Jan Josef Liefers

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Das Wunder von Lengede (2003)

Inhalt:

Wunder von LengedeEs ist das Jahr 1963. Der kleine Ort Lengede in Niedersachsen lebt vom Eisenerzabbau. Nahezu alle Männer im Ort verdienen ihr Geld mit dem Untertagebau, so auch Franz Wolbert (Heino Ferch) und Bruno Reger (Jan Josef Liefers). Für die beiden Freunde scheint alles perfekt zu sein. Jeder von ihnen hat eine glückliche kleine Familie, sie spielen in ihrer Freizeit Fußball und arrangieren sich mit ihrem harten Job. Das gleiche gilt jedoch nicht für die Ehefrauen der beiden. Helga (Nadja Uhl) macht sich ständig Sorgen um Franz, weil sie weiß, wie gefährlich der Eisenerzabbau ist und Renate (Heike Makatsch) träumt davon mit Bruno und ihrer gemeinsamen Tochter nach Kanada auszuwandern, um der Enge Lengedes zu entkommen. Leider hegen die beiden Männer wenig Ambitionen, ihr derzeitiges Leben aufzugeben.

Am Morgen des 24. Oktobers beginnt der Tag wie immer. Die Kumpel machen sich bereit für einen weiteren harten Arbeitstag in den Tiefen der Bergwerksstollen. Was sie nicht ahnen ist, dass Harald Hansen (Sylvester Groth), der Bergwerksingenieur des Unternehmens, ernste Sorgen bezüglich eines Klärteichs geäußert hat, der viel zu stark mit Wasser gefüllt ist.

Der Chef des Unternehmens Heiner Dietz (Günther Maria Halmer) spielt die Gefahr herunter, aber da ist es bereits zu spät. Der Teich bricht und gewaltige Wassermassen beginnen die Stollen zu füllen. Viele von ihnen brechen zusammen und schneiden jeglichen Fluchtweg ab. Für viele der Kumpel kommt die Katastrophe zu überraschend, sie werden von den Fluten in den Tod gerissen.

So leicht geben Franz und Bruno aber nicht auf. Zusammen mit weiteren Kumpeln gelingt es ihnen, sich einen Weg zu einem längst aufgegebenen Bergwerksabschnitt zu bahnen, wo sich eine Luftblase gebildet hat, doch der Preis für diese Flucht ist hoch. Nicht alle schaffen den gefährlichen Weg ans rettende Ziel.

Inzwischen hat sich das Unglück auch an der Oberfläche herumgesprochen. Die Frauen und Kinder der Bergleute strömen an die Tore des Unternehmens, doch sie bleiben im Ungewissen. Als erste Tote aus den Stollen geholt werden, wird die Angst nur umso größer. Helga und Renate sind hin- und hergerissen zwischen Hoffen und Bangen. Sie versuchen sich gegenseitig Mut zu machen, doch je mehr Zeit vergeht, desto schneller schwindet die Hoffnung.

Die Bergleute harren über Tage in dem Abschnitt aus, den man im Volksmund den „Alten Mann“ nennt, doch von Sicherheit kann hier keine Rede sein. Noch gibt es keinen Ausweg. Je mehr Zeit vergeht, desto aussichtsloser wird die Lage. Die Nerven liegen blank, einige drohen wahnsinnig zu werden.
Sie alle klammern sich an die immer kleiner werdende Hoffnung gerettet zu werden.

Doch an der Oberfläche sieht die Welt ganz anders aus. Nach mehreren Tagen beschließt Dietz, die Suche nach weiteren eingeschlossenen Kumpeln einzustellen und den Betrieb im Bergwerk wieder aufzunehmen. Für viele, die immer noch hoffen, ist das Entsetzen groß. Jürgen Grabowski (Armin Rohde), der Bohrtruppleiter, will noch nicht aufgeben. Schon lange hält sich im Ort die Vermutung, dass sich die letzten Überlebenden im Alten Mann aufhalten. Eine Suchbohrung wird also veranlasst.

