Jan Josef Liefers

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Ein Kommentar

Aktuell im Dreh: Tatort – ‚Affentheater‘ (AT) (2018)

© WDR/Martin Menke

Inhalt:

In „Affentheater“ (AT) untersuchen Boerne und Thiel einen Todesfall, der sich in der unmittelbaren Nachbarschaft von Staatsanwältin Wilhelmine Klemm ereignete. Die Spuren führen Kommissar Thiel unter anderem in den Münsterschen Zoo. Der Rechtsmediziner Prof. Boerne versucht, sich derweil auch einen Namen als Fernsehkoch zu machen.

Mit ihrer Nachbarin Wilhelmine Klemm lag das Todesopfer im Dauerclinch. Doch könnte die renommierte Münsteraner Staatsanwältin tatsächlich etwas mit dem Tod der schwer kranken Patrizia Merkens zu tun haben? Wilhelmine Klemms Widersacherin im Amt, die Staatsanwältin Ungewitter (Tessa Mittelstaedt), mag das nicht ausschließen. Und so ermitteln die Kommissare Frank Thiel und Nadeshda Krusenstern in alle Richtungen. Ihre Spurensuche führt sie unter anderem in den Zoo. Hier war die, dem Vernehmen nach, menschenscheue Patrizia Merkens offensichtlich Dauergast. Den Rechtsmediziner Prof. Boerne hat derweil das Kochfieber befallen, denn kein geringerer als der Gourmet und Medienproduzent Dr. Stockmann (Robert Hunger-Bühler) gibt dem Rechtsmediziner die Chance zu einer Zweitkarriere als Fernsehkoch. Woran Patrizia Merkens tatsächlich starb, bedarf unterdessen einer letzten toxikologischen Untersuchung.

[Quelle: WDR Presse]


Regie:

  • Samira Radsi

Darsteller:

  • Charlotte Bohning
  • Lilia Lehner
  • Thomas Arnold
  • Stephanie Kämmer
  • Felix Vörtler
  • Julischka Eichel
  • Dirk Martens
  • Tessa Mittelstaedt

Trailer


Axels Drehtagebuch


Rezensionen


Links



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Tatort – ‚Gott ist auch nur ein Mensch‘ (2017)

© WDR/Wolfgang Ennenbach

Inhalt:

Die Kunstwelt schaut auf Münster, und der Skandal ist perfekt. Kurz vor der Eröffnung der internationalen Skulptur-Tage sorgt das vermeintlich neue Werk des Aktionskünstlers „G.O.D.“ (Aleksandar Jovanovic) für großes Aufsehen: Denn bei der Clownsfigur vor dem Rathaus handelt es sich um eine Leiche! Schnell finden Kommissar Frank Thiel und seine Kollegin Nadeschda Krusenstern heraus, dass es sich bei dem Toten um einen ehemaligen Münsteraner Stadtrat handelt, der vor einiger Zeit vom Vorwurf der Unzucht mit Minderjährigen freigesprochen wurde. Bei der Obduktion entdecken Prof. Karl-Friedrich Boerne  und seine Assistentin Silke Haller, dass im Körper der Leiche ein USB-Stick versteckt war. Und auf diesem der Beweis für die Schuld des ehemaligen Lokalpolitikers. Hat hier jemand Rache an einem zu Unrecht freigesprochenen Kriminellen genommen? Doch warum hat der Täter die Leiche zu einer Skulptur umgewandelt? Noch bevor Kommissar Thiel einen ersten Fahndungserfolg verbuchen kann, gibt es einen zweiten Toten, auch dieses Mal kunstvoll präpariert und präsentiert…
[Quelle: WDR]


Hier sind alle Clips aus Axels Drehtagebuch, in denen Jan mit auftaucht:


Trailer:


Rezensionen:

Baggi meint:

Die Drehbuchautoren Silber und Wettcke (Zwischen den Ohren/Schwanensee) sowie Regisseur Lars Jessen (Die chinesische Prinzessin/Feierstunde) sind die Namen, die für mich hinter den allerbesten Tatorten der letzten Jahre stehen. Dementsprechend hoffnungsvoll war ich, was ‚Gott ist auch nur ein Mensch‘ angeht. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Der Kriminalfall ist wirklich interessant, die neuen Figuren allesamt wieder herrlich ausgearbeitet – sämtliche Künstler gefühlt wie frisch aus der Anstalt. Ein echter Spaß!

Thiel und Boerne haben zwar gar nicht allzu viel miteinander zu tun, aber ich habe das nicht vermisst. Beide sind nämlich mehr als ausgelastet mit ihrem jeweiligen Gegenpart in dieser Episode – Thiel mit seiner Bekannten aus Kleinkindertagen, die sich (ganz im Gegensatz zu ihm) an diverse peinliche Aktionen von früher erinnert; und Boerne mit seinem ‚Meister‘, dem bekannten Künstler G.O.D., der derart intensiv und eindrucksvoll düster daherkommt, dass selbst der eloquente Professor manchmal nicht mehr weiß, wie er dagegen ankommen soll. Das ist wahnsinnig kurzweilig anzuschauen. Außerdem hat mir besonders gut Thiels augenzwinkernde Ruhe im Angesicht von Boernes Spinnereien gefallen (gleich die erste Szene im Treppenhaus beispielsweise) … so etwas hatten wir lange nicht, ich habe es sehr genossen. 😀

Einziger Kritikpunkt: Silke Haller alias Alberich kommt definitiv zu kurz (no pun intended). Das war in Schwanensee oder Feierstunde anders, beides Folgen, in denen besonders das Verhältnis von Boerne und ihr (in meinen Augen) schlicht genial dargestellt wurde. Sie taucht mir einfach viel zu wenig auf und hat dem Professor kaum etwas zu sagen/entgegenzusetzen. Aber das ist so ziemlich der einzige Wermutstropfen für mich, was diese Folge angeht.

