Jan Josef Liefers

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Die 7. Stunde (2016)

6 Kommentare

Inhalt:

© ZDF /Conny Klein

© ZDF /Conny Klein

Ein mörderisches Spiel, ein rätselhafter Selbstmord und ein quälendes Geheimnis: Als Anwalt Joachim Vernau (Jan Josef Liefers) an einer Berliner Privatschule eine Jura-AG übernimmt, begegnen ihm die Schüler voller Vorbehalte. Vernau findet heraus, was hinter dem Schweigen steckt. Doch da ist es fast zu spät. „Die 7. Stunde“ handelt von Schuld und Verantwortung und der Hilflosigkeit aller angesichts dessen, was nicht sein darf.

Der Berliner Anwalt Joachim Vernau (Jan Josef Liefers) bekommt ein lukratives Angebot: Er soll die Jura-AG einer Privatschule leiten. Vernau übernimmt die siebte Stunde. Doch gleich am ersten Tag kommt es zu einem Eklat. Rektorin Katharina Oettinger (Sophie von Kessel), eine alte Schulfreundin seiner Kanzleikollegin Marie-Luise Hoffmann (Stefanie Stappenbeck), hat verschwiegen, dass ein Mädchen aus Vernaus Klasse vor ein paar Monaten Selbstmord begangen hat.

Angeblich soll Sami (Emilio Sakraya Moutaoukkil), ein Junge mit libanesischen Wurzeln von der Hauptschule zwei Straßen weiter, damit zu tun haben. Doch litt Clarissa wirklich nur unter Liebeskummer? Vernaus Schüler, allen voran Samantha (Isolda Dychauk) und Matthias (Samuel Schneider), verschließen sich mehr und mehr. Vernau kommt dahinter, dass an der teuren Privatschule Rollenspiele gespielt wurden. Eines der Spiele geht zurück auf uralte Krankenakten, die irgendjemand auf dem Schuldachboden gefunden haben muss. Denn das Schulgebäude beherbergte vor langer Zeit einmal eine Nervenheilanstalt. Das Spiel „Die schwarze Königin“ beruht auf den Wahnvorstellungen einer Kindsmörderin. Als eine weitere Schülerin Opfer eines Giftanschlags an der Schule wird, grassiert die Angst. Vor allem, weil sich die Anzeichen mehren, dass trotz Verbot und drakonischen Strafen bis hin zum Schulverweis die Rollenspiele weitergehen.

Vernau findet Zugang zu einer Gruppe, die nachts LARP – Live Action Role Playing – in einem Berliner Park spielt. Von diesen „Vampiren“ erfährt er, dass vor einiger Zeit jemand mit echten Waffen aufgetaucht ist und von einem neuen Spiel erzählt hat, bei dem es Tote geben wird. Sie haben diesen Irren rausgeworfen und nicht mehr mitspielen lassen. Und dieser Irre will sich nun rächen. Als Vernau herausfindet, wer dahinter steckt, ist es fast zu spät.

[Quelle: ZDF]



Baggi meint:
Die 7. Stunde ist mein Lieblingsbuch von Elisabeth Herrmann. Ich habe es verschlungen, so ’speziell‘ es auch ist. Und ich habe nicht besonders überrascht zur Kenntnis genommen, dass es (nach dem ersten und bislang wohl besten Film der Reihe, Das Kindermädchen) nicht an zweiter Stelle in Angriff genommen wurde, sondern Die letzte Instanz und Der Mann ohne Schatten vom ZDF vorgezogen wurden.

Und dann kam die Info, dass Die 7. Stunde doch noch umgesetzt wird – und ich habe mich gefragt, wie das bei dem komplexen Werk mit dem wuchtigen Ende auch nur annähernd befriedigend passieren soll.
Nun, es ist nicht befriedigend. Leider.
Jemand, der nicht weiß, worum es geht, kann den Film natürlich unvoreingenommen genießen und sich vor allem an dem grandios aufspielenden Jan Josef Liefers erfreuen. Er allein reicht, dem ganzen Werk Leben einzuhauchen, keine Frage. Auch seine Mutter, deren Haushälterin „Hütchen“ und vor allem seine Kanzleipartnerin Marie-Louise Hoffmann sind wieder wunderbar umgesetzt von den jeweiligen Schauspielerinnen. Ich möchte wirklich niemanden in diesem Team missen!