Neue Hoffnung keimt auf, als man tatsächlich auf Lebenszeichen stößt. Doch noch fehlen die Mittel, um die Verschütteten sicher aus dem Bergwerk zu holen. Der Wettlauf gegen die Zeit geht weiter.

von Jolli


Jolli meint:

Ich habe mir schon gedacht, dass der Film sehr dramatisch sein wird, aber dass er mich doch so fesseln konnte, hätte ich nicht vermutet. Ich habe mich absichtlich vorher nicht über die historischen Hintergründe informiert, damit ich mich vollkommen von den Ereignissen überraschen lassen kann (diesen Fehler hab ich damals beim „Untergang der Pamir“ schon gemacht). Trotzdem war mir relativ schnell klar, dass Bruno Reger diese ganze Sache nicht überleben wird. Die Hinweise waren zu deutlich. Dennoch hat sich bei mir zeitweise so etwas eingestellt, was ich gerne den Titanic-Effekt nenne: man weiß genau, dass es schlecht ausgeht, aber man hofft trotzdem auf ein Happy End.
Spannend fand ich das Ganze trotzdem. Bei der Szene mit den Klopfzeichen bin ich fast wahnsinnig geworden, weil ich schon dachte, die lassen diese Chance wirklich noch verstreichen.
Dietz‘ Handeln hingegen, dem der Betrieb wichtiger scheint als Menschenleben, wirkt fast schon klischeehaft.

Im Film sieht man einige bekannte Gesichter: Thomas Heinze, Benjamin Sadler, Katharina Wackernagel, Gilbert von Sohlern (neben den im Inhalt genannten), um nur einige zu nennen. Auch Axel Prahl ist mit von der Partie (auch wenn seine Figur nicht allzu sehr Aufmerksamkeit erregt). Leider reicht die Zeit nicht, um alle Charaktere zu beleuchten, obwohl sehr viel Potential da wäre. Einige sterben leider viel zu früh.

Es ist sicher kein Film für sanfte Gemüter, wenn man bedenkt, wie brutal es manchmal zugeht. Aber große Übertreibung ist es sicher nicht. Bergbau war und ist noch immer ein knochenharter und gefährlicher Job. Wenn dann am Ende die Überlebenden in dieser furchtbar engen Kapsel nach oben gezogen und von der jubelnden Menge empfangen werden, dann fühlt man sich an die Bilder von 2010 erinnert, als 33 chilenische Bergleute nach Monaten gerettet wurden.
Ein glückliches Ende für den Film? Vielleicht. Aber ein trauriger Nachgeschmack bleibt.


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Tatort – ‚Der Fluch der Mumie‘ (2010)

Inhalt

Fluch der Mumie (5)So hat sich Thiel seinen freien Tag nun wirklich nicht vorgestellt. Erst funktioniert im ganzen Haus das Wasser nicht und als er dann, samt Boerne im Schlepptau, zu seinem Vater kommt, um dort zu duschen, erfährt er von diesem, dass er auf dem Dachboden der Familie Schorlemer beim Entrümpeln eine alte Mumie entdeckt hat.
Boerne ist natürlich hellauf begeistert und möchte sich sofort in die Arbeit stürzen, doch so einfach wird ihm das nicht gemacht, denn natürlich erhebt auch der Leiter des Archäologischen Instituts Dr. Wilfried Kastner Anspruch auf den antiken Leichnam.

Für diese Angelegenheiten fühlt sich Thiel nicht zuständig. Wohl aber für den Mord an einem Mitarbeiter der JVA, der an diesem Morgen von seiner Haushälterin erschlagen in seinem Haus aufgefunden wird. Etwas eigenartig kommt Thiel der Lebensstil des Opfers vor, denn Mathias Reinhardt lebte offensichtlich auf großem Fuß, was man bei seinem Gehalt eigentlich nicht erwarten würde. Schnell wird klar, dass Reinhardt nicht besonders beliebt war, schon gar nicht bei den Häftlingen, weil er es liebte, diese zu drangsalieren.

Einen von ihnen hatte er besonders auf dem Kicker: den jungen Andreas Lechner, der wegen Körperverletzung einsaß und just ein paar Stunden vor Reinhardts Tod entlassen wurde. Thiel kann ja nicht ahnen, dass sich Lechner ausgerechnet bei Alberich befindet, die sich wegen einer Erkältung krankgemeldet hat und mit Wotan die Tage zu Hause verbringt. Über eine unterstützende Organisation hatte sie schon seit einiger Zeit einen regen Briefwechsel mit Lechner und freut sich natürlich über den Besuch. Es gelingt ihr sogar, Boerne davon zu überzeugen, ihn als Obduktionshelfer anzustellen, denn sie will Lechner dabei helfen, sich nach den Jahren im Gefängnis ein neues Leben aufzubauen.
Lange hält dieser Versuch allerdings nicht an, denn Thiel lässt Lechner verhaften. Alberich ist empört über dieses Vorgehen, denn sie ist überzeugt, dass er unschuldig ist.