Insgesamt freue ich mich sehr über diesen in wunderschönen Farben und genialen Bildern gefilmten, sommerlichen Tatort. Das herrliche Wetter hat sich auf die gesamte Stimmung des Films übertragen, das ist einfach eine ganz runde Sache!


Links:




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Tatort – ‚Fangschuss‘ (AT: Klappe zu, Affe tot) (2017)

Inhalt:

Quelle: Axel Prahl auf Facebook

Quelle: Axel Prahl auf Facebook

Hat sich IT-Experte Sebastian Sandberg wirklich selbst von seinem Balkon gestürzt? Die Kommissare Frank Thiel und Nadeshda Krusenstern  nehmen die Ermittlungen auf. Hinweise auf einen Mord finden Prof. Boerne und Silke „Alberich“ Haller in der Rechtsmedizin auf Anhieb nicht. Aber in der Wohnung des Toten gibt es Hinweise auf einen Einbruch.

Jetzt will Frank Thiel endlich mal ins Fitness-Studio, da meldet sich Kollegin Krusenstern mit einem dringenden Einsatz. Ausgerechnet in diesem Augenblick steht auch noch eine fremde junge Frau vor der Wohnungstür des Kommissars: Leila Wagner behauptet, Thiels Tochter zu sein. Aber das muss warten. Genauso wie die Vorbereitungen auf die mündliche Jagdprüfung: Prof. Boerne will künftig dem Wild in den Wäldern des Münsterlandes nachstellen. Doch erst ist seine Expertise als Rechtsmediziner gefragt. Denn der IT-Experte bleibt nicht das einzige Mordopfer. In einem Gehöft vor den Toren der Stadt wird ein Journalist leblos aufgefunden. Er war bundesweit bekannt für seine hartnäckigen Recherchen – und nahm für seine neueste Story gerade einen einheimischen Futtermittelbetrieb unter die Lupe.

[Quelle: WDR ]


Gastdarsteller:

  • Christian Maria Goebel
  • Janina Fautz
  • Jeanette Hain
  • André M. Hennicke

Trailer:

Trailer auf ONE (nur von 20:00 bis 6:00 Uhr freigeschaltet)

Trailer der ARD

Verstehen Sie Spaß? am Tatort Set – also sozusagen „outtakes“ aus dem Tatort 😉


Baggi meint:
Ich schreibe gerne ausführliche Rezensionen, aber im Falle von „Fangschuss“ geht es leider nicht. Schon öfter in der Vergangenheit habe ich beklagt, was das Autorenduo Cantz und Hinter aus ihren eigenen, ehemals so genial erdachten Figuren gemacht hat. Man kann es auch dieses Mal wieder ganz kurz machen: die beiden sind sich treu geblieben.
Die Geschichte ist nur mäßg spannend, der gesamte Plot rund um den Mord lanweilig. Vor allem Boerne, die Jagd, die Art wie er selber agiert (und auch wie er mit sich umgehen lässt) sind einfach total an der eigentlichen Figur vorbei. Ich konnte den sonst so genialen, intelligenten Professor nicht eine Sekunde ernstnehmen. Eitel und dämlich, ohne jede Tiefe, in keiner Weise mehr liebenswert, etwas anderes fällt mir zu der Figur nicht ein. Er darf sich die gesamte Folge lang nur „zum Toast machen“, wie es ein User formulierte. Recht hat der Mann. Nicht mal mein geliebtes Duo in der Rechtsmedizin hat mir ein Lächeln abringen können.
Thiel und Leila hatten ein paar schöne Momente und Axel Prahl hat den Spagat zwischen Unglaube, Argwohln und der Bereitschaft, dieses junge Mädchen als seine Tochter zu akzeptieren, beeindruckend gespielt, aber insgesamt ist mir der Spagat zwischen Vater-Liebe und Tochter-Frust auch nicht genug gewesen, diese Folge zu retten. Frau Klemm und Nadeshda hatten zu wenig zu tun, um glänzen zu können.
Im Vergleich zu Der dunkle Fleck von den gleichen Autoren wieder einmal ein Tiefpunkt.
Und natürlich gilt wie immer: das ist NUR meine eigene, persönliche Meinung.


Manu meint:
Prof. Boerne büffelt für den Jagdschein? Ehrlich gesagt, mir war schon beim Ansehen der Vorschauen flau im Magen. Und tatsächlich konnte ich dem Boerne den Weidmann nicht so recht abkaufen, was sicher nicht nur daran lag, dass ich absolut kein Freund der Jagd und der Jäger bin, sondern dass er sich in seinen Loden absolut lächerlich gemacht hat. Passt für mich nicht so recht zu KF. Aber vor allem war er mir definitiv einmal wieder viel zu arrogant, besonders gegenüber seiner Assistentin Alberich, und hat auch quer durch die Handlung keinen noch so platten Gag ausgelassen. Weniger wäre in meinen Augen mehr gewesen. Heldenhaft, wie Jan dennoch das Beste aus einem durchschnittlichen Drehbuch herauszuholen vermag. Im Münster Tatort steckt so viel mehr Potenzial, wenn man es nur zulassen würde.

