Team kann zu Recht stolz sein auf diesen Erfolg.

Die Reaktionen von Kritik und Publikum waren ganz überwiegend positiv. Vor allem das Ensemble wurde so gut wie ausnahmslos gelobt. Einige beispielhafte Kritiken sind in der Linksammlung weiter unten nachzulesen. Es gab auch kritische Stimmen, vor allem, was die Darstellung der Verhältnisse in der DDR angeht. Während einige alles übertrieben finden und ‚Ossi-Bashing‘ argwöhnen, geht anderen die Kritik nicht weit genug.

Ich habe weder Verwandte noch Bekannte im Osten und dachte bisher, ich sei unvoreingenommen. Durch diesen Film wurde mir wieder bewusst, wie stark wir im Westen indoktriniert wurden, lange vor den 80ern. In der Grundschule, Mitte der 60er, packten wir Care-Päckchen mit Lebensmitteln und Kaffee für die ‚drüben‘ – in meiner kindlichen Vorstellung waren unsere Brüder und Schwestern so in etwa dasselbe wie die armen Negerkinder. Zehn Jahre später glaubte ich allen Ernstes an den Sieg des Sozialismus, den mir redegewandte junge Männer sowohl von der linksintellektuellen Fraktion (das frauenverachtendste Gesocks, das mir je begegnet ist, btw) als auch von der SDAJ (Jugendorganisation der DKP) mit absoluter Sicherheit voraussagten. Ich habe auch Marx gelesen. Aber das war alles sehr theoretisch. Eine konkrete Vorstellung von der DDR, den Menschen, die dort lebten, hatte ich nicht. Man hörte von Flüchtlingen, von Schüssen an der Mauer; ein einziges Mal war ich zu der Zeit in Berlin, wir fuhren durch gefühlte tausend Kilometer Wald, und an der Grenze übersah unser Fahrer wahrhaftig ein Haltesignal, worauf jemand mit einem Gewehr uns aufhielt. Sehr surreal alles, unwirklich, wie im Film. ‚Die Legende von Paul und Paula‘ habe ich gesehen; meine Erinnerung daran ist nicht viel mehr als ein Gefühl: Traurig. Und trist.

Der Film ‚Der Turm‘ dagegen bringt mir dieses Land nahe. Ob alles bis ins Detail authentisch ist, spielt keine Rolle. Zunächst fallen merkwürdigerweise die Gemeinsamkeiten auf, im zwischenmenschlichen Bereich könnte sich vieles hier genau so abspielen, der patriarchalische Vater, die außereheliche Affäre, der Konkurrenzkampf um den besseren Posten und die besseren Beziehungen, Mobbing des introvertierten ‚Strebers‘ in der Schule: das sind alles Situationen, die nicht von einem politischen System abhängen. Aber durch den allgegenwärtigen Druck, die Überwachung und die ernsten Konsequenzen ‚politisch unkorrekten‘ Verhaltens bekommt alles eine andere Dimension, haben menschliche Schwächen Auswirkungen, die über das private Drama hinausgehen.
Am Beklemmendsten fand ich die Situationen in der Schule, allein schon die Aufsatzthemen, das FDJ-Tribunal, das Duckmäusertum, das den jungen Leuten aufgepreßt werden sollte. Auch wenn sich das beim Militär konsequent fortsetzte, dort wirkte es für mich nicht so furchtbar falsch – vom Militär erwartet man Drill und hierarchische Strukturen. Die Schule sollte ein Ort sein, der freies Denken fördert – ja, ich weiß, darüber könnte man auch hierzulande in Hohngelächter ausbrechen…

Stilistisch ist der Film schon fast mit einem Bilderbogen zu vergleichen, Momentaufnahmen reihen sich aneinander und ergeben doch eine Entwicklung und ein stimmiges Gesamtbild. Insgesamt sehr unaufgeregt, keine Melodramen und eine ruhige, unaufdringliche Musik. Die Charaktere, jeder für sich, hinterlassen nachhaltigen Eindruck, vor allem die starken Frauenfiguren sind hervorzuheben, glänzend gespielt und den Männern charakterlich weit überlegen. Einzig der junge Christian kann moralisch neben ihnen bestehen. Und doch möchte ich hier den Beitrag eines Users auf Jans Facebookseite zitieren:
Aber über allen dominiert Liefers. Dominiert, ohne das Spiel zu zerstören, ohne sich mit Gewalt in den Vordergrund zu drängen. Ein Widerspruch? Mitnichten. Er dominiert das Spiel, ohne (den hervorragenden) Urzendowsky oder Michelsen (einfach nur toll) an die Wand zu spielen. Die Mitstreiter können durchaus mithalten.
Aber Liefers spielt eben besonders. Zeigt, dass mitreißendes und spannendes „großes Kintopp“ nicht auf Knall und Explosion angewiesen ist. Zeigt, dass eine Geste, eine bestimmte Mimik mehr ausdrücken kann, als gefühlte 275.867 Tonnen TNT. Liefers zeigt mit einem einzigen Ausdruck die Zerrissenheit, die der Protagonist fühlt, die ausweglose Situation, in der er sich befindet.‘