Auch Boerne merkt in der Zwischenzeit, dass irgendetwas an der Mumie faul ist. Kastner ist völlig aus dem Häuschen über diesen Fund, denn es handelt sich offensichtlich um den persischen Prinzen Artaxerxes und wäre somit der Beweis, dass Mumifizierung auch außerhalb des ägyptischen Kulturkreises angewandt wurde. Judith Schorlemer, deren Großvater die Mumie einst entdeckt und nach Deutschland gebracht hatte, unterstützt Kastner in seinem Vorgehen.
Mehr und mehr hat Boerne aber den Verdacht, dass es sich nur um eine Fälschung handeln kann, denn er entdeckt Hinweise, die darauf hindeuten, dass der angeblich über 2000 Jahre alte persische Prinz von einer Pistolenkugel in den Kopf getroffen wurde. Versteckt sich dahinter womöglich ein nicht annähernd so alter Mord?

von Jolli

Gastdarsteller

  • Tobias Schenke
  • Marijam Agischewa
  • Justus von Dohnányi
  • Thomas Lawinky
  • Dimitri Bilov
  • Jürgen Rißmann
  • Peter Clös
  • Anna Brodskaja
  • Ludger Burmann
  • David Scheller
  • Tina Seydel


Jolli meint:

Ah, eine Tatort-Folge ganz nach meinem Geschmack, nicht nur weil Boerne hier einfach wieder klasse ist und weil Wotan wieder einen Auftritt hat, sondern auch weil ich das Thema liebe. Von manchen Seiten hörte und las ich bereits Kritik, was die fachliche Korrektheit anging, aber bei sowas kann ich nur den Kopf schütteln. Wer etwas über Archäologie wissen will, der wird sich ja wohl keinen Tatort ansehen, sondern eine gut recherchierte Doku (wobei selbst die nicht immer einwandfrei sind). Hier geht es um reine Unterhaltung und die bekommt man wirklich geliefert!

Boerne ist mal wieder leicht überfordert mit seinen Vermieterpflichten. Diesmal ist es die Wasserleitung. Leicht macht er es seinen Handwerkern ja nicht gerade, das hat man ja damals schon bei der Heizungsgeschichte gesehen.
Der später folgende Streit um das Badezimmer im Haus von Thiel Senior ist einfach nur genial! Von Zurückhaltung keine Spur. Wenn Boerne etwas will, dann setzt er es auch mit seinem Sturkopf durch.

Es stellt sich die Frage, was ihn an der Mumie wohl mehr interessiert: der Reiz an der Archäologie oder die Erfolgsaussichten auf große Presse. Seinen Bemerkungen nach zu urteilen, wohl vor allem Letzteres. Deshalb ist seine berufliche Eifersucht gegenüber Kastner auch so ausgeprägt. Denn normalerweise hat ein Rechtsmediziner nicht automatisch Anspruch darauf, einen antiken Leichnam zu untersuchen.

Zum Glück ist aber unser lieber Herr Professor nicht umsonst das „Adlerauge“, deshalb erkennt er sehr schnell, dass hier ein gewaltiger Betrug vor sich geht. Nur leider glaubt ihm keiner. Dies ist wahrscheinlich das Resultat seiner ständigen Geltungssucht. Wer sich ständig in den Vordergrund zu drängen versucht, der wird irgendwann einfach ignoriert und DAS kann Boerne ganz und gar nicht ausstehen.

Was er auch nicht ertragen kann ist, dass er erkennen muss, wie sehr er eigentlich auf seine Assistentin angewiesen ist. Dass die Obduktionshelfer reihenweise kündigen, kann ich mir sehr gut vorstellen. Nicht alle haben eine solche Engelsgeduld wie Alberich, die wirklich einiges zu hören bekommt. Aber sie hat ihren Chef ganz schön im Griff, deshalb kann sie ihn auch frech damit erpressen, sich wieder krankschreiben zu lassen, wenn er nicht tut, was sie verlangt.
Um sie zurückzuholen geht er ja sogar vor ihr auf die Knie. Das muss ihn schon eine gehörige Portion Überwindungskraft gekostet haben.
Und er muss auch erkennen, dass er nicht der einzige Mann in ihrem Leben ist. Gegen den durchtrainierten Lechner wirkt er beim Zusammentreffen an der Badezimmertür ganz schön unterlegen, weshalb er auch schnell den Rückzug antritt. Zweifellos ist ihm dieser Auftritt ganz schön peinlich.