Für mich ist Die chinesische Prinzessin ein Beispiel dafür. Ich hab es gern, wenn alle am selben Strang ziehen und sich gegenseitig unterstützen und respektieren, um einen Fall zu lösen. Das heißt ja nicht, dass es nicht trotzdem turbulent und witzig zugehen kann. Aber na ja, wenn man sich durch die Kommentare bei Facebook, Twitter & Co. arbeitet, stellt man fest, dass den meisten Zuschauern genau dieses Gefrotzel um jeden Preis gefallen hat. 14,56 Millionen Zuschauer hat es immerhin vor die Glotze gelockt. Herzlichen Glückwunsch zum erneuten Quotenrekord!

Thiel und seine Möchtegern-Tochter haben mir hingegen gut gefallen. Janina Fautz als Leila hat ihre Sache gut gemacht. Ansonsten war ein bisschen wenig Nadeshda, zu wenig Frau Staatsanwalt, null Vaddern und am Ende viel zu viel Auto. Ein Hummer hätte es nun wirklich nicht sein müssen. Mich persönlich hat dieser neue Fall aus Münster nicht vom Hocker gerissen. Man konnte ihn schauen, aber im oberen Drittel ist er bei mir nicht gelandet. Schade.


Links:


 Axel Prahl hat während der Dreharbeiten gefilmt und viele Videos auf facebook veröffentlicht. Wir haben hier alle Clips verlinkt, in denen Jan auftaucht. Die restlichen Filme findet ihr auf Axels Profil. Viel Spaß beim Anschauen! 😀




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Tatort – ‚Feierstunde‘ (2016)

Inhalt:

Feierstunde DrehstartWährend Kommissar Frank Thiel in dem neuen WDR-Tatort klären muss, wer für den Tod einer schwerkranken Frau verantwortlich ist, genießt Prof. Boerne das Rampenlicht. Unter seiner Leitung startet ein internationales Projekt, das schon als Meilenstein der Mumienforschung gefeiert wird.
Zur Handlung:
Das Rachegefühl endlich ausleben und Boerne ermorden – Prof. Harald Götz kann kaum noch an etwas anderes denken. Das verheimlicht er auch nicht seiner Psychotherapeutin Dr. Corinna Adam. Während der Boerne gerade die Fördermittel für ein prestigeträchtiges Forschungsprojekt an Land gezogen hat, ist Prof. Götz seit Jahren im Labor alleine auf sich gestellt. Fieberhaft sucht er nach einem Medikament für seine schwer kranke Frau Martina. Doch nachdem sie erschossen in ihrem Rollstuhl aufgefunden wird, ist für Kommissar Thiel der Fall klar: Harald Götz ist dringend tatverdächtig. Zumal Nachbarn beobachtet hatten, wie er fluchtartig das Haus verließ. Abends verschafft sich Götz Zugang zu Prof. Boernes Feierstunde im Nobelrestaurant und ein gefährlicher Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Jetzt benötigt Prof. Boerne die Unterstützung von Kommissar Thiel – mehr als jemals zuvor…

[Quelle: WDR]


Gastdarsteller:

  • Peter Jordan
  • Oda Thormeyer
  • Claudia Eisinger
  • Siemen Rühaak
  • Michael Prelle
  • Nagmeh Alaei

ARD-XL-Trailer

Trailer von ORF2

Trailer von ONE (ehemals einsfestival)

Fanseiten-Teaser:

Da es lange keinen offiziellen Trailer zum neuen Tatort gab, haben wir uns selbst einen gebastelt… Schuld sind die genialen Pressefotos, die der WDR veröffentlicht hat. Und ja, wir sind böse. Aber mal ernsthaft… was sind das für Bilder?? DRAMA! 😮

Disclaimer:
Natürlich hat der Clip mit dem wirklichen Film nichts zu tun! Bitte dahingehend auch den Abspann des Videos beachten. Vielen Dank.
Zu Risiken und Nebenwirkungen… ihr kennt den Text 😛

Und hier noch ein tolles Fanvideo auf Vimeo (made by Cornchrunchie):



Baggi meint:
Mit Feierstunde hat Lars Jessen seinen zweiten Tatort aus Münster abgeliefert – und wie auch schon (die von mir heiß geliebte Folge) Die chinesische Prinzessin ist dieser Tatort anders: ernster. Spannender. Dramatischer. Und doch SO Münster.
Hut ab vor dem Drehbuch von Elke Schuch, das mich bis auf eine Szene am Ende wirklich sehr sehr begeistert hat. Die Figurenzeichnung ist eine der besten der letzten Jahre!

