Jan Josef Liefers

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Gastbeitrag: Der letzte Zeuge – Die Bank, die Liebe, der Tod (1999)

Ein Gastbeitrag von Anne. Vielen Dank dafür!

Inhalt

der letzte zeuge20Die Kriminellen Ralph Schenk (Jan Josef Liefers) und Hilmar Koppe (Hermann Beyer) überfallen gemeinsam eine Bankfiliale. Sie nötigen den Filialleiter Wolf Buddenberg (Tobias Langhoff) den Tresor zu öffnen, doch als dieser nach der versteckten Waffe im Tresorfach greift wird er von Koppe, in Anwesenheit der Kassiererin Kathleen Fritzsche (Eva Kryll), niedergeschossen und schwer verletzt. Den beiden Bankräubern gelingt zunächst die Flucht, doch müssen sie bald feststellen, dass sich weit weniger Geld im Tresor befand als normalerweise üblich – jemand musste einen Großteil vorher entnommen haben.

Indes übernimmt Kripokommissar Hölzermann (Andreas-Maria Schwaiger) die Stellvertretung für seinen erkrankten Chef Joe Hoffer (Jörg Gudzuhn) und möchte den Fall so schnell wie möglich lösen. Die Rechtsmediziner Dr. Kolmaar (Ulrich Mühe) und Dr. Sommer (Gesine Cukrowski) würden seine Ermittlungsarbeiten womöglich verzögern, weswegen er versucht sie schnellstmöglich wieder loszuwerden.

Koppe wird schnell identifiziert und die Fahndung wird eingeleitet. Auch der ehemalige Filialleiter der Bank Werner Brodek (Hans-Michael Rehberg) gerät unter Verdacht, denn Wolf Buddenberg hat nicht nur seine Filiale, sondern auch seine Geliebte Kathleen Fritzsche übernommen.

Doch Dr. Robert Kolmaar fallen, wie so oft, Ungereimtheiten beim Tathergang auf, woraufhin er seinen alten Freund Joe bittet den Tatverlauf rekonstruieren zu dürfen. Ist die Polizei auf der richtigen Spur oder haben sie etwas Entscheidendes übersehen?

von anne2202

 



Anne meint:

Der letzte Zeuge ist eine sehenswerte Krimiserie,  auch wenn der Plot dieser Folge zunächst etwas abgenutzt erscheint. Vor allem die künstlerisch ausgefeilten, teilweise überhöhten Dialoge gefallen mir und allein Ulrich Mühe zuzusehen ist eine wahre Freude. Es schwingt jedoch auch Traurigkeit mit, wenn ich ihn durchs Bild laufen sehe – den Mann mit der unverkennbaren Stimme, den weichen Gesichtszügen und den markanten Augen, die oft so viel mehr sagten als bloße Worte. Ein einzigartiger Schauspieler, der uns leider nie wieder mit  großartigen Rollen, wie Gerd Wiesler in „Das Leben der Anderen“, Leutnant Lohse in „Das Spinnennetz“  oder der Figur K. in „Das Schloss“ unterhalten wird.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Kommissar und Gerichtsmediziner, sowie Dr. Kolmaars ständige Ambitionen sich in die Ermittlungsarbeit einzumischen erinnert mich ein wenig an den Tatort aus Münster. Das ist aber auch schon die einzige Gemeinsamkeit. Die beiden Fernsehformate sind  trotz dieser Übereinstimmung grundverschieden und eigentlich nicht miteinander zu vergleichen.

Jan Josef Liefers hat mich in der Rolle des skrupellosen und unberechenbaren Bankräubers wirklich überzeugt – allein sein Blick wirkte schon beängstigend, beinahe psychopathisch.
Die Handlung dieser Folge mag einige Schwachstellen aufweisen, die jedoch für mich, durch die wunderbare Besetzung, gut kompensiert werden.



2 Kommentare

Sieben Monde (1998)

Inhalt

7 mondeDie Stadt hat einen Serienmörder und die Polizei tappt im Dunkeln. Immer bei Vollmond schlägt der Täter brutal zu und verschwindet, ohne Spuren zu hinterlassen. Durch mysteriose Umstände glaubt der erfolglose Schriftsteller Thomas (Jan Josef Liefers) sich bald im Zentrum der Ermittlungen. Als dann noch seine Großmutter ermordet wird, ist er sich sicher, etwas mit den Morden zu tun zu haben: War er selbst während eines Blackouts der Täter?
Mit Hilfe einer Videokamera will er versuchen, sich selbst zu überführen. Und als die nächste Vollmondnacht naht, ist es soweit.

Text: DVD-Cover



Manu meint:

„Sieben Monde“ ist einer der wenigen deutschen Thriller, den man sich ansehen sollte. Eine ganze Weile wähnt man sich in der Handlung eines Horrorfilm, findet sich dann aber ziemlich schnell in der Welt der, wenn auch in diesem Falle sehr blutig-schaurigen, Grimmschen Märchen wieder…


Gabi meint:

Dieser Film lässt mich einigermaßen ratlos mit dem Gedanken zurück: Was genau habe ich eigentlich gerade gesehen?

Der Kritiker Sascha Westphal geht offenbar von einem ernst gemeinten Mystery-Thriller aus; er schreibt in der amazon.de Rezension: …Diese an sich reizvolle Idee — schließlich kann man einen großen Teil der amerikanischen Mystery-Filme und -Serien durchaus als zeitgenössische Variationen der Schwarzen Serie verstehen — verschenken Fratzscher und Osburg allerdings an eine wohlfeile, aber völlig unangemessene Selbstironie. Sie haben scheinbar ihrer eigenen Geschichte und ihren Ideen nicht getraut und sie deswegen selbst nicht ernst genommen (…) …  landet Sieben Monde schließlich im Niemandsland zwischen Mystery und Parodie…

So gesehen hat Westphal natürlich recht. Und wenn man den Film als Parodie begreift? Irgendwie auch.

Der Film verläßt sich neben dem beeindruckenden Schauspieler-Aufgebot zu sehr auf die Grundidee: Morde, die im Zusammenhang mit Grimms Märchen stehen. Dabei bleibt selbst für eine Parodie die Logik bzw. der Zusammenhang allzu sehr auf der Strecke. Warum mordet der Täter und schiebt einen imaginären Werwolf vor? Will er nur die Verkaufszahlen seines Buches in die Höhe treiben oder sich für die mangelnde Anerkennung rächen? Was haben Schneewittchen oder Hänsel und Gretel denn mit Wölfen zu tun?

Anderes wird nur angerissen, aber nie aufgelöst: Die Geschichte mit dem Verleger und dem Tod der Eltern des Helden beispielsweise, und was ist mit den echten Wölfen passiert, die Thomas im Suff aus dem Käfig befreite? Was für ein Tier hat ihn denn nun wirklich auf der Straße so unmotiviert angefallen?

Alles ist ein wenig zusammenhanglos. Trotzdem macht der Film leidlich Spaß, vor allem der Schauspieler wegen, die ihre Klischee-Rollen getreulich erfüllen. Christoph Waltz legt den werwolfgläubigen Polizisten als besserwisserischen Pedanten an. Sein Gegenpart Peter Lohmeyer gibt den Skeptiker im Columbo-Look; und Andreas Hoppe als Asi-Nachbar ist köstlich. Jan Josef Liefers‘ Rolle ist eine Variation des sympathischen Losers; den Part erledigt er souverän, aber wenig spektakulär.

Fazit: Für einen Thriller zu schräg, für eine Komödie zu blutig ist der Film nur bedingt gelungen, aber doch kurzweilig.


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