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Tatort – ‚Spieglein, Spieglein‘ (2019)

Foto: Axel Prahl auf Facebook

Inhalt:
Schreckmoment für Kommissar Thiel: Auf den ersten Blick sieht die Tote, die morgens in der Münsteraner Innenstadt gefunden wird, Staatsanwältin Wilhelmine Klemm zum Verwechseln ähnlich. Es bleibt nicht das einzige Todesopfer auf dem Seziertisch Prof. Boernes, das einen Doppelgänger zu haben scheint.

Staatsanwältin Klemm ist fassungslos. Die Frau, die mitten auf der Promenade in Münster erschossen wurde, sieht ihr zum Verwechseln ähnlich. Außerdem wurde bei der Toten eine Zigarettenschachtel der Marke gefunden, die Wilhelmine Klemm raucht, obwohl die ermordete Frau ihr Leben lang Nichtraucherin war. Alles ein merkwürdiger Zufall? Für Kommissar Thiel gibt es zunächst keinerlei Anhaltspunkte für ein Tatmotiv. Doch nur wenig später wird die Leiche einer kleinwüchsigen blonden Frau in die Rechtsmedizin eingeliefert. Sie wurde erdrosselt – und zwar genau mit dem Schal, den Silke „Alberich“ Haller (Christine Urspruch) schon länger vermisst. Thiel und Boerne sind sich einig: Hier ist ein Serienmörder am Werk. Hat er es am Ende auch auf sie abgesehen?

[Quelle: WDR Presse]


Regie:

  • Matthias Tiefenbacher

Darsteller:

  • Arnd Klawitter
  • Mirko Schrader
  • Ronald Kukulies
  • Wolfgang Packhäuser
  • Birgit Angerer

Trailer


Rezensionen


Links


Offizielle Pressefotos des WDR:


Schnappschüsse rund um die Dreharbeiten:

 


Ein Kommentar

Tatort – ‚Spargelzeit‘ (2010)

Inhalt

Spargelzeit (6)Wenn die Spargelsaison beginnt, können sich echte Fans des kulinarischen Genusses gar nicht mehr zurückhalten. Doch während es Boerne bei seinen Schwärmereien in seinem Lieblingslokal belässt, macht sich Vater Thiel auf zu illegalen Beschaffungsmaßnahmen. Prompt wird er dabei von der Polizei erwischt und die Flucht endet schnell. Aber gleichzeitig machen die Polizisten auch eine Entdeckung: im trockenen Swimming-Pool des nahegelegenen Spargelhofes liegt die Leiche einer Frau. Es handelt sich um die Ehefrau von Martin Pütz, dem Besitzer des Hofes.

Für Thiel ist der Fall schon heikel genug, immerhin ist sogar sein eigener Vater kurzzeitig tatverdächtig, aber es geht um noch weit mehr. Martin Pütz beschäftigt auf seinem Hof ausländische Hilfsarbeiter, sowohl aus Rumänien, wie auch aus Polen. Beide Lager scheinen miteinander verfeindet zu sein, was immer wieder für Spannungen sorgt.

Aber auch im privaten Umfeld wird ermittelt. Julia, die Tochter der Familie, wurde vor einigen Jahren auf dem Nachhauseweg von einem Unbekannten vergewaltigt. Seither ist sie sehr verschlossen und pflegt eigentlich nur noch einen engen Kontakt zu ihrem Pferd Tango. Die Ehe der Eltern stand deswegen schon lange vor dem Ende. Schnell fällt der Verdacht also auch auf den Witwer, denn es scheint, als hätte seine verstorbene Frau ein Verhältnis mit einem ehemaligen Hilfsarbeiter gehabt.