Aber von der Geschichte des Buches ist mir entschieden zu viel verloren gegangen. So verwirrend, düster, dunkel spannend und gleichzeitig immer wieder von Humor durchbrochen die Vorkommnisse über mehrere hundert Seiten erzählt werden, wird die Handlung für den Bildschirm derart zusammengekürzt, derart entfremdet, dass ich wirklich enttäuscht war.
Die Schüler – bis auf Samantha – bleiben allesamt blass und praktisch kaum in Erinnerung. Unmengen an Handlungssträngen, Szenen, die mich im Buch laut auflachen oder auch gespannt hektisch weiterlesen ließen, wurden komplett geopfert. Und das ist für mich, auch wenn Elisabeth Herrmann selbst für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, keine gelungene Umsetzung gewesen. Schade.
Wie schon bei Der Mann ohne Schatten vermisse ich die Tiefe, die Komplexität in diesem Werk, weiterhin den Witz und die Spannung, die die Bücher ausmachen. Dieser Film ist, wie sein unmittelbarer Vorgänger auch, nichts Halbes und nichts Ganzes. Schön, ja – aber man hätte so viel mehr draus machen können!

Die Umsetzung aller Vernau-Bücher krankt für mich immer an der gleichen Problematik: die komplexen Erzählungen können einfach nicht auf 90 Minuten Fernsehzeit komprimiert werden. Punkt. Wenn das ZDF sich irgendwann dazu durchringen könnte, einen Zweiteiler daraus zu machen, diesen fesselnden Geschichten im wahrsten Sinne des Wortes mehr Raum zu geben, es wäre für mich der Durchbruch. Doch solange sich das nicht ändert, gilt: egal wie wunderbar die Schauspieler sind, sie allein können auch nicht retten, was das (zusammengestampfte) Drehbuch nicht hergibt.


Manu meint:

Ich kann nun nicht gerade behaupten, dass ich einen bestimmten Lieblings-Vernau von Elisabeth Herrmann habe, denn eigentlich mag ich sie alle und hab einen nach dem anderen genüsslich „verputzt“. Aber auf die Verfilmung von „Die 7. Stunde“ war ich schon deshalb sehr gespannt, weil ich mich bereits beim Lesen fragte, wie man dieses schwierige Thema wohl angehen wird.

Ich schließe mich zu großen Teilen der Meinung Baggis an. 90 Minuten waren dann wohl für dieses komplexe Thema genau 90 Minuten zu wenig. Ein Zweiteiler wäre die perfekte Lösung gewesen, um dem Stoff gerecht zu werden. Nun gut, alles in allem wurde das Beste in der Kürze der Zeit daraus gemacht. Und hätte ich nicht den Roman gelesen, gäbe es sicher rein gar nichts zu meckern. Blendet man diesen beim Schauen aus und lässt den Film so wirken wie er ist, ist er durchweg spannend und erwartungsgemäß grandios gespielt von Jan Josef Liefers und Stefanie Stappenbeck sowie Elisabeth Schwarz und Carmen-Maja Antoni als Mama und Hüthchen. 🙂 … und diesmal hatte sogar der Schrauber Jazek ein Gesicht. Erwähnte ich schon, dass ich  mich schon sehr auf „Versunkene Gräber“ freue? 😉


Links:


Autor: Baggi

Yesterday is history, tomorrow a mystery. But today is a gift, that's why it's called the 'present'. (Bil Keane)

6 Kommentare zu “Die 7. Stunde (2016)

  1. Ein guter Film! 😉

    LG
    kreativschatz

  2. Stimmt.Guter Film. Klasse Lehrer!
    Allerdings hat am Ende Matthias unverletzt und in Großaufnahme die Schule verlassen.
    Da hat beim Dreh wohl jemand gepennt 🙂 🙂 🙂

    • Elisabeth Herrmann selber hat das Drehbuch geschrieben und es massiv gekürzt, so wie bei jedem Buch, das verfilmt wurde. Die letzte Instanz und das Kindermädchen sind ja auch gänzlich anders als die Druckausgabe. Wenn du das als ‚pennen‘ bezeichnen willst…

      Edit: sorry, ich dachte, du beziehst dich auf das Ende im Buch, das ja ganz anders ist, als das Ende im Film.
      Aber ich bin dennoch der Meinung, du liegst falsch. Matthias wird nach dem Amoklauf auf einer Trage weggefahren, trug Schal, dunkle Jacke und ein blaues Hemd mit Knöpfen. Der Junge, der die Treppe runterkommt nach draußen zur Polizei, trägt eine andere, kürzere Jacke, auch einen Schal und eine blaue Sweatjacke mit Kapuze drunter. Er sieht dem Matthias sehr ähnlich, aber es ist ein anderer. Schau mal dieses Foto an, da sind ja beide drauf: Matthias ganz links und der fragliche Doppelgänger ganz hinten auf Jans linker Seite hinter der vergifteten Maxi https://jjloblivion.files.wordpress.com/2016/01/die-7-stunde-presse-4.jpg

  3. Ein spannender Abend, Jan Joseph Liefers in einer glänzenden Rolle. Für mich ein Oscar-Anwärter in Hollywood. Ein Schauspieler, der
    dorthin gehört.
    LG A.M.

  4. Cooler Film!

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