Diese Erkenntnis ist zwar nicht neu, ich glaube, ich habe sie so ähnlich auf diesen Seiten schon mehrfach formuliert, aber schön, dass durch den ‚Turm‘ auch andere sehen, dass (Zitat desselben Users)  Liefers  mehr ist als nur ein vorbestrafter Junkie, der eine Truppe gelangweilter Rentner auf die Showbühne treibt … oder nur ein verschrobener, brillant-bekloppter Rechtsmediziner.


Jolli meint:

Es ist Weihnachten. Vier Weihnachtsmänner mit langen roten Mänteln und schneeweißen Kunstbärten zerschneiden einen Maschendrahtzaun, um in das dahinterliegende Forstgelände zu gelangen. Ihr Ziel: einen Weihnachtsbaum klauen und zwar noch bevor es der Pfarrer tut.
So beginnt die Romanverfilmung von Uwe Tellkamps „Der Turm“. Der amüsante Start zeigt, dass wir es mit diesem Zweiteiler nicht mit einem durchwegs hochdramatischen und bitterernsten Film zu tun haben. Gelegentliche heitere Momente sorgen dafür, dass man als Zuschauer mit der Thematik nicht vollkommen überfordert ist.

Ich war sehr gespannt auf den Film, nicht nur weil er schon lange vorher mit Interviews und Pressemitteilungen angekündigt wurde. Von Alter und Herkunft her gehöre ich zu den Menschen, die die Wendezeit nur aus dem Geschichtsunterricht kennen, der sich immer nur mit den trockenen, politischen Fakten befasst und in unseren Köpfen ein sehr intensives Schwarz-weiß-denken hinterlassen hat. Vielleicht habe ich mir wirklich erhofft, ein klein wenig mehr von dieser Zeit und ihren Menschen zu verstehen und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht.

Vieles, was man heute vielleicht fast schon als klischeehaft empfindet, wird aufgegriffen. Das sieht man schon an der oben beschriebenen Szene. Diebstahl gehört nun mal dazu, wenn das System solch einfache Dinge wie einen Weihnachtsbaum verweigert. Auch, dass man sich gegenseitig einen Gefallen leistet, um etwas zu erreichen, weil Geld allein völlig bedeutungslos ist, ist gang und gäbe. Und dann wäre da natürlich noch die Stasi, die überall ihre Augen und Ohren hat und immer dann auftaucht, wenn es am unangenehmsten ist.
„Der Turm“ zeigt sehr anschaulich, dass es für die Menschen zwei verschiedene Leben gegeben hat. Das Schweigen und Akzeptieren nach außen hin und die offene Kritik im Kreis der Familie. Der Titel verweist nicht umsonst darauf, wie sich die Figuren versuchen in ihrer eigenen kleine Nische gegen die Welt nach außen abzuschotten.

Der Film glänzt mit einer erstklassigen Besetzung und interessanten Charakteren. Nur gut und nur böse gibt es nicht. Jeder hat irgendwo seine Stärken und seine Schwächen, so wie es doch nur menschlich ist. Ich habe den Roman vorher nie gelesen, ich kann also nicht beurteilen, wie stark oder wie wenig sich die Charaktere in Buch und Verfilmung ähneln. Ich kann nur sagen, dass ich alle Figuren, so wie sie im Film gezeigt wurden, sehr realitätsnah fand. Wenn man einmal die Grundsituation ausblendet – völlig unabhängig davon wann und wo der Film spielt – dann wird man mit durchwegs natürlichen Problemen konfrontiert: die Fixierung auf ein bestimmtes Ziel und die tiefe Enttäuschung, dieses durch widere Umstände nicht erreichen zu können; der Erfolgsdruck von außen, dem man oft nicht gerecht werden kann; die eigenen Wünsche anderen Dingen unterzuordnen; die Angst in schweren Entscheidungen die falsche Wahl zu treffen.