Thiel ist so, wie wir ihn aus früheren, guten Folgen kennen: etwas brummelig aber mit Herz, hartnäckig, mit scharfem Verstand und mit ganz viel Bauchgefühl. Er gefiel mir ausgezeichnet in dieser Folge, die Figur war auf den Punkt. Besonders auch die Freundschaft, die ihn mit Boerne verbindet (obwohl er sie ja niemals zugeben würde), wurde immer offensichtlicher, je mehr sich die Lage zuspitze. Toll umgesetzt von allen Beteiligten!
Seine Assistentin Nadeshda hatte ebenfalls schöne Szenen, war selbständig und wichtig, um die Handlung voranzutreiben, schlagfertig und clever, so wie wir sie mögen.
Boerne: wie ich ihn liebe. Anders kann man es nicht sagen. Zuerst wirkt (ich betone das Wort wirkt) er wieder einmal ausschließlich arrogant und selbstgefällig und unmöglich. Wie immer eigentlich, und ein Stück weit ist er das auch. Aber eben nur ein Stück weit – gemeinsam mit dem Zuschauer erkennt vor allem Silke Haller, dass viel mehr hinter Boernes prestigeträchtigem Mumienforschungsprojekt steckt, als sie geahnt hat.
War sie anfangs noch extrem erbost über seine augenscheinlich völlig oberflächlichen Motive, muss sie einsehen, dass sie ihm Unrecht getan hat; und Silke Haller wäre nicht Silke Haller, wenn sie sich nicht gleich ein Herz fassen und ihn bei seiner Feierstunde aufsuchen würde, um ihren Fehler wieder gutzumachen.
Es ist wohl kein Geheimnis, wenn ich hier verrate, dass sie sich damit in eine lebensbedrohliche Situation katapultiert, was ihr Vorgesetzter, trotz einiger verzweifelter Versuche, nicht verhindern kann.

Wie der schwer angeschlagene Boerne und seine Alberich in dieser Folge miteinander umgehen, wie gerade die kleine Frau in der dramatischen Lage, in der sie sich plötzlich wiederfindet, immer wieder unglaubliche Größe zeigt, während alle anderen Gäste feige kuschen… es ist phänomenal. ChrisTine Urspruch und Jan spielen das ganz wunderbar, die Besorgnis und Verbundenheit, die in diesen Szenen durchschimmert, hat mich begeistert. Ich will nur noch solche Folgen sehen und NIE wieder ein ad absurdum geführtes Verhältnis zwischen den beiden, wie es Cantz und Hinter uns Zuschauern beispielsweise in Erkläre Chimäre zugemutet haben.

Lediglich die Staatsanwältin und Vaddern kommen in dieser Episode vielleicht etwas zu kurz. Aber man kann einfach nicht allen Rollen die gleiche Aufmerksamkeit schenken, ich konnte gut damit leben. Sie sind liebenswert wie immer und fehlen nicht, das ist die Hauptsache.
Umso eindrucksvoller dagegen agieren neben unseren Münsteraner Lieblingen die Gastdarsteller. Allen voran Peter Jordan, dem man seine emotionale Extremsituation absolut abkauft, und Oda Thormeyer, die die Psychologin Dr. Adam dermaßen intensiv spielt, dass man sie so bald nicht vergessen wird.

Fazit: dieser Tatort hat es in sich, besonders auf Teamebene. Was das Zusammenspiel der Hauptcharaktere und den Zusammenhalt untereinander angeht, einer der allerbesten für mich, ganz klar. (Edit: jetzt, mit etwas mehr Abstand, würde ich sogar so weit gehen, zu sagen: nicht einer, sondern der allerbeste)

Eine Szene gegen Ende fand ich allerdings extrem seltsam, unnötig und sogar störend – das war für mich ein richtiger Bruch, der rein gar nicht zum Rest der Folge passt.
Ich hätte mir ehrlich gewünscht, dass man diese Filmminuten für etwas anderes genutzt hätte. Zum Beispiel, um dem Team nach diesen dramatischen Ereignissen noch etwas mehr Zeit miteinander zu geben.
Aber naja, vielleicht sehe auch nur ich das so, dass Zeit verschwendet wurde für etwas Surreales, das in meinen Augen überhaupt nicht funktioniert. Ich würde mich nach Ausstrahlung des Tatorts sehr dafür interessieren, wie andere Zuschauer diese Szene empfunden haben.


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Tatort – ‚Ein Fuß kommt selten allein‘ (2016)

Inhalt:

Foto: WDR/Martin Menke

Foto: WDR/Martin Menke

Während Alberich das Bundesverdienstkreuz für ihre jahrelange Arbeit in der von ihr gegründete Opferambulanz verliehen wird, finden Arbeiter im Wald ein Skelett, das dort nach erster Bestandsaufnahme offensichtlich bereits längere Zeit gelegen hat. Weitere Recherchen führen zu der Erkenntnis, dass eine junge Frau vor ungefähr zwei Jahren durch ein Gewaltverbrechen zu Tode gekommen ist. Wegen ihrer deformierten Fußknochen geht Boerne davon aus, dass die Tote professionelle Tänzerin gewesen sein muss.

Die Ermittlungen führen Thiel zur Tanzgemeinschaft Münster, in dem sich gerade ein Team von Formationstänzern und Tänzerinnen unter der Leitung von Andreas Roth für einen Wettbewerb vorbereitet. Der Vereinspräsident und stadtbekannte Orthopäde Dr. Winfried Steul kann nach anfänglicher Zurückhaltung anhand der Fotos der deformierten Füße eindeutig eine ehemalige Tänzerin der Formation, Elmira Dumbrova, als die Tote identifizieren. Elmira war vor einigen Jahren plötzlich und unerwartet wieder zurück in ihre moldawische Heimat gegangen. Doch der Fall ist rätselhaft: Einer der Tänzer, Jonas Körner, hat vor nicht allzu langer Zeit eine Email von ihr erhalten, obwohl sie bereits tot gewesen sein muss. Obwohl seine Tanzpartnerin Marie Ade ihn versucht zu trösten, fällt der ehemalige Sanitätsgefreite in eine tiefe Depression. Nach Elmiras Verschwinden war ihr Cousin Oleg kurz in ihrer Wohngemeinschaft aufgetaucht und hatte ihre Sachen geholt. Nadeshdas Recherchen ergeben aber, dass Elmira ein Waisenkind ohne Verwandtschaft war.