Zum Schluss gibt es wieder Action. Erst beweist uns Boerne, dass er ein flinker Fassadenkletterer ist, der auch vor Hausfriedensbruch nicht zurückschreckt und dann nimmt er auch noch an der Verfolgungsjagd teil. Na wenn er da nicht doch ein kleinwenig Angst um seine Alberich gehabt hat! Aber das würde er ja nie zugeben. Und auch nicht, dass er auch ein bißchen eifersüchtig war, aber zum Glück zieht die Konkurrenz ja ihres Weges.


Gabi meint:

Bei dieser Folge kann ich verstehen, warum Tatort-Puristen die Münsteraner ablehnen. Das ist die vielleicht reinste Komödie von allen: Das Opfer ist völlig irrelevant, es gibt keine trauernden Hinterbliebenen, der Täter ist kein Sympathieträger, und der Fall hat keine ernsthaft sozialkritische Komponente. Spannend im eigentlichen Sinn ist es auch nicht, zumindest wird nicht mit Suspense-Mitteln gearbeitet und die paar Verfolgungsjagden sind nicht der Rede wert. Spaß macht das Miträtseln, was es mit dieser Mumie auf sich hat,und das ganze Drumherum. Und es ist nicht mal ein Solo für Boerne, obwohl der mit seinen nervigsten Eigenschaften, Geltungsdrang, Besserwisserei, Rechthaberei und Geiz, nicht zu vergessen den Schuljungenhumor, eine Menge Raumzeit einnimmt. Alberich hat diesmal viel zu tun, darf mehr als nur Stichwortgeberin ihres Chefs sein, Thiel und Nadeshda haben fast so etwas wie einen (scherzhaften) Flirt.

Die Folge ist wirklich lustig, und Justus von Dohnányi allein würde sie schon sehenswert machen. Was die wissenschaftlichen Ungenauigkeiten angeht, so sind mir die relativ egal. Bei der Folge mit der Steuerprüferin konnte ich auch nur den Kopf schütteln, aber da es für die Krimilogik nicht relevant ist…

Eigentlich ist das, neben ‚Der dunkle Fleck‘, eine ideale Einstiegsfolge in die sehr spezielle Tatort Münster-Welt, da die Haupt – und wiederkehrenden Rollen sehr typisch und stimmig dargestellt sind, auch in ihrem Verhältnis zueinander.


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Der Untergang der Pamir (2006)

Inhalt

Pamir (3)Seit dem Tod seiner Frau hat der Bootsmann Alexander – genannt Acki – Lüders (Klaus J. Behrendt) kein Schiff mehr betreten. Zusammen mit seiner Schwiegermutter versucht er seine 8jährige Tochter Julle großzuziehen, doch er kommt über den Tod seiner Frau einfach nicht hinweg und trinkt viel zu viel, nicht zuletzt wegen der Schulden, die immer größer werden.
Da taucht eines Tages sein alter Freund Hans Ewald (Jan Josef Liefers) bei ihm auf und bietet ihm an, als Bootsmann auf dem berühmten deutschen Segelschulschiff  Pamir zu arbeiten, auf der er selbst auch 1. Offizier ist. Acki hat zwar Bedenken, seine Tochter allein zu lassen, doch er spürt auch, dass er auf See gehört und willigt ein.

Zur selben Zeit brechen auch andere junge Männer zu ihrer Ausbildung auf der Pamir auf. Unter ihnen Carl-Friedrich von Krempin (Max Riemelt), der  einer Offiziersfamilie entstammt und diese Tradition nun fortsetzen soll, obwohl er selbst viel lieber Dichter wäre und ein friedliches Leben mit der gesellschaftlich niedriger stehenden Klara (Karoline Teska) verbringen möchte. Seine sensible Art macht ihn auf dem Schiff schnell zum Außenseiter, was ihm das Leben sehr schwer macht, auch wenn Acki nach Kräften versucht, ihn unter seine Fittiche zu nehmen.

