Jan Josef Liefers

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Aktuell im Dreh: Der Mann, der zuviel wusste (2017)

Inhalt:

Foto: Lisa Jacqueline auf Instagram

Wastl und Elke kennen sich seit 23 Jahren, sind seit 10 Jahren verheiratet und ein glückliches Paar. Sie ist erfolgreiche Vermögensberaterin, er Oldtimer Restaurateur. Als Elke illegale und lukrative Geschäfte für ihre Bank in der Schweiz tätigt, beginnt die Entfremdung des einst so tollen Liebespaares. Es kommt zur Scheidung und zu Gerichtsverfahren, bei denen Wastl als gemeingefährlich eingestuft wird. Für Wastl beginnt eine Odyssee durch psychiatrische Kliniken und der Kampf gegen die Justiz, ein ungerechtes Gutachtersystem sowie seine Ex-Frau.

[Quelle: FFF Bayern]


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Tatort – ‚Herrenabend‘ (2011)

Inhalt

Tatort_HerrenabendAls der Geschäftsmann Arno Berger – nach einer ausgelassenen Feier bei Hans Lüdinghaus – ermordet wird, steht die Kriminalpolizei vor einem Rätsel. Am Tatort werden die Fingerabdrücke von Rüdiger Klarbach, einem ehemaligen Politiker entdeckt, doch dieser ist schon seit über einem Jahr tot. Ausgerechnet Boerne selbst war es damals, der nach dem Brand im südafrikanischen Kapstadt den Totenschein für Klarbach ausgestellt hat. Ist ihm etwa tatsächlich ein Fehler unterlaufen?

Dabei hat Boerne schon genug Probleme am Hals. Die Steuerprüferin Leonie Krassnik macht ihm ganz schön das Leben schwer, während sich Thiel ganz ausgezeichnet mit der jungen Frau versteht. Ein ominöser Aktenkoffer ist Boernes ständiger Begleiter, doch der Rechtsmediziner rückt nicht so recht mit der Sprache heraus, was sich darin befindet.

Thiel ermittelt im familiären Umfeld von Klarbach, um dem Geheimnis der angeblichen Fingerabdrücke auf die Spur zu kommen. Gleichzeitig hat er aber auch ein wachsames Auge auf den „Kartoffelkaiser“ Hans Lüdinghaus und dessen Vertrauten Holger Grewen, die offenbar nicht ganz astreine Geschäfte pflegen. Für diese Ermittlungen muss sich Thiel jedoch weit aus dem Fenster lehnen, denn Lüdinghaus ist ein alter Bekannter von Staatsanwältin Klemm und erhält von dieser selbstverständlich Rückendeckung.

Mit Alberichs Hilfe gelingt es Boerne inzwischen, die Wahrheit über Klarbach aufzudecken. Sein Tod war damals nur fingiert, unterstützt durch einen Zahnarzt, der Boerne die falschen Zahnunterlagen zukommen ließ. Ist er also tatsächlich Bergers Mörder, weil dieser von dem vorgetäuschten Tod erfahren hat?

Unerwartete Hilfe bekommt Thiel bei seinen Ermittlungen von Leonie Krassnik, die das Unternehmen von Lüdinghaus genauer unter die Lupe nimmt und dabei auf schmutzige Geschäfte stößt.
Noch viel heikler wird die Situation, als Klarbach plötzlich wieder auftaucht und versucht, Kontakt zu seiner Familie aufzunehmen.

von Jolli

Gastdarsteller

  • Stephan Schad
  • Lambert Hamel
  • Michael Wittenborn
  • Victoria Trauttmansdorff
  • Henriette Confurius
  • Ulrike C. Tscharre
  • Udo Thies
  • Bernd Reheuser
  • Jörg Reimers
  • Julia Beerhold


Jolli meint:

Nachdem die vergangenen Tatorte immer mehr Zuschauer vor den Bildschirm gelockt haben, wurde auch diese Folge mit Spannung erwartet. Leider muss ich gestehen, dass ich sie aber persönlich als eine der schwächsten einstufen würde, was unter anderem an dem doch sehr an den Haaren herbeigezogenen Fall liegen könnte. Natürlich ist Wirtschaftskriminalität und Steuerhinterziehung gerade in heutiger Zeit ein großes Thema, doch mich haben diese Verknüpfungen nicht unbedingt überzeugt.