Man könnte Seiten füllen, wenn man jeden der Charaktere analysieren wollte. Besonders beeindruckt hat mich Anne Hoffmann (nicht nur, weil ich Claudia Michelsen für sehr sympathisch halte). Man sieht im Film nicht genau, wann und wie sie von der Geliebten ihres Mannes erfährt. Geahnt hat sie es wahrscheinlich schon lange. Aber statt eine große Szene mit aller Dramatik zu machen, wie man es heutzutage so oft im Fernsehen zu sehen bekommt, verlässt sie Richard nicht und lässt ihn auch nicht im Stich, als er wegen des herben Rückschlags bezüglich des Klinikchefpostens völlig resigniert.
Das macht diesen Film so angenehm, dass er ohne jede Übertreibung auskommt. Natürlich hat die ein oder andere Figur hin und wieder einen Anfall von Wut und Hysterie. Man denke nur an Jostas Zusammenbruch im Treppenhaus oder Christians Wutanfall, als sein Freund im Manöver stirbt. Doch diese Emotionen wirken gerade weil sie nur in bestimmten Situationen aufblitzen so verständlich. So wie wir auch gern hin und wieder mal unseren Frust rauslassen, in anderen Lagen, aber versuchen ruhig zu bleiben.
Übertreibungen sind in diesem Film gerade deshalb so unnötig, weil die Kunst der Darsteller, die Gefühle in Gestik, Mimik und Tonfall so deutlich herüberzubringen, völlig ausreicht. Oft sind es die stillen Momente, die am eindrücklichsten sind.

Ich finde der Versuch, Richard Hoffman trotz seiner Fehler in gewisser Weise auch zu einem Sympathieträger zu machen, wie es Jan im Voraus in diversen Interviews angedeutet hat, ist gelungen (wie gesagt, ich kenne das Buch nicht). Natürlich führt sich Richard in einigen Lagen als unerträgliches Arschloch auf, etwa als er den jungen Neuling während der OP völlig aus der Fassung bringt, oder wenn er seinen Sohn unnachgiebig auf Erfolg drillt. Es ist sicher auch nicht richtig, die Frau zu betrügen und die eigene Tochter zu verleugnen. Dann aber flackern wieder die anderen Momente auf, wenn er während der Messe mit Christian über den krüppeligen Weihnachtsbaum des Pfarrers lacht oder wenn er sich irgendwo versteckt, nur um Lucie nochmal sehen zu können.

Richard ist zerrissen zwischen zwei Seiten in sich, zwischen denen er sich nicht richtig entscheiden kann. Einerseits hat er eine innere Ablehnung gegenüber dem System und er liebt sowohl Anne und Christian, als auch Josta und Lucie. Doch er ordnet diese Gefühle dem egozentrischen Bild unter, das er sich selbst erschaffen hat und in dem Erfolg alles bedeutet. Er richtet sich völlig auf dieses Ziel aus, einmal Klinikchef zu werden, vielleicht weil er sich auch sich selbst etwas beweisen will, und nimmt dafür sogar in Kauf, die eigenen Überzeugungen zu verraten. Diese Fixierung ist so stark, dass er am Ende, als er erkennen muss, dass er diesen Posten niemals bekommen wird, völlig zusammenbricht. Und als er dann nach seiner Therapie zurückkommt und das ganze Land im Umbruch ist, da ist er ohne jegliche Perspektiven, denn er hat alles verloren, was ihm einmal etwas bedeutet hat.
Ja, man kann sagen, dass Richard Hoffmann eine tragische Figur ist, die sich durch völlig menschliche Fehlentscheidungen in eine aussichtslose Situation manövriert.
Errare humanum est. Die Frage „Dafür oder dagegen?“ zieht sich durch den ganzen Film und nicht immer wird die richtige Wahl getroffen. Deshalb gibt es auch keinen strahlenden Helden und keinen verhassten Bösewicht.

Ich kann jedem diesen Film nur empfehlen, nicht nur weil man eine Meisterleistung an Schauspielkunst zu sehen bekommt, sondern weil man vielleicht auch einen ganz neuen Blick auf ein Stück jüngster, deutscher Geschichte erhält.


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