Vater Thiel hat derweil seine Liebe für das Pilzesammeln entdeckt, besonders der Suche nach Fliegenpilzen, und entdeckt weitere Skelettteile ganz in der Nähe des Fundortes von Elmira. Es handelt sich um einen männlichen Fußknochen, der ungefähr gleich lange dort gelegen haben muss. Handelt es sich also um einen Doppelmord? Eine Beziehungstat?

Doch dann erkennt Alberich Elmira wieder: Die Tänzerin war wegen einer Vergewaltigung unter KO-Tropfen-Einfluss bei ihr in der Opferambulanz gewesen und hatte sich untersuchen lassen. Zunächst hatte sie auf eine Anzeige verzichtet, sich dann aber ein paar Wochen wieder mit dem Entschluss befasst, gegen den Vergewaltiger vorzugehen, wieder in der Ambulanz eingefunden. Ist der Vergewaltiger der Mörder? Dann wird Jonas tot aufgefunden, die Todesursache ist eine Überdosis KO-Tropfen.

Nur durch enorme Fachkenntnis und Kombinationsgabe gelingt es dem Team, den komplizierten Fall am Ende doch aufzudecken.

[Quelle: filmstiftung]


Gastdarsteller

  • Maximilian von Pufendorf
  • Thomas Heinze
  • Julian Mau
  • Mersiha Husagic
  • Gordon Kämmerer
  • Nathalie Thiede

Trailer


Baggi sagt:

Ich stehe den Tatorten der letzten Jahre, die von Cantz und Hinter geschrieben wurden, sehr skeptisch gegenüber (warum, kann gern hier im Detail nachgelesen werden).
Mit dementsprechend wenig Hoffnung auf eine gute Episode aus Münster habe ich mich auf Ein Fuß kommt selten allein eingelassen.
Tatsache ist und bleibt, auch dieses Mal haben die Figuren mit denen, die die beiden Autoren 2002 erschaffen haben, nicht mehr viel gemein. Und wie immer in den letzten Folgen bauen Cantz und Hinter ihren Plot auf Boernes negativen Eigenschaften auf und darauf, dass ein Mitglied des Stamm-Teams ein anderes in eine missliche Lage hinein(er)presst, damit man sich darüber lustig machen kann. Nachdem in der letzten Folge der geldgeile Boerne Thiel mit der Tatsache, dass er ihm das Leben gerettet hat, in die Hochzeits-Charade zwingt, um an das Erbe seines Onkels zu kommen, ist es nun eben Staatsanwältin Klemm, die Boernes unglaublich albernen Frust über den Orden seiner Assistentin für sich ausnutzt, und ihn gegen seinen Willen aber ‚für ein gutes Wort beim Staatsminister‘ zu Tangostunden schleppt.
Dieses sich wiederholende Schema ist, ebenso wie die sich wiederholenden Gags, die sich in dieser Folge tummelten, so unnötig. Es hätte tausend lustigere Gründe geben können, wie es Frau Klemm und Boerne aufs Parkett verschlägt, aber Cantz und Hinter machen sich gar nicht erst die Mühe, andere zu ersinnen. Warum auch? Wir schauen ja trotzdem. Stimmt ja auch.
Aber sicher nicht wegen ihrer Geschichten. Ich schaue wirklich nur noch wegen der Schauspieler und ihres unglaublichen Talents, auch aus solch doofen Plots noch das Beste zu machen.

Ok, zurück zum Film. War Summ summ summ der Tiefpunkt der letzten Jahre und Erkläre Chimäre zum Glück ein wenig gelungener, muss man ehrlich sagen, diese aktuelle Episode hat mir noch minimal besser gefallen. Es gibt eine geringe Tendenz nach oben, auch wenn die Autoren von Glanzstücken wie Der dunkle Fleck u. ä. leider wohl auf ewig meilenweit entfernt bleiben werden. Dennoch möchte ich die Geschichte beinah als gutes Mittelmaß bezeichnen, was ich bei den beiden wirklich niemals erwartet hätte. Thiel und Boerne haben verhältnismäßig reibungslos zusammengearbeitet und ihre Dialoge waren auf den Punkt. Boernes Frechheiten gegenüber der Staatsanwältin während der schweißtreibenden Tangostunden waren einfach göttlich. Und mein persönliches Dreamteam, der gute Professor und seine Alberich, durften (von seiner überzogenen Eifersucht einmal abgesehen) auch wieder etwas schöner zusammen agieren. Besonders die letzten Szenen in der Rechtsmedizin, vom ‚unter-dem-Schrank-hervorziehen‘ unter umgekehrten Vorzeichen (ich erinnere da an die einzige schöne Stelle in Summ summ summ, die Bienen unter Roman Königs Bett) bis zum ‚Tango Kriminale‘ waren wunderbar und haben mich mit vielem versöhnt. Und wenn ich auch extrem empfindlich bin, was Fremdschämen anbelangt, und erwartet hatte, dass ich mich bei Boernes Disco-Nummer aus Frust in den Boden schraube, muss ich sagen, an der Stelle habe ich mich kaputtgelacht. Vielleicht, weil Jan so abgegangen ist beim Tanzen, ich weiß es nicht. Aber es war herrlich.