Hinzu kommt, dass Boernes Part in alldem reichlich aufgesetzt wirkt. Mit Ausnahme des Identifizierungs-Irrtums, den er im Laufe der Folge zu klären versucht, hat der Rechtsmediziner eigentlich keine wesentliche Aufgabe. Es scheint als hätte man sich irgendetwas ausgedacht, weil der Charakter eben dazu gehört und man ihn irgendwie reinbringen musste. Ansonsten ist aber vor allem Thiel für die Aufklärung dieses Falls zuständig.

Ein kleines bißchen Charakteranalyse kann man aber schon machen. Wir sehen einen Prof. Boerne, der zum ersten Mal mit der Verdächtigung konfrontiert wird, dass er einen kapitalen Berufsfehler gemacht hat. Für jemanden, der sich sehr viel auf seine Fähigkeiten einbildet, ist so etwas natürlich ein harter Schlag. Man merkt, dass ihn die Tatsache, dass er dieses Problem nicht lösen kann, fast zur Verzweiflung bringt. Nicht einmal über Thiels gestichelte Provokationen kann er lachen und reagiert stattdessen gekränkt und eingeschnappt. Als ihm dann auch noch die Steuerprüferin im Nacken sitzt, gibt ihm das den Rest.

Dass er so hartnäckig daran arbeitet, die Wahrheit aufzudecken, liegt nicht nur daran, dass er anderen beweisen will, dass er keinen Fehler gemacht hat, sondern vor allem will er es sich wohl selbst beweisen. So ein kleines bißchen haben die Selbstzweifel also wirklich an ihm genagt. Er nimmt die Sache sehr ernst, schließlich ist ihm bewusst, dass sein Ruf als hervorragender Rechtsmediziner sein wichtigstes Gut ist. Ein solcher Fehler kratzt nicht nur an seinem Ego, sondern genauso an seiner Reputation.

Unauffälligkeit ist ebenfalls nicht gerade Boernes Stärke, sonst hätte er seinen gefährlichen Koffer anders behandelt. Dass sein Verhalten Neugier weckt ist verständlich. Die hartnäckige Steuerprüferin braucht nicht mehr zu tun, als freundlich ihren Standpunkt klarzumachen, um Boerne praktisch den Angstschweiß auf die Stirn zu treiben. Offensichtlich steckt doch nicht so viel kriminelle Energie in ihm, deshalb gibt er zum Schluss den Widerstand auch auf. Und ausgerechnet das macht ihn dann auch noch zum vorgeführten Trottel. Nicht unbedingt sein Tag 😉
Aber wir erfahren zumindest, dass sein Vater nicht nur was Frauen anging ein Schlitzohr war. Man fragt sich, wie weit der Apfel da wohl tatsächlich vom Baum gefallen ist.

Mein Fazit also: nach diesen drei so genialen Folgen zuvor ist das schon ein ganz schöner Abstieg, was vielleicht für mich auch daran liegt, dass Boerne nicht so recht zur Geltung kommt. Da muss wieder mehr kommen.


Gabi meint:

Zu den Ungereimtheiten der „Umsatzsteuer-Nachschau“, an der nur der Begriff stimmt, sage ich nichts weiter. Realismus wäre in diesem Fall eher öde, also soll’s mir recht sein.
Das arg symbolträchtige Aquarium wäre an sich schon dick aufgetragen, aber dass diese Symbolik auch noch ausgesprochen wird, finde ich handwerklich nicht besonders geschickt…

Das war’s aber schon fast an Kritikpunkten. Mir hat die Folge gefallen; dass Thiel senior nun gerade direkt vor der Scheinfirma an der bulgarischen Grenze festsitzt, ist ja schon Pflicht, wenn er schon keine Leiche finden darf.

Boernes Rolle finde ich nicht aufgesetzt. Immerhin geht er seinem Beruf nach, und zwar an seinem Arbeitsplatz, das hat man ja auch nicht immer; er muss ja nicht jedes Mal seine Kompetenzen überschreiten und auf eigene Faust der Polizei in die Ermittlungen pfuschen. Von der Charakterzeichnung her passt auch alles. Da habe ich nichts zu meckern.

Minuspunkt an Thiel für seine Schadenfreude wegen der Steuerprüfung, dafür dickes Plus an Frau Klemm, die den Scheck zerreißt, und an ihre Rolle überhaupt  in der Episode, die wieder einmal den Konflikt der Loyalitäten thematisiert.

Die Episodendarsteller fand ich alle überdurchschnittlich; über Bernd Reheuser als Zahnarzt habe ich mich gefreut, den würde ich gerne öfter sehen.


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