Doch auch die Stammbesatzung hat mit Problemen zu kämpfen. Kurz vor dem Auslaufen aus Hamburg stellt sich heraus, dass der beliebte Kapitän krank geworden ist. An seiner Stelle übernimmt Kapitän Ludwig Lewerenz (Herbert Knaup) das Kommando, der als streng und stur bekannt ist. Während der Fahrt nach Buenos Aires kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Ewald und Lewerenz, da sich der 1. Offizier einige Male den fragwürdigen Befehlen des Kapitäns widersetzt. Lewerenz möchte mit allen Mitteln in seiner neuen Position glänzen und bedenkt mögliche Risiken seiner Entscheidungen nur selten.

Kurz vor der Ankunft in Buenos Aires gibt es noch ganz andere Probleme: die Hafenarbeiter streiken. So gibt es niemand, der das Schiff ent- oder beladen kann, was zu einer teuren Verzögerung der Fahrt führen könnte. Die Rederei drängt und so fällt Lewerenz eine folgenschwere Entscheidung. Er erteilt seinen Kritikern Ewald und Acki großzügig Landurlaub, während er seinem treuen zweiten Offizier Jan Gleiters (Uwe Rohde) den Befehl erteilt, die bestellten Lieferungen von der eigenen Schiffsmannschaft einladen zu lassen, die jedoch keinerlei Erfahrung in diesen Dingen hat. Der Kapitän missachtet die Tatsache, dass nur eine korrekte Beladung die Stabilität des Segelschiffes garantieren kann und geht sogar noch einen Schritt weiter. Um mehr Ladung aufnehmen zu können, lässt er das Wasser aus den Stabilisierungstanks entfernen und stattdessen mit Getreide füllen.

Erst als die Pamir den Hafen bereits wieder verlassen hat, erfährt auch Ewald von den Entscheidungen des Kapitäns. Vergeblich versucht er Lewerenz auf die gefährlichen Risiken seiner Entscheidung hinzuweisen, doch dieser bleibt stur und will nicht umkehren. Sowohl Ewald als auch Acki wissen, dass das Leben der ganzen Mannschaft auf dem Spiel steht. Als dann auch noch ein Sturm aufzieht, ist das Schicksal der Pamir besiegelt.

von Jolli


Jolli meint:

Es muss nicht immer die Titanic sein, um einen packenden Schiffskatastrophenfilm zu drehen. Da der Film auf wahren Begebenheiten basiert, ist der Ausgang natürlich vorherbestimmt, doch bis dahin werden dem Zuschauer 180 Minuten mit facettenreichen Charakteren serviert. Eigentlich mag ich Filme nicht, bei denen ich schon vorher weiß, dass die Figur meines Lieblingsschauspielers stirbt, aber ich bin froh, dass ich mich entschieden habe, mir den Film trotzdem anzusehen.

Die Besetzung an sich ist schon sehr vielversprechend. Das bekannte Kölner-Tatort-Duo Klaus  Behrendt und Dietmar Bär spielt ebenso hervorragend, wie der liebenswürdige Max Riemelt, dessen Figur sich im Laufe des Films vom sensiblen Schöngeist zum mutigen Kämpfertyp entwickelt.
Herbert Knaup brilliert ebenfalls, auch wenn seine Leistung darin besteht, den Charakter bei den Zuschauern möglichst unbeliebt zu machen. Indem seine ständigen Fehlentscheidungen die Leute dazu bringen, vor Entsetzen die Hände über den Kopf zusammenzuschlagen, schimmert Jans Rolle des 1. Offiziers Ewald, der die Stimme der Vernunft spielt und sich um das Wohl der gesamten Besatzung sorgt, umso deutlicher hervor.

Leider ist relativ früh absehbar, wer am Ende überlebt und wer nicht. Aber mir erging es genau wie jedes Mal, wenn ich den Film „Titanic“ sehe: obwohl ich genau weiß, dass der Untergang nicht zu verhindern ist, bleibt die absurde Hoffnung, dass es gut ausgehen könnte.
Ein kleines Happy End gibt es ja dann aber schließlich doch, wenn auch nicht für die Pamir und leider auch nicht für die Fans von Jan Josef Liefers. Das soll aber kein Grund sein, sich diesen Film nicht anzusehen. Bis zum bitteren Ende bekommt man nämlich sehr gute Unterhaltung, bei der auch der Humor nicht zu kurz kommt.


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