Während Nadeshda versucht, als Hilfsarbeiterin getarnt an Informationen von den Arbeitern zu bekommen, versucht Boerne das Vertrauen von Julia zu gewinnen, denn er glaubt, dass sie noch mehr weiß, als sie zugeben will. Zudem ergibt die Untersuchung der Leiche eine erstaunliche Erkenntnis: an der Kleidung des Leichnams wurde dieselbe DNA entdeckt, die bei der Vergewaltigung ihrer Tochter einst nachgewiesen wurde. Hatte die Mutter möglicherweise den Täter von einst enttarnt und musste deshalb sterben?

von Jolli

Gastdarsteller

  • Jörg Hartmann
  • Matilda Merkel
  • Ronald Kukulies
  • Dimitri Bilov
  • Agniezka Piwowarska
  • Alexandru Mihăescu
  • Holger Kunkel


Jolli meint:

Eine ganze Tatort-Folge nur um das Thema Spargel? So eine Idee klingt irgendwie verrückt, bietet aber sehr viele Möglichkeiten für witzige Situationen. Nicht nur Thiel Senior, der ungeniert den Spargel klaut, auch die Szene in der Boerne über die Geschichte des Spargelanbaus philosophiert ist „köstlich“.  Wer hätte dem lieben Herrn Professor denn zugetraut, dass er mit Thiels Vater gemeinsame Sache macht und sich auch an illegal beschafftem Spargel satt essen kann? Na sieh mal einer an! Gewisse Regeln nach eigenem Ermessen auszulegen ist nunmal eine Spezialität von Boerne und sorgt in dieser Episode immer wieder für Aufheiterung.

In seiner Leidenschaft Thiel zu ärgern, versucht er hier immer wieder den Kommissar zu provozieren, vor allem als dieser fast schon eifersüchtig darauf reagiert, dass sich Boerne so gut mit Herbert versteht und dass die beiden mit ihrem Diebesgut Thiel ganz schön in Bedrängnis bringen. Im Gegensatz zum frechen Boerne, wirkt Thiel mit seiner Gesetzestreue fast schon ein bißchen spießig.

Aber ganz so gemein ist Boerne ja nun doch wieder nicht. Er macht sich auch die Mühe einen schönen Teller köstlichen Spargels für seinen Nachbar zu zaubern, um diesen wieder ein kleinwenig zu versöhnen – und ganz nebenbei noch über den Fall auszuhorchen. Bei der Szene an der Tür, als Boerne anstelle des grimmigen Thiel die ganze Konversation allein übernimmt, hab ich mich fast weggeschmissen. Die Gegensätze zwischen den beiden werden in solchen Szenen sehr deutlich.
Na, aber wer so ungeniert vom selben Teller nascht, der muss sich doch einfach gern haben, oder? ;-)

Boerne lehnt sich in dieser Episode mit seinen „Privatermittlungen“ aber auch ziemlich weit aus dem Fenster und bringt damit Thiel in Schwierigkeiten. Dass die Staatsanwältin nicht einfach alles so hinnimmt ist verständlich.
Wie auch schon in manch anderen Momenten zeigt sich, dass der Herr Professor ein sehr einfühlsamer Mensch sein kann. Sein Psychologie-Studium scheint sich also bewährt zu haben, denn ihm ist es schlussendlich zu verdanken, dass die verschlossene Julia doch zu reden beginnt.
Dass Boerne ein Händchen für Pferde hat, haben wir ja auch schon in früheren Folgen gesehen.

Unschlagbar bleiben die ständigen Sticheleien zwischen Boerne und Alberich. Nur sie kann es wagen, Boernes teures Auto zu „entführen“, aber selbst Boernes theatralisch gekränktes Auftreten kann sie nicht schocken. Dafür kennt sie ihren Chef viel zu lange, das merkt man.

Sehr schön fand ich den kurzen Moment, als Boerne sehr lange neben dem Leichnam steht und nachdenkt. Man merkt ihm an, dass er mit Leidenschaft für seinen Beruf lebt und er nicht eher aufgibt, bevor er nicht die Antworten hat, die er sucht.
„Irgendwann redet jede Leiche mit mir.“ Das finde ich irgendwie einen sehr passenden Satz.

Insgesamt ist die Folge im Vergleich zu einigen der vorherigen nicht mehr ganz so top. Die häufige Kritik, dass die eigentliche Fall vor den Zankereien zwischen Thiel und Boerne untergeht, finde ich nicht berechtigt, denn gibt viel Ermittlungsarbeit und interessante Nebencharaktere zu sehen.