Was die Nebendarsteller angeht, für Staatsanwältin Klemm war es eine gute Folge, Vaddern war mir zu sehr auf die Fliegenpilze reduziert und Nadeshda war irgendwie kaum vorhanden…  aber der Rest hat mir gefallen. Ein besonderes Lob an dieser Stelle an die Gastdarsteller, allen voran Max von Pufendorf (Archie aus 3x schwarzer Kater), der in diesem Tatort als Tanztrainer nicht wiederzuerkennen war.

Ja, ich war insgesamt einigermaßen positiv überrascht, nachdem ich mich auf alle möglichen Debakel eingestellt hatte. Aber ich freue mich jetzt schon auf Feierstunde und hoffe dabei auf eine ganz ganz andere Art von Münster-Tatort.


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Zwei Tage am Set vom Tatort „Ein Fuß kommt selten allein“ (AT: ‚Fußpilz‘)

Komparsen Fußpilz

Foto: Tatort Münster auf facebook

Vor nicht allzu langer Zeit wurde für viele Boerne und Thiel-Fans ein echter Traum wahr, denn Kai, der Administrator der großen Tatort Münster-Facebookseite, brachte folgenden Post:

Tatort Münster „Fußpilz“ sucht Zuschauer für einen Tanzwettbewerb
Montag, 30.11. und/oder Dienstag, 01.12.2015 in Köln

Ein Begeisterungssturm brach los, Anmeldungen aus der kompletten Bundesrepublik gingen bei ihm ein. Zum Glück konnte Kai wirklich vielen Fans eine Zusage erteilen, denn es wurden an beiden Drehtagen jeweils 160 enthusiastische Zuschauer gebraucht.
Und so fanden sich keine zwei Wochen nach dem Aufruf weit mehr als 250 Freiwillige (teils an einem, teils an beiden Drehtagen) in Köln ein, um die Sartory Säle am Friesenplatz in ein Münsteraner Tanzturnier zu verwandeln.

Leider zeigte sich die Stadt nicht gerade von ihrer besten Seite. Sturm und Regen vermiesten den vielen, teilweise von weither Angereisten sonntags und auch montags den Tag, dienstags trieben die morgendlichen Staus rund um und in Köln den meisten Autofahrern den blanken Stressschweiß auf die Stirn… aber alle haben es rechtzeitig zum Dreh geschafft, waren die vielen Komparsen doch vorrausschauend früh einbestellt worden.
Nach einer kurzen Anmeldeprozedur gab es dann den wohlverdienten ersten Kaffee und Frühstück für die Hungrigen. Währenddessen sind die beiden guten Seelen der Kostümabteilung unermüdlich durch die vielen verwinkelten Räume des Kellergeschosses gewandert, in denen die Komparsen untergebracht waren, und haben für jeden, egal ob Männlein oder Weiblein, mit einer Engelsgeduld den passenden Dress gefunden. Und gegen Mittag ging es dann tatsächlich los: nach einigen wichtigen Informationen der Castingagentur stürmte die Truppe den riesigen Saal, in dem zwei Tage lang nun viele Stunden am Stück gedreht werden sollte.

Kaum hatten alle Komparsen einen Platz zugewiesen bekommen, übernahmen der Regisseur und seine Assistentin das Ruder. Sie beide haben es geschafft, mit klaren, lockeren Ansagen auf Anhieb zu vermitteln, was genau sie sich wünschen und nach einer kurzen Probe hatte das Publikum den Bogen raus. Später am Tag war in der Regel gar keine Probe mehr nötig – wenn doch, dann für die Schauspieler oder Tänzer, um Kameraeinstellungen bei besonders komplexen Szenen auszuprobieren und vor dem endgültigen Dreh zu perfektionieren.

Wie man es von den beiden gewohnt ist, wenn sie im Doppelpack auftreten: Jan und Axel ließen es sich am Montag nicht nehmen, während der langen Stunden im Saal immer mal ein wenig herumzualbern, um in den ruhigeren Momenten für gute Laune zu sorgen. Da wurde etwas Unsinn getrieben, die ein oder andere (un)elegante Tanzfigur eingestreut, Probeszenen mit Lachern beendet… es ist immer wieder ein Spaß, die beiden zu beobachten.
Ab Dienstagnachmittag drehte dann vor allem Thomas Heinze richtig auf und übernahm die Rolle des Pausenanimateurs. Ein sehr sympathischer Mensch, der besonders die Zuschauer in seinem Rücken immer wieder zum Lachen gebracht hat.
Mechthild Großmann hatte zu dem Zeitpunkt ihre letzte Szene in diesem neuen Tatort abgedreht und wurde mit warmen Worten vom Regisseur und wahrhaft tosendem Applaus vom Team und den Zuschauern verabschiedet.
Jan Josef Liefers, der ebenfalls für den Tag mit der Arbeit fertig war, verschwand allerdings nicht aus dem Saal, ohne gefühlte 200 Fotos mit sich machen zu lassen. Und das ist wirklich eine bemerkenswerte Sache gewesen, die man nicht genug loben kann! Normalerweise heißt es beim Dreh: die Komparsen haben sich von den Darstellern fernzuhalten und Fotos sind generell nicht erlaubt. In diesem Fall wurde aber tatsächlich eine Ausnahme gemacht: alle Anwesenden, die gerne wollten, bekamen ihr Bild. Teilweise in Gruppen, weil es sonst einfach zu lange gedauert hätte, aber statt diese Aktion zu unterbinden, hat das Filmteam Jan und seine Fans nach oben auf eine Empore gebeten, damit unten der Umbau ungestört stattfinden konnte und die Komparsenbetreuer haben es übernommen, Fotos zu schießen. Das war ein Novum, so etwas haben wir noch nicht erlebt!
Hut ab vor dem Team, dass sie das mitgemacht haben, und besonders Hut ab vor Jan, der sicher zwanzig Minuten lang von den Fans bestürmt wurde, bevor endlich alle Bilder gemacht waren. Was für eine Geduld bei allen Beteiligten! Es war genial.

Die Komparsen erlebten viele interessante, amüsante Szenen, wirklich viel ernsthafte Arbeit – und außerdem viele Stunden Warterei, denn auch die gehört zum Filmgeschäft dazu.

Haben wir in einem früheren Artikel bereits einmal angemerkt, dass bei der Deutschen Bahn der Ausdruck wenige Minuten gleichzusetzen ist mit alles unter einer Stunde, muss man ganz ehrlich sagen: beim Film ist das nicht anders. Zehn Minuten Kameraumbau dauern niemals zehn Minuten, es ist einfach so. Die erfahrenen Komparsen waren sich dieser Tatsache natürlich bewusst, viele, die zum ersten Mal bei einem Dreh dabei waren, mussten das allerdings erst lernen.
Und obwohl es sonst nicht üblich ist, wenn irgend möglich durften alle Komparsen im Set verbleiben, was normalerweise vermieden wird, um Störungen zu minimieren. Aber die riesige Gruppe war so diszipliniert, dass es zu keinerlei Schwierigkeiten kam. Trotzdem mussten immer mal Teile der Komparsen eine längere Wartezeit im Keller über sich ergehen lassen, aber das war technisch einfach nicht anders möglich. Beispielsweise, weil der große Kamera-Schwenkarm in einer der beiden Zuschauerkurven aufgebaut worden war und für eine bestimmte Szene immer wieder über die Stuhlreihen hinweg schoss. Wer dort sitzengeblieben wäre, wäre einen Kopf kürzer gemacht worden, das war einfach nicht anders zu verantworten. Und auch auf der anderen Saalseite musste eine Menge an Stühlen den Schienen der zweiten Kamera weichen. In solchen Momenten ist es einfach nicht möglich, alle Leute im Saal zu halten.
Doch immer wurden alle „Gäste“ wieder vereint und haben zusammen den Dreh abgeschlossen.

Unser Fazit, die wir ebenfalls am Start waren und bei der Betreuung der vielen Freiwilligen geholfen haben: es waren auf jeden Fall die zwei schönsten Drehtage, die wir bisher im Laufe unserer Komparsentätigkeit mitmachen durften. Schöne Örtlichkeiten, reichlich Essen und Getränke inklusive Obst, Kuchen, diverser Süßigkeiten, Lollis, Bonbons und Plätzchen… in solchem Luxus leben Komparsen sonst nicht, da haben wir weiß Gott schon anders gedarbt.
Der Dreh lief super, die wenigsten Szenen mussten mehr als zweimal wiederholt werden, es hat wirklich alles fast immer auf Anhieb so geklappt, wie sich das der Regisseur vorgestellt hat. Also, für alle, die zum ersten Mal dabei waren, muss das unserer Meinung nach wirklich eine tolle Erfahrung gewesen sein!


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Tatort – ‚Schwanensee‘ (2015)

Inhalt:

© WDR/Willi Weber

© WDR/Willi Weber

Prof. Karl-Friedrich Boerne ist auf dem Weg in den Urlaub. Doch noch befindet er sich in der Testphase, nämlich in voller Tauchermontur mitten in seinem Wohnzimmer, als im Therapiezentrum „Schwanensee“ die Leiche von Mona Lux gefunden wird. Auf dem Grund des hauseigenen Schwimmbades und mit Gewichten beschwert. Und Andreas Kullmann, der wie jeden Morgen dort seine Bahnen gezogen hat, will die Tote nicht bemerkt haben.

Schwer vorstellbar, findet Kommissar Frank Thiel. Aber „Schwanensee“ ist eine psychiatrische Einrichtung und Kullmann Autist. Der Kreis der Verdächtigen ist zwar klein, die Situation aber unübersichtlich. Als Silke Haller, alias Alberich, im Blut der Toten ein starkes Narkotikum findet, verzichtet Boerne selbstredend auf seinen Urlaub: Wie soll dieser Fall ohne seine Hilfe gelöst werden?

Eigenmächtig mischt er sich als Therapeut unter die „Schwanensee“-Patienten. Doch über die Tote findet er dabei ebenso wenig heraus wie die Kommissare Thiel und Nadeshda Krusenstern. Mona Lux hatte keine Angehörigen, keine Adresse und hieß vielleicht nicht einmal Mona Lux. Aber sie hatte eine Beziehung zum Restaurantbesitzer Alberto DiSarto, gegen den wegen schweren Steuerbetruges ermittelt wird. Und Nadeshda Krusenstern wird das Gefühl nicht los, Mona Lux früher schon einmal gesehen zu haben.

[Quelle: ARD]


Gastdarsteller

  • Robert Gwisdek
  • Christa Rockstroh
  • Nadja Zwanziger
  • Matthias Hörnke
  • Juliane Fisch
  • Frank Voß
  • Roberto Guerra
  • Sarah Hostettler
  • Hanns Jörg Krumpholz
  • Mohamed Achour
  • Andreas Helgi Schmid
  • Manuela Alphons

ARD XL-Trailer

Tele.ch-Trailer


Baggi meint:

Schwanensee – was für ein schöner Tatort! Und damit meine ich nicht nur die spektakuläre Leistung des Kameramannes und die tollen Locations.

Ich mach’s kurz:
Faszinierend gefilmt, etwas unaufgeregter, nicht jeden Kalauer um jeden Preis verballernd – ich liebe die Folge!

Boerne und sein Zusammenspiel vor allem mit einem der Bewohner der Anstalt erinnern an Glanzpunkte in den besten frühen Folgen (Sag’ nichts u.ä.). Der Professor darf einfach einmal wieder beweisen, dass er nicht nur Verstand, sondern auch Herz hat. Wunderbar!
Außerdem agieren er und seine Alberich zusammen so liebevoll wie seit Jahren nicht mehr. Selten durfte Frau Haller so deutlich zeigen, wie sie ihren Chef durchschaut. Ich hätte den beiden noch ewig zuschauen können! Eine echtes Highlight dieser Folge.

Einzig Thiel musste wieder etwas viel herummosern… wenn auch nicht so sehr gegen Boerne diesmal, sondern gegen alle anderen. Vor allem auch gegen Nadeshda, das Verhältnis zwischen den beiden war mir etwas zu angespannt. Das ist schade, das ginge auch anders. Bei ihm hätte ich gern etwas öfter das verschmitzte, augenzwinkernde Miniatur-Lächeln gesehen, das er in den ersten Episoden so gut drauf hatte. Er hat diese mürrisch-prollige Art gar nicht nötig, er kann auch anders. Trotzdem hatte er auch herrliche Szenen, keine Frage!

Immer wieder gibt es echte Lacher im Film, meist im Zusammenhang mit den Bewohnern der Anstalt. Was diese angeht, finde ich sie genial gecastet, aber es wird garantiert wieder ein Dutzend sogenannter (selbsternannter?) Kritiker geben, die dem Tatort Oberflächlichkeit und Eindimensionalität in ihrer Darstellung vorwerfen. Die Leute werden ihnen nicht echt genug sein, nicht glaubwürdig genug in ihren Konflikten.
Ich persönlich sage: man konnte nicht jedem der Bewohner ein halbes Dutzend Marotten an den Hals flicken, die Zeit hätte niemals gereicht, sie alle vernünftig zu beleuchten.  So wie sie sind, sind sie hingegen wunderbar. Jeder hat einen Spleen, der ihn weiß Gott genug einschränkt – und allen Schmunzlern zum Trotz sind sie dabei stets liebenswert.

Gleiches gilt für Frau Klemm, die ein paar echte Brüller abliefert und auch für Vaddern, der den Running Gag des Filmes einläutet. Dieser war dann zwar ab dem ersten Mal vorhersehbar, aber ich glaube, allein deshalb habe ich noch mehr darüber gelacht.

Meine Meinung: eine Top-Folge! Vor allem für die, denen wichtig ist, dass Boerne nicht zur reinen eklig-arroganten Witzfigur verkommt, wie zum Beispiel in Summ, summ, summ, sondern allen Verrücktheiten und aller Genialität zum Trotz liebenswert und ernstzunehmen ist.


Manu meint:

Wie wohl die meisten musste ich bis zur TV-Austrahlung warten, da ich bei der Kino-Preview von „Schwanensee“ in Münster nicht dabei sein konnte. Ich hatte nun schon so einiges von meiner Teamkollegin Baggi gehört, so dass die Neugier kaum noch auzuhalten war.

Mein persönliches Fazit nach dem gestrigen Fernsehabend: ganz große Klasse! Auf diese Darstellung der Charaktere haben wir schon so lange gewartet! Ein Boerne, der mal kein übertriebener Arroganzling sein musste, der, entgegen dessen, was man in vergangenen Folgen leider oft serviert bekam, menschlich, liebenswert und trotzdem schlagfertig sein durfte. Die kleinen Seitenhiebe gegen Alberich kamen völlig ohne verächtliche Sprüche aus und auch das Wortgefecht zwischen dem Rechtsmediziner und Thiel hatten das richtige Maß. So hat es endlich wieder Spaß gemacht! Ansonsten schließe ich mich voll und ganz der Meinung von Baggi an.

Wenn man sich jetzt am Tag nach der Erstausstrahlung die Kommentare in Presse und Netzwerken ansieht, findet man natürlich wieder alles, was man gemeinhin erwartet. Es ist von „super“ und „weiter so“ bis „zu wenig Gags“ und „langweilig, ich bin eingeschlafen“ alles zu finden. Ich frage mich dann allen Ernstes, ob wir tatsächlich alle denselben Film gesehen haben. Denen, die diese Folge zu dröge war, empfehle ich unbedingt den Griff zur Fernbedienung. Man kann, aber man muss ja nicht zusehen. Ich wäre total glücklich, wenn es genauso ausgewogen mit dem Münsteraner Team weitergehen würde.

Herausgekommen sind 13,63 Mio. Zuschauer, die sich diese Folge angesehen haben. Ich bin mir sicher, der größte Teil davon war sehr zufrieden mit dem, was geboten wurde. Herzlichen Glückwunsch allen Beteiligten vor und hinter der Kamera für diese sensationelle Leistung und zum Quotenrekord!


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