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Das etwas andere Fundstück der Woche – Tatort Münster goes Grundschule

Tatort Münster goes Grundschule – reloaded

…a.k.a. die perfekte Schultüte für zukünftige Kriminalkommissare und Rechtsmediziner. (Und Bestatter. *lol*)

In vielen Bundesländern neigen sich die Ferien dem Ende zu. Nicht wenige Eltern stehen in dieser Zeit vor dem Problem, dass der unentschlossene Nachwuchs eingeschult werden soll und aufgrund des Überangebots an Einheitsbrei-Schultüten nicht weiß, mit welchem Superhelden-, Prinzessinnen- oder Pferdemotiv er oder sie denn nun zum allerersten Mal im Leben das Schulgebäude stürmen soll.

In Zeiten des Turbo-Abiturs, in denen Jung-Mütter schon Krabbelkurse und Kleinkinderspielgruppen an den erhofften zukünftigen Berufswunsch des Neugeborenen ausrichten, ist es nicht falsch, frühzeitig Farbe zu bekennen. Warum nicht also eine kriminalistisch angehauchte Schultüte?
Eine Karriere anzustreben als Ermittler bei der Mordkommission oder als Forensiker in einem der mehr als 30 rechtsmedizinischen Institute in Deutschland ist durchaus erstrebenswert. Beides sind definitiv zukunftssichere Berufe, denn fest steht: gestorben wird immer, und verdammt oft auch unfreiwillig.

Deshalb unser Vorschlag: die Tatort -Schultüte.
Natürlich kam hier nicht jedes Ermittlerteam in Frage. Schon sehr schnell waren die zwei Protagonisten aus Münster das Motiv der Wahl – schließlich steht in dieser beschaulichen westfälischen Stadt der Spaß im Vordergrund und das Blut spritzt eher selten bis an die Wände. Außerdem sind die beiden einfach grandiose Vorbilder für die heutige Jugend! Professor Boernes Begeisterung und Enthusiasmus für seinen Beruf sind legendär und er ist deshalb unzweifelhaft ein hervorragendes und extrem nachahmenswertes Beispiel für die jungen Schulstarter. Hauptkommissar Thiel sicherlich auch… irgendwie… (wenn uns einfällt, welche seiner Eigenschaften positiv genug ist, dass die Kinder ihr nacheifern sollten, reichen wir sie umgehend nach. *lol*)

Tüte (4)Tüte (3)Besorgte Eltern mögen nun hinter vorgehaltener Hand entsetzt wispern, dass dieses Thema doch wirklich nicht in die Grundschule gehört. Die Zweifel sind vielleicht nicht ganz unberechtigt, aber das kann man auch anders sehen. Schließlich wird schon in Grimms Märchen gestorben und gemordet, was das Zeug hält. Vergiften, bei lebendigem Leibe aufschneiden, mästen um zu kochen, verbrennen… die Kleinsten werden doch praktisch schon in der Wiege mit Mord und Totschlag konfrontiert! Also spricht unserer Meinung nach nichts gegen das gewählte Motiv.
Abgesehen davon zeigen das eigentlich absolut untypische, fröhliche Grinsen in Hauptkommissar Thiels Gesicht ebenso wie das im Fernsehen viel zu selten gezeigte entspannte Lächeln Professor Boernes deutlich, mit welcher Leichtigkeit das eigentlich eher sperrige Thema „Tötungsdelikt“ hier kindgerecht aufgearbeitet wurde. Eine farbenfrohe Gestaltung war selbstverständlich ein Muss, weiterhin dürfte die teilweise dreidimensionale Aufmachung des Bildes die Kleinen durchaus ansprechen.

Tüte (5)

Es steht wohl außer Frage, dass vor allem kleine Möchtegern-Rambos – wären sie denn mit den Tatort-Teams vertraut – eine Tüte mit Nick Tschiller darauf extrem cool gefunden hätten. Aber: hätten wir die authentisch gestalten wollen, müsste sie so durchlöchert sein, dass das angehende Schulkind vermutlich bereits die Hälfte des wertvollen Inhalts verlieren würde, bevor es die Tüte daheim schließlich auspacken könnte. Das würde zweifellos für reichlich Frust beim Nachwuchs sorgen. (Außerdem waren wir nicht sicher, wie die Mutter an sich auf das stetig heraustropfende Blut reagieren würde… die Festtagskleidung des Kindes hätte sicherlich unter den roten Flecken deutlich gelitten.) Also, hier keine Chance. Münster rulez, in jeder Beziehung.

Anmerkung der Redaktion: Die Bastelanleitung wird auf Wunsch gerne per Email versendet. Bitte legen Sie einen frankierten Rückumschlag bei. *lol*

Bleibt zum Schluss zu sagen, dass die sechsjährige Tochter der Autorin nach Präsentation der Schultüte mürrisch die Arme verschränkt und in einem mehrstündigen Verhör wiederholt (und somit glaubhaft) versichert hat, dass sie keine gemeuchelte Jungfrau auf ihrer Tüte haben möchte, sondern eine Meerjungfrau. Höchst widerwillig ob der vergeblichen Bastelei aber um des lieben Familienfriedens willen wurde ihrer Forderung schließlich nachgegeben. *hmpf*

P.S.: Dieser Text ist ein SCHERZ! Das müssen wir nicht extra betonen, oder? Nächste Woche erscheint an dieser Stelle dann wieder ein vernünftiger Beitrag.

 


19 Kommentare

Breaking News!…?

rocherEs hat sich ausgenascht! Kaum hat das neue Jahr begonnen, geht eine Welle der Entrüstung durch die Fangemeinde: Ferrero kündigt den Werbevertrag mit Jan Josef Liefers, weil dem Schokoladenproduzenten dessen soziales Engagement nicht passt. Und als ob der Abschuss von der goldenen Kugel nicht schon genug wäre, setzt ihn auch noch ONE vor die Tür, weil jemand, der für Kinder(arbeits)-Schokolade wirbt, nicht glaubhaft wäre.

Doch die heiße Luft strömt ins Leere. Es ist unnötig einen aufgebrachten Anruf bei „Ferrero-Sprecher Raffaello Giotto“ zu tätigen, oder sich bei der „Hamburger Werbeagentur Zum röhrenden Hirschen“ zu beschweren. Auch auf die Entschädigung für angefutterte Schokoladenkilo wird man wohl vergeblich warten, denn: der Artikel ist nichts weiter als gut durchdachte Satire!

Frei nach den Grundsätzen „Warum sachlich, wenn es persönlich geht. Warum recherchieren, wenn man schreiben kann. Warum beweisen, wenn man behaupten kann.“ (Zitat!) hat „Die Wahrheit“, die Satire-Seite der TAZ, den Fans zu Recht einen gewaltigen Schrecken eingejagt. Wer nur mit einem Auge hingesehen hat, hat sich schnell von diesem Empörungs-Tsunami aufs Glatteis spülen lassen, dabei hat diese Parodie so viel Hand und Fuß, wie ein Gliedmaßen-amputierter BILD-Artikel.

Und wieder erkennen wir, wie schnell wir uns von der Darstellung der Medien beeinflussen lassen und wie gering der wahrheitsgemäße Kern einer Geschichte erscheint, wenn sie nur unsere Sensationsgier befriedigt. Hut ab vor den Journalisten der „Wahrheit“, die uns genau das vor Augen geführt haben und all jenen Klatschblättern einen Spiegel vorhalten, die ihre Behauptungen unter dem Deckmantel der Seriosität verstecken.

Und hier gehts zum